Landtag : Thüringen setzt eigenen Untersuchungsausschuss zu Terror-Trio ein
Der Thüringer Landtag hat einen Untersuchungsausschuss zur Neonazi-Mordserie eingesetzt. Alle Fraktionen stimmten am Donnerstag einstimmig für das parlamentarische Kontrollgremium. Sie hatten gemeinsam einen entsprechenden Antrag vorgelegt.
Dem Ausschuss sollen neun Abgeordnete angehören. Dabei stellt die CDU drei Mitglieder in dem Gremium, die Linke und sie SPD jeweils zwei. Die Grünen und die FDP stellen je einen Delegierten. Innenminister Jörg Geibert, der wegen seiner bisher zurückhaltenden Informationspolitik im Parlament in der Kritik steht, versprach, die Aufklärungsarbeit zu unterstützen.
Ergebnisse erst im Herbst 2014
Der Ausschuss soll mögliches Fehlverhalten der Thüringer Sicherheits- und Justizbehörden bei der Überwachung und Verfolgung des rechtsextremen Trios untersuchen und klären, warum die Verdächtigen jahrelang unbehelligt agieren konnten. Die Parlamentarier erhoffen sich von der Arbeit dann Einsicht in Akten, die ihnen bislang verwehrt blieb. Dafür geben die Fraktionen dem Gremium einen mehr als 60 Einzelfragen umfassenden Katalog auf den Weg. Darin geht es auch um mögliche Konsequenzen für die künftige Arbeit der Sicherheitsbehörden. Da sehr umfangreiche Untersuchungen zu erwarten sind, wird erst zum Ende der Legislaturperiode im Herbst 2014 mit Ergebnissen gerechnet. Einen ersten Zwischenbericht soll es bereits 2013 geben.
Ebenfalls mit dem Thema ist eine vom Innenministerium eingesetzte Kommission um den ehemaligen BGH-Richter Gerhard Schäfer beschäftigt. Sie will im Frühjahr ihren Bericht vorlegen. Auch der Bundestag will die Mordserie und die Rolle der Behörden aufklären. Das Parlament beschloss ebenfalls am Donnerstag, einen Untersuchungsausschuss einzusetzen. Auch dort stimmten alle Fraktionen geschlossen zu.
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