Wolf in freier Wildbahn von einer Fotofalle aufgenommen
Wolf-Hybriden von Ohrdruf Bildrechte: Bundesforst

Wolf-Hybride bei Ohrdruf Politik sieht zum Abschuss kaum Alternativen

Die Politik ergründet gerade Alternativen zum Töten der sechs Wolfs-Hybriden von Ohrdruf. Kastrierung und Einfangen seien eher keine Option, heißt es vom Umweltministerium.

Wolf in freier Wildbahn von einer Fotofalle aufgenommen
Wolf-Hybriden von Ohrdruf Bildrechte: Bundesforst

Das Thüringer Umweltministerium sieht die Vorschläge zum Überleben der sechs Ohrdrufer Wolfs-Mischlingen skeptisch. Es lehnt deshalb die meisten der eingegangenen Möglichkeiten ab. In einem Brief an die Naturschützer heißt es, der Vorschlag, die Tiere zu kastrieren und wieder freizulassen, sei keine Option. Berichte aus anderen Ländern ließen vermuten, dass solche Wolfs-Hybriden aggressiver sein könnten. Das Risiko für Menschen in den umliegenden Ortschaften von den Hybriden angegriffen zu werden, sei zu hoch.

Verletzungen bei Ausbruch aus Gehege

Ein Wolf durchstreift sein winterliches Gehege. (Archivbild)
Eine Wölfin hat am Truppenübungsplatz Ohrdruf ihr Revier aufgeschlagen. Bildrechte: dpa

Auch das Halten in einem Gehege wird als ungeeignet eingeschätzt. Ein vergleichbarer Fall in Sachsen habe gezeigt, dass die in der Wildnis aufgewachsenen Hybriden sich nicht mehr an die eingeschränkte Lebensweise in einem Gehege gewöhnen. Sie verletzten sich demnach bei ihren Ausbruchversuchen schwer und mussten letztendlich aus Tierschutzgründen eingeschläfert werden. Vor dem Hintergrund dieser Erfahrungen prüfe das Umweltministerium derzeit gemeinsam mit dem Wolfs-Kompetenzzentrum des Bundes auch die Angebote, die Tiere aufzunehmen.

Nach Ministeriumsangaben wurde im Managementplan für den Wolf in Thüringen festgelegt, dass zweifelsfrei nachgewiesene Hybriden der Population aus Gründen des Artenschutzes zu entnehmen sind. Grundlage ist das Bundesnaturschutzgesetz. Dieser Fall sei nun eingetreten und gefährde damit auch den Bestand der Wildtierart Wolf. Da Hunde auch genetisch weit weniger gut an ein Leben in der freien Natur angepasst sind als Wölfe, gefährde das die Überlebenschancen. Diese eingeschränkte Überlebensfähigkeit gilt ebenso für Wolfs-Hund-Mischlinge.

Die seit 2014 in Thüringen lebende Ohrdrufer Wölfin hat in diesem Jahr nach einer Paarung mit einem Hund sechs Wolfs-Mischlinge zur Welt gebracht. Gegen Jahresende werden sie nach Ansicht der Experten auf die Suche nach eigenen Revieren gehen. 

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 20. Oktober 2017 | 20:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 20. Oktober 2017, 19:20 Uhr

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13 Kommentare

24.10.2017 08:53 Selbstgemacht! 13

Das ist aber ein selbstgemachtes Problem. Hätte man den Wolf gelassen, wo er war....
Aber so kann man seine Arbeitszeit auch herumbringen, indem man sich um Dinge kümmert, die in der Wichtigkeit am unteren Ende liegen.

23.10.2017 14:43 Petra Stein 12

Ach Frank ;) .

Wenn den ansässigen Jägern der Hund bekannt ist - und soviele freilaufende schwarze Hunde wird es in der Gegend nicht geben - und vielleicht auch der Dorfklatsch auf jemanden hinweist, dann kann man diesen Hund ja mal gen-testen lassen.

Die Kosten für die gerissenen Schafe und die Jagd und den ganzen Verwaltungsaufwand darf dann der Besitzer abstottern. Den Gen-Test zahlt er so oder so.

Es ist ganz einfach: keine freilaufenden Hunde = kein Nachwuchs. Falls sich jemand den Luxus bzw. die Fahrlässigkeit doch erlaubt, soll er bezahlen.
Gehört der Hund niemanden, kommt es immer noch günstiger, dafür eine Lösung zu finden, als für fünf Wolfshybride, gerissene Schafe, Jagd und sonstiger Zeitaufwand.

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