Thüringen

Rechtsextreme : Unterstützer half dem Trio seit Frühjahr 2001

Wie tief ist der Johanngeorgenstädter Matthias D. in die Aktivitäten des rechtsextremen "Zwickauer Trios" verstrickt? Dazu wird derzeit ermittelt. Klar ist: Der Mann war als Mieter der beiden Wohnungen des Trios in Zwickau in den Mietverträgen aufgeführt. Unterdessen ist die Bundesanwaltschaft bei den Ermittlungen zum Heilbronner Polizistenmord ein Stück weitergekommen. Eine weitere der in den Trümmern der letzten Wohnung des Trios gefunden Waffen wurde bei dem Anschlag benutzt.

Der Unterstützer des rechtsextremen "Zwickauer Trios", Matthias D. aus Johanngeorgenstadt, war offenbar tiefer in dessen Aktivitäten verstrickt, als bisher bekannt. Nach Informationen des MDR THÜRINGEN hat D. die erste in Zwickau bekannte Wohnung von Beate Z. in der Polenzstraße bereits zum 1. Mai 2001 gemietet. Der Vertrag dazu wurde am 27. April 2001 von ihm unterzeichnet.

Feuerwehrleute löschen in Zwickau ein Wohnhaus
Die letzte Wohnung der drei Rechtsextremen wurde am 4. November zerstört.

Der Anwalt von D., Jörg-Klaus Baumgart, hatte dagegen vor einigen Tagen erklärt, sein Mandant habe erst 2003 Kontakt zu dem Trio bekommen. Ein Freund habe Matthias D. gebeten, bei der Anmietung in der Polenzstraße 2 zu helfen. Der Mietvertrag dazu sei möglicherweise verbrannt. Das habe sein Mandant auch der Polizei gesagt, sagte Baumgart dem MDR THÜRINGEN.

In der Polenzstraße 2 hatte Beate Z. bis zu ihrem Umzug in die Frühlingsstraße gelebt. Nach MDR-Informationen wurde der Mietvertrag für diese Wohnung zum 1. März 2008 abgeschlossen. Dabei wurde der Namen von D. benutzt - die Unterschrift stammt aber offensichtlich von einer anderen Person. Der damalige Hausverwalter der Frühlingsstraße hatte sich von den Mietern keine Ausweise zeigen lassen.

Beate Z. zog nach Informationen des MDR THÜRINGEN zum 30. September 2008 in die Frühlingsstraße 26. Beim Umzug sollen Uwe B. und Uwe M. geholfen haben. Bis zum 4. November 2011 bewohnten sie die Wohnung gemeinsam. Die Miete wurde seit September 2011 von einer Lisa D. überwiesen. Die November-Miete kam dann von einem Konto der Sparkasse Zwickau auf den Namen Lisa P., überwiesen am 25. Oktober 2011. Am 4. November sprengte Z. die Wohnung in die Luft, nachdem sich ihre Kompagnons B. und M. in Eisenach das Leben genommen hatten.

Tatwaffe von Heilbronner Polizistenmord identifiziert

Neue Erkenntnisse gibt es auch bei den Ermittlungen zu dem Polizistenmord im Jahr 2007 in Heilbronn, der mit dem "Zwickauer Trio" in Verbindung gebracht wird. Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe teilte am Sonnabend mit, dass eine weitere der in den Trümmern der ausgebrannten Wohnung in Zwickau sichergestellten Waffen bei dem Anschlag auf zwei Polizisten auf der Heilbronner Theresienwiese benutzt wurde.

Im April 2007 war die Polizistin Michéle K. durch einen Kopfschuss getötet worden. Ihr Kollege wurde von einem zweiten Täter ebenfalls durch gezielte Schüsse schwer verletzt, er überlebte aber. Die Waffe, aus der diese Schüsse stammten, konnte der Bundesanwaltschaft zufolge am Sonnabend identifiziert werden. Die Waffe, mit der K. erschossen worden war, war nach Angaben der Bundesanwaltschaft schon vor einigen Tagen in der zerstörten Wohnung des Trios in Zwickau gefunden worden.

Dass die drei mit dem Anschlag auf die beiden Beamten zu tun hatten, war erstmals mit dem Fund von K.’ Dienstwaffe am 4. November in dem Wohnmobil in Eisenach, in dem sich Uwe B. und Uwe M. erschossen hatten, klar geworden.

Zuletzt aktualisiert: 19. November 2011, 21:23 Uhr

1. Wunderer:
Nach Auswertung des Videoclips muss man nicht prognostizieren, dass als nächstes Stühlerücken angesagt ist.
20.11.2011
08:35 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen.
Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

© 2014 MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK