Thüringen

Zwickauer Trio : Anwältin: Mord an Michèle K. hatte keinen persönlichen Hintergrund

Die im Jahr 2007 in Heilbronn mutmaßlich von den rechtsextremen Terroristen Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos ermordete Polizistin Michèle K. hatte keine persönlichen Beziehungen zu ihren Mördern. Diese Ansicht vertritt die Geraer Rechtsanwältin Birgit Wolf. In einem Interview mit der Zeitung "Thüringer Allgemeine" vom Sonnabend sagte die Juristin, sie gehe davon aus, dass es bei dem Mord keinen persönlichen Hintergrund gab. Als Beleg für ihre Annahme verwies sie darauf, dass die aus Thüringen stammende Polizistin am Tag ihres Todes eigentlich keinen Dienst gehabt hätte, sondern nur wegen eines kurzfristigen Tausches im Einsatz war.

Michèle K. war am 25. April 2007 in der Nähe der Theresienwiese in Heilbronn in ihrem Dienstwagen hinterrücks erschossen worden. Ihr neben ihr sitzender Kollege wurde durch Schüsse schwer verletzt. Die Dienstwaffen der Polizisten und ihre Handschellen wurden im November 2011 in dem Wohnmobil in Eisenach gefunden, in dem sich Mundlos und Böhnhardt umgebracht hatten. Deshalb wird davon ausgegangen, dass die beiden Rechtsextremen Michèle K. ermordet und ihren Kollegen schwer verletzt haben. Über das Motiv der Tat wird seither spekuliert.

Die Anwältin Birgit Wolf vertritt in dem im Frühjahr beginnenden Prozess gegen die mutmaßliche Terroristin Beate Zschäpe und weitere mutmaßliche Unterstützer der Terrorgruppe die Interessen der Mutter von K. Nach ihrer Ansicht wird der Mord an der Polizistin eine zentrale Rolle bei der Klärung der Frage spielen, ob Zschäpe Mitglied einer terroristischen Vereinigung namens "Nationalsozialistischer Untergrund" (NSU) war. Der "Thüringer Allgemeine" sagte Wolf: "Es ist wahrscheinlich, dass es Zeugenaussagen geben wird, die darauf schließen lassen, dass der Fall K. in die Ideologie von Zschäpe und den anderen passt." Die Anklage wirft Zschäpe vor, als Gründungsmitglied der Vereinigung NSU an zehn Morden beteiligt gewesen zu sein, die aus rassistischen und staatsfeindlichen Motiven begangen worden seien. Opfer waren die Polizistin Michèle K. sowie neun Gewerbetreibende türkischer und griechischer Herkunft.

Zuletzt aktualisiert: 25. Februar 2013, 13:34 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen.
Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

© 2014 MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK