Thüringen

NSU-Prozess : Wohlleben will weiter schweigen

Auch der im NSU-Verfahren mitangeklagte Thüringer Neonazi Ralf Wohlleben soll auf Rat seiner Anwältin vorerst weiter schweigen. Die Juristin Nicole Schneiders sagte MDR THÜRINGEN, sie wolle eine Aussage vom Prozessverlauf abhängig machen: Im weiteren Verlauf könne "es einen Punkt geben, an dem es günstig sei, sich einzulassen". Hier müsse "flexibel" reagiert werden.

Ralf W. wird von Beamten der Bundespolizei abgeführt
Wohlleben bei seiner Festnahme im November 2011

Schneiders sagte, sie sehe weiter keinen dringenden Tatverdacht gegen ihren Mandanten. Das Verfahren habe eine politische Dimension. Es sei schwierig, ein unabhängiges Gericht zu finden, das nicht durch die Medien beeinflusst sei. Insofern befürchte sie die Gefahr eines "nicht fairen Verfahrens".

Gemeinsam mit dem zweiten Wohlleben-Verteidiger sehe sie sich einer staatlichen "Übermacht" gegenüber. Wenn sie alle zugestellten Akten des Verfahrens lesen wollte, bräuchte sie Jahre. Sie habe daher einen dritten Rechtsanwalt zur Verteidigung Wohllebens beantragt.

Der Generalbundesanwalt wirft dem Jenaer Ralf Wohlleben Beihilfe zum neunfachen Mord vor. Vor einem Jahr, am 29. November 2011, war der Neonazi und frühere NPD-Funktionär im Zusammenhang mit den NSU-Verbrechen festgenommen worden. Als einziger mutmaßlicher Unterstützer des Terrortrios sitzt er bis heute in Untersuchungshaft. Wie Beate Zschäpe hat auch Wohlleben bislang zu den Vorwürfen geschwiegen.

Zuletzt aktualisiert: 28. November 2012, 21:28 Uhr

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