Blick auf ein Plattenbau-Hotel 1996. Es ist das einstige FDGB-Heim Wurzbach, heute Aparthotel am Rennsteig
Das einstige FDGB-Heim "Frankenwald“ bis heute ein Urlaubshotel geblieben. Es war das letzte FDGB-Heim, das in der DDR gebaut und 1985 eröffnet wurde. Bildrechte: Aparthotel am Rennsteig

Thüringer Ferienorte früher und heute: Aparthotel am Rennsteig Wo einst Täve Schur trainierte: Das FDGB-Heim in Wurzbach

Wo einst Täve Schur mit der Nationalmannschaft der Friedensfahrt trainierte, wuseln heute bis zu 180 Kinder im Erholungsheim "Frankenwald" in Wurzbach. Aus dem einstigen Trainingslager für DDR-Sportler ist heute ein Familienhotel geworden.

Blick auf ein Plattenbau-Hotel 1996. Es ist das einstige FDGB-Heim Wurzbach, heute Aparthotel am Rennsteig
Das einstige FDGB-Heim "Frankenwald“ bis heute ein Urlaubshotel geblieben. Es war das letzte FDGB-Heim, das in der DDR gebaut und 1985 eröffnet wurde. Bildrechte: Aparthotel am Rennsteig

Im kleinen Wintersport-Ort Wurzbach im Saale-Orla-Kreis gab es bis zur "Wende" gleich zwei FDGB-Ferienheime: Das Erholungsheim "Frankenwald" und das Ferienheim "Rudi Arnstadt".

Während das "Rudi Arnstadt" seit der "Wende" leer steht, ist das "Frankenwald“ bis heute ein Urlaubshotel geblieben. Es war das letzte FDGB-Heim, das in der DDR gebaut und 1985 eröffnet wurde. Die Hoteliersfamilie Neubeck hat daraus ein Familienhotel gemacht.

Bis zu 180 Kinder wuseln heute umher

In der Lobby herrscht jede Menge Trubel, denn viele Großeltern mit ihren kleinen Enkelkindern checken ein. Genau die wollen die Hotelbesitzer Falk und Erika Neubeck hier auch haben. "In den Ferienzeiten ist das Haus gut gebucht. Da wuseln hier auch schon mal bis zu 180 Kinder mit hier rum“, sagt Erika Neubeck.

Ferienorte früher und heute in Bildern

Ehemaliges FDGB-Heim Theo Neubauer in Tabarz
Es war eines der ersten FDGB-Ferienheime, das in der DDR neu gebaut wurde: das "Theo Neubauer" in Tabarz. Hier: Der denkmalgeschützte Altbau heute. Bildrechte: MDR/Ruth Breer
Ehemaliges FDGB-Heim Theo Neubauer in Tabarz
Es war eines der ersten FDGB-Ferienheime, das in der DDR neu gebaut wurde: das "Theo Neubauer" in Tabarz. Hier: Der denkmalgeschützte Altbau heute. Bildrechte: MDR/Ruth Breer
Ehemaliges FDGB-Heim Theo Neubauer in Tabarz
Etwas abseits vom Ort entstand am Waldrand ein langgezogener Bau. So sehen die Zimmer des heutigen Tagungshotels aus. Bildrechte: MDR/Ruth Breer
Ehemaliges FDGB-Heim Theo Neubauer in Tabarz
Rezeption damals und heute: Zu DDR-Zeiten erholten sich in Tabarz auch viele ausländische Gäste. Bildrechte: MDR/Ruth Breer
Ehemaliges FDGB-Heim Theo Neubauer in Tabarz
Das Ferienheim in Tabarz nach der Erweiterung von 1974: Der Eingang im neuen Zwischentrakt zwischen Alt- und Neubau. Bildrechte: Archiv
Ehemaliges FDGB-Heim Theo Neubauer in Tabarz
Diese Archiv-Aufnahme des Speisesaales im Tabarzer FDGB-Heim "Theo Neubauer" stammt aus den 1950er-Jahren. Bildrechte: Archiv
Ehemaliges FDGB-Heim Theo Neubauer in Tabarz
Etwa um die gleiche Zeit wurde die Bar im Tabarzer FDGB-Heim "Theo Neubauer" fotografiert. Bildrechte: Archiv
Das einstige FDGB-Ferienheim August Bebel in Friedrichroda
Das FDGB Heim "August Bebel" in Friedrichroda war mit rund 1.500 Betten das größte in Thüringen. Es eröffnete 1980. Bildrechte: Berghotel Betriebs GmbH und Co.
Das einstige FDGB-Ferienheim August Bebel in Friedrichroda
Schon Ostern 1991, also nach nur rund drei Monaten Schließzeit, konnte das FDGB Heim "August Bebel" als "Berghotel Friedrichroda" wieder öffnen. Bildrechte: MDR/Heinz Diller
Das einstige FDGB-Ferienheim August Bebel in Friedrichroda
Aufgrund seiner Bauweise und der exponierten Lage erhielt das FDGB-Heim "August Bebel" in Friedichroda schnell Spitznamen wie "Maya-Tempel" oder "Bienenkorb". Bildrechte: MDR/Heinz Diller
Blick auf ein Plattenbau-Hotel 1996. Es ist das einstige FDGB-Heim Wurzbach, heute Aparthotel am Rennsteig
1960 trainierte hier Täve Schur mit der Nationalmannschaft der Friedensfahrt, heute ... Bildrechte: Aparthotel am Rennsteig
Eine Hotel-Rezeption im Stil des Jahres 1996. Es ist das einstige FDGB-Heim Wurzbach, heute Aparthotel am Rennsteig
... ist aus dem FDGB-Ferienheime "Frankenwald" in Wurzbach das Familienhotel "Aparthotel am Rennsteig" geworden. Bildrechte: Aparthotel am Rennsteig
Blick auf eine Hotelanlage mit Treppe,Spielplatz, Gebäude. Es ist das einstige FDGB-Heim Wurzbach im jahr 1996, heute Aparthotel am Rennsteig
Das einstige Wurzbacher FDGB-Heim "Frankenwald“ bis heute ein Urlaubshotel geblieben. Diese Aufnahme stammt von 1996. Bildrechte: Aparthotel am Rennsteig
Blick in eine Hotelzimmer im jahr 1996. Es ist das einstige FDGB-Heim Wurzbach, heute Aparthotel am Rennsteig
Das "Frankenwald" in Wurzbach war das letzte FDGB-Heim, das in der DDR gebaut und 1985 eröffnet wurde. Hier: Ein Blick in ein Hotelzimmer im Jahr 1996. Bildrechte: Aparthotel am Rennsteig
Weiß bezogene Betten auf rotem Teppich in einem Hotelzimmer. Es ist das einstige FDGB-Heim Wurzbach, heute Aparthotel am Rennsteig.
So sehen die Zimmer im heutigen "Aparthotel am Rennsteig" in Wurzbach aus. Bildrechte: Stefanie Reinhardt/ MDR
Blick in den Speisesaal eines Hotels 1996.  Es ist das einstige FDGB-Heim Wurzbach, heute Aparthotel am Rennsteig
Der Speisesaal des früheren FDGB-Heims in Wurzbach 1996. Bildrechte: Aparthotel am Rennsteig
Der moderne Speisesaal eines Hotels mit Roten Stühlen und weißen Tischdecken. Es ist das einstige FDGB-Heim Wurzbach, heute Aparthotel am Rennsteig
Nach und nach modernisierte die Familie Neubeck aus Bayern das Hotel in Wurzbach. So sieht der Speisesaal des "Aparthotel am Rennsteig" heute aus. Bildrechte: Stefanie Reinhardt/ MDR
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Und das sieht man: Gleich neben der Rezeption parken die Kinderwagen. Und vor dem Eingang zum Restaurant reihen sich die Kinderstühle aneinander. Aus dem früheren FDGB-Ferienhotel-Block auf dem Oßlaberg haben die Neubecks, die aus Bayern stammen, ein Hotel für Familien gemacht.

"Es zieht sich wie ein roter Faden durch den ganzen Betrieb", sagt Falk Neubeck . "Wir machen alles Mögliche, was man eben mit den Kindern machen kann." Rund 50 Mitarbeiter haben sie angestellt.

Falk Neubecks Vater Chris pachtete das Hotel 1991 von der Treuhand. 1996 kaufte die Familie das Haus dann für rund 1,5 Millionen Mark von der Stadt Wurzbach ab. Die 130 Zimmer und Bäder wurden renoviert. Es folgten Balkone aus Glas und ein Schwimmbad. "Wir haben seit 1996 ständig und immer wieder renoviert", erinnert sich Erika Neubeck. Insgesamt schätzt sie die Kosten für die Investitionen auf rund fünf Millionen Euro ein. "Und wir haben noch viel vor."

Marmorfliesen erinnern an Vergangenheit

So manches Detail erinnert aber trotzdem noch an vergangene Zeiten. Zum Beispiel die Marmorfliesen auf dem Boden in der Lobby und die schwarzen Schiefersteine, mit denen die Fassade verkleidet ist. "Manches gehört eben einfach hierhin, es passt zu Landschaft und ist ein Merkmal des Hauses", sagt Erika Neubeck. "Auf den Schiefer an der Fassade sind wir stolz."

Und es gibt noch ein Zimmer, in dem es immer noch aussieht wie damals. "Das nutzen wir zurzeit aber als Abstellkammer", sagt sie und lacht. Irgendwann wollen sie die Türen dazu aber wieder öffnen, dann als eine Art Museumszimmer. Bis dahin wird sich das frühere Ferienheim aber noch weiter entwickelt haben.

Zur Geschichte des Erholungsheims "Frankenwald“ in Wurzbach: Die FDGB-Geschichte in Wurzbach begann aber ein Stück weiter unten im Ort – und zwar im früheren Hotel Hammer. Dort ließ der Freie Deutsche Gewerkschaftsbund 1958 das Ferienheim Rudi Arnstadt eröffnen.

Als Erholungsort hatte es einen guten Ruf. Der Name sollte an einen Hauptmann der Grenztruppen erinnern, der im Dienst erschossen wurde. Zu den Gästen gehörten bekannte DDR-Sportler. Zum Beispiel Täve Schur, der 1960 mit der Nationalmannschaft der Friedensfahrt zum Trainingslager nach Wurzbach kam. Auch Fußballer von Hansa Rostock waren zu Gast.

Ende der 70er und Anfang der 80er Jahre wurde dann vom FDGB-Bundesvorstand in Berlin und dem Bezirksvorstand Gera ein sieben Stockwerke hoher Neubau gebaut – für rund 36 Millionen Mark. Im Dezember 1984 wurde das Haus als Frankenwald-Heim mit 144 Zimmern fertiggestellt und im Januar 1985 mit rund 100 Mitarbeitern eröffnet.

Dazu kamen 32 weitere Unterkünfte in zwei Gebäuden unterhalb des Ferienheimes mit insgesamt 420 Gästebetten. Im November 1990 ließ es der FDGB-Bundesvorstand in Berlin schließen. Das Ferienheim ging an die Treuhand. Danach erweckte Familie Neubeck das Haus zu neuem Leben.

Das "Rudi-Arnstadt-Heim“ in Wurzbach wird seit 2016 von der Wurzbacher Karnevalsgesellschaft Grün-Gold saniert. Seit der Wende wurde das Gebäude kaum genutzt, es gehört heute der Gemeinde.

Über dieses Thema berichtet MDR THÜRINGEN auch im Programm: MDR THÜRINGEN | THÜRINGEN JOURNAL | Der Vormittag | 04.07.2017 | 09.00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 05. Juli 2017, 10:11 Uhr

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2 Kommentare

05.07.2017 10:25 Na, wenn Genosse Schur... 2

... dort trainierte, ist das wohl eher ein Grund, seine Kinder ganz woanders hinzuschicken. Seien wir froh, dass so etwas wie Schur hier nur für den MDR vollkommen abseitigerweise als Werbeikone herhalten muss und der heutige Betreiber der Einrichtung mit der "Haltung" eines Täve Schur hoffentlich nichts mehr zutun hat.

04.07.2017 19:49 Peter Haseney 1

Betriebsferienlager der Kugellagerfabrik Zella-Mehlis ,1953 wurde das Ferienlager am Veilchenbrunnen bei Oberhof eröffnet.Aus Barackenteilen des Arbeitsdienstlager in der Talstraße von Zella-Mehlis wurde das Ferienlager und die Waldgaststätte errichtet.In den folgenden Jahre erweitert und im Tauschrin g mit 5 Betrieben der DDR begann der Austausch . Die Kinder erholten sich an der Ostsee.im Harz, Sächsischen Schweiz und Brandenburg.Für 21 Tage zahlten die Eltern 12 Mark für Verpflegung und Betreuung. Fotos können gesendet werden .Wo.? Mit frdl Gruß Peter Haseney

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