Rechtsextreme Bombenbauer Polizei fand 1997 Nagelbombe bei Rechtsextremen

Die Thüringer Polizei hatte schon ein halbes Jahr vor dem Untertauchen des Jenaer Terror-Trios Hinweise auf geplante Bombenanschläge von Rechtsextremen. Nach Informationen des MDR THÜRINGEN fand die Polizei im Juni 1997 bei einer Hausdurchsuchung in Stadtroda in der Wohnung eines Rechtsextremen eine funktionsfähige Nagelbombe. Außerdem wurde bei der Hausdurchsuchung eine Karte sichergestellt, auf der mögliche Anschlagsziele, darunter KZ-Gedenkstätten markiert waren.

Die Hausdurchsuchung war angeordnet worden, nachdem der damals 29-jährige Henning H. in einem Freibad gemeinsam mit anderen Rechtsextremen durch lautstarke Neonazi-Musik aufgefallen und von der Polizei vorübergehend festgenommen worden war. H. wurde später wegen Volksverhetzung verurteilt. Ein Verfahren um den Nagelbombenfund in seiner Wohnung wegen des Verdachts auf ein Sprengstoffverbrechen wurde jedoch eingestellt.

Ende der 1990er-Jahre waren mehrere Bombenattrappen und Sprengsätze in Jena und Umgebung an öffentlichen Orten abgelegt oder an Personen per Brief geschickt worden. So wurde im Jahr 1995 in einem Kaufhaus in Jena ein funktionsfähiger Sprengsatz entdeckt. Im November 1997 wurde in Stadtroda eine funktionsfähige Bombe in einem Haus gefunden, das von Gastarbeitern bewohnt wurde. Die Polizei ermittelte gegen eine Reihe mutmaßlicher Bombenbauer aus rechtsextremen Kreisen, unter anderem gegen H. sowie gegen Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe. Als Ermittler in einer von Mundlos, Böhnhardt und Zschäpe genutzten Garage in Jena im Januar 1998 mehrere Rohrbomben entdeckten, tauchten die drei Rechtsextremen unter.

Zuletzt aktualisiert: 30. April 2012, 22:10 Uhr

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