Thüringen

Erinnerung an NSU-Opfer : Geteiltes Echo auf Ramelows Gedenkstätten-Vorschlag

Der Vorschlag von Linksfraktionschef Bodo Ramelow für einen Thüringer Gedenkort für die NSU-Opfer ist im Freistaat auf ein unterschiedliches Echo gestoßen. Während SPD und FDP Zustimmung signalisierten, reagierten Grüne und CDU skeptisch.

Bodo Ramelow
Ramelow will Gedenkort für NSU-Opfer

Die SPD-Fraktion erklärte auf Anfrage von MDR THÜRINGEN, sie unterstütze die Initiative und sei gesprächsbereit. Die Opfer des Naziterrors dürften nicht aus dem öffentlichen Gedächtnis verschwinden. Für einen Gedenkort in Thüringen gebe es eine Vielzahl von Möglichkeiten.

Auch die FDP will den Bau einer Gedenkstätte unterstützen. Fraktionssprecher Dirk Bergner sagte, auf dem Rücken der Opfer und deren Angehörigen dürfe kein parteipolitisches Kalkül ausgetragen werden.

Bedenken bei Grünen und Christdemokraten

Bedenken äußerten dagegen die Grünen. Partei-Sprecher Dirk Adams sagte wörtlich: "Wir schulden den Opfern des NSU-Terrors unser Gedenken und unsere Achtung". Jedoch halte er eine öffentliche Diskussion über die Köpfe der Opferfamilien hinweg nicht für empfehlenswert.

Aus der CDU-Fraktion hieß es, für einen Gedenkort sei noch nicht der richtige Zeitpunkt. Erst müssten alle Untersuchungen abgeschlossen sein und die Ergebnisse mit etwas Abstand bewertet werden.

Ramelow hatte am Wochenende erklärt, die rassistische Mordserie des NSU, der zehn Menschen zum Opfer fielen, sollte einen öffentlichen Ort der Mahnung finden. Da die Täter aus Thüringen stammten, habe das Land eine besondere Verantwortung für das Gedenken an die Opfer.

Zuletzt aktualisiert: 08. Oktober 2012, 17:48 Uhr

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