Energieversorgung Thüringens größter Motor läuft bald in Bad Salzungen

Die Thüringer Energie AG (TEAG) baut in ihr Erdgaskraftwerk in Bad Salzungen den größten Kolbenmotor Thüringens ein. Nach Angaben des Unternehmens wiegt das Aggregat rund 130 Tonnen, leistet 13.000 PS und hat 20 Zylinder. Thüringenweit gebe es mit Abstand keinen Motor dieser Größen- und Leistungsklasse, in ganz Deutschland nur zwei vergleichbare Motorenkraftwerke. Der Erdgasmotor des finnischen Herstellers Wärtsilä sei ursprünglich als Schiffsantrieb entwickelt worden. Der Motor soll wie schon die bestehende Gasturbine im Kraftwerk Bad Salzungen Strom und Fernwärme erzeugen.

Anlieferung eines Gasmotors für das Kraftwerk Bad Salzungen der Thüringer Energie AG.
Der Rahmen mit dem Motor (links) und dem Generator zur Stromerzeugung vor der Einfahrt in die Halle. Bildrechte: MDR/Marc Neblung

Nach Angaben von Unternehmenssprecher Martin Schreiber will die TEAG mit dem Motor flexibler auf schwankende Einspeisung und Bedarf im Stromnetz reagieren. Windkraft- und Photovoltaikanlagen können vor allem in Ostdeutschland einen Großteil des Strombedarfs decken. Bei Flaute, Bewölkung oder Dunkelheit bricht der "Beitrag" der Erneuerbaren jedoch ein. Laut TEAG kann der Erdgasmotor binnen fünf Minuten hoch- oder heruntergefahren werden - bei einer Gasturbine dauere dies sehr viel länger. Auch sei es mit dem Gasmotor einfacher, die erzeugte Leistung zu regeln. Die Anlage ist mit dem Fernwärmespeicher des Heizkraftwerks gekoppelt. Die Abwärme wird genutzt, um Wasser zu erhitzen. Dadurch ergibt sich laut TEAG ein Wirkungsgrad des Motors von 90 Prozent.

Anlieferung eines Gasmotors für das Kraftwerk Bad Salzungen der Thüringer Energie AG.
Das Abgas des Motors wird in einem Oxydationskatalysator mit Harnstoffeinspritzung gereinigt. Bildrechte: MDR/Marc Neblung

Der Motor und der dazu gehörige Generator zur Stromerzeugung waren in den vergangenen Tagen mit Tiefladern aus Finnland nach Bad Salzungen gebracht worden. Am Freitag wurde die Anlage auf das Fundament in einer eigens errichteten Maschinenhalle aufgesetzt. Die TEAG investiert nach eigenen Angaben neun Millionen Euro. Das Kraftwerk in Bad Salzungen ist das zweitgrößte des mehrheitlich kommunalen Versorgers. Von der Anlage aus werden auch Wasserkraftwerke an der Werra und Windkraftanlagen überwacht und gesteuert.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 22. September 2017 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 23. September 2017, 20:26 Uhr

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7 Kommentare

25.09.2017 10:19 markus schröder 7

Ja, power to Gas ist wirklich sehr interessant. Auch wenn der Wirkungsgrad noch schlecht ist, aber bevor die Windräder garnichts erzeugen, kann der Strom zur Gaserzeugung genutzt werden. Der schlechte Wirkungsgrad stört ja nicht, weil Strom aus Windräder usw. ja keinerlei emissionen erzeugt. Und der Motor in bad Salzungen würde damit wirklich bestens laufen ;) Ich habe aber auch den Eindruck, dass da irgendwie die Politik kein Interesse dran hat.

23.09.2017 12:11 erfurter76 6

Ich gebe meinen Vorrednern Recht. Das ist ein Schritt in die Richtige Richtung. Ein Schritt fehlt noch ... Power to Gas und die Windkraftwerke brauchen nicht still zu stehen. Ich weiß das der Wirkungsgrad noch unterirdisch ist.

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