Wartburgkreis Ruhla: Turmuhr der Concordiakirche aufwändig restauriert

Sie ist mehr als 150 Jahre alt und funktioniert wieder sekundengenau: die Turmuhr der Ruhlaer Concordiakirche. Nötig waren dafür hunderte Arbeitsstunden und ein eigenes Patent. Herausgekommen ist ein technisches Kleinod.

Foto eines alten Kirchturm-Uhrwerks
So sah das Uhrwerk der Kirchturmuhr der Ruhlaer Concordia-Kirche aus, als es 2013 an den Förderverein "Uhrentradition" übergeben wurde. Bereits 1992 wurde es aus der Kirche ausgebaut, lag dann im Dornröschenschlaf und rostete vor sich hin. Bildrechte: MDR/Ruth Breer
Foto eines alten Kirchturm-Uhrwerks
So sah das Uhrwerk der Kirchturmuhr der Ruhlaer Concordia-Kirche aus, als es 2013 an den Förderverein "Uhrentradition" übergeben wurde. Bereits 1992 wurde es aus der Kirche ausgebaut, lag dann im Dornröschenschlaf und rostete vor sich hin. Bildrechte: MDR/Ruth Breer
Ein Mann betrachtet ein Foto.
Artur Kamp vom Förderverein "Uhrentradition" zeigt ein weiteres Foto, das den damaligen Zustand dokumentiert. Bildrechte: MDR/Ruth Breer
Zwei Steingewichte
Diese Originalteile sind noch übrig. Darunter die Gewichte aus Stein. Bildrechte: MDR/Ruth Breer
Drei Männer neben Uhrwerk
In 1.500 Stunden haben diese drei Tüftler das alte Uhrwerk wieder funktionsfähig gemacht und die historische Technik dort, wo es notwendig war, mit modernen Bauteilen ergänzt: Artur Kamp, Hubert Grimm und Rainer Paust. Alle drei haben lange in den Uhrenwerken Ruhla gearbeitet. Bildrechte: MDR/Ruth Breer
Turmuhr Ruhla
So sieht das Uhrwerk jetzt aus - im Kern ist es vollständig erhalten mit dem charakteristischen langen Pendel. Allerdings mussten Zeitanzeige und Glocken ergänzt und neu angebunden werden. Heute läuten Schiffsglocken. Getriebemotoren ziehen die Gewichte auf - statt Handbetrieb. Außerdem geht die Uhr dank Funktechnik ganz genau: Einmal am Tag wird das Pendel angehalten und sekundengenau wieder freigegeben. Bildrechte: MDR/Ruth Breer
Uhrwerk der Turmuhr Ruhla
Diese selbst entwickelte Technik wird nun zum Patent angemeldet. Bildrechte: MDR/Ruth Breer
Detailaufnahme Uhrwerk - Turmuhr Ruhla
Die Handwerkstechnik von 1861 fasziniert die Fachleute bis heute: alles geschmiedet und sehr genau. Dabei hatte der Weimarer Hofuhrmacher Johann Jacob auch ein ganz eigenes, sehr effektives Funktionsprinzip für Turmuhren entwickelt. Nur mit Schneckenrad und Schnecke (siehe Foto) wurde die Bewegung auf Gangwerk, Viertelstunden- und Stundenschlag übertragen. Das ersparte ein mehrstufiges Zahnrad-Räderwerk, wie es sonst üblich war. Bildrechte: MDR/Ruth Breer
Detailaufnahme Turmuhr Ruhla
Der Hinweis auf den Erbauer auf dem Pendel. Johann Jacob Auch stattete seine Uhren mit sehr langen Pendeln aus - dieses ist 3,60 Meter lang. Im Kirchturm war dafür ausreichend Platz. Das lange Pendel sorgte für eine hohe Genauigkeit. Die Uhr weicht innerhalb von 24 Stunden nur um wenige Sekunden ab. Noch im Herbst soll die Uhr aufgestellt werden. Bildrechte: MDR/Ruth Breer
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Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Der Nachmittag am Wochenende | 02. September 2017 | 13:15 Uhr

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