Eine Wildschweinrotte mit Frischlingen im Wald
Bildrechte: Colourbox.de

Landkreis Görlitz Afrikanische Schweinepest kommt näher

In Tschechien sind mehrere Wildschweine an der hochansteckenden afrikanischen Schweinepest gestorben. Jetzt warnt der Landkreis Görlitz Reisende davor, Fleisch und Wurst aus den betroffenen Gebieten mitzubringen. Auch Jäger und Landwirte sind zu erhöhter Vorsicht angehalten.

Eine Wildschweinrotte mit Frischlingen im Wald
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In der Region um Zlin im Südosten Tschechiens wurde bei 25 toten Wildschweinen die afrikanische Schweinepest nachgewiesen. Die ersten Verdachtsfälle waren Ende Juni gemeldet worden. Zlin liegt rund 400 Kilometer vom Landkreis Görlitz entfernt. Deshalb hat das Landratsamt jetzt Landwirte und Jäger zu erhöhter Vorsicht aufgerufen. Auch Reisende sollten keine Fleischerzeugnisse aus dem betroffenen Gebiet nach Deutschland einführen.

Für Menschen ungefährlich

Die Behörde folgt damit der Risikoeinschätzung des Friedrich-Löffler-Institutes. Es gebe ein hohes Risiko, dass die Afrikanische Schweinepest durch illegale Entsorgung oder Einfuhr von verseuchtem Material nach Deutschland eingeschleppt wird. Allerdings seien aus jetziger Sicht Wildschweinpopulationen gefährdeter als Hausschweine. Ein Problem sehe man darüber hinaus auch in der außerordentlich langen Ansteckungsfähigkeit des Virus, warnt das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft. Selbst gefrorenes, gepökeltes oder geräuchertes Fleisch könne für Haus- und Wildschweine über lange Zeit infektiös sein. Für Menschen sei die Afrikanische Schweinepest aber ungefährlich.

Das Veterinäramt des Landkreises Görlitz ruft die Jäger beim Fund toter Wildschweine unter anderem dazu auf, die Verunreinigung der Jagdausrüstung und Fahrzeuge mit Blut vermeiden. Außerdem sollten sie die Hände nach dem Kontakt mit den toten Tieren vor Verlassen des Reviers desinfizieren. Die Schweinehalter sollten noch einmal die Zäune und die Stallzugänge kontrollieren, damit keine Wildschweine auf das Gelände können. Ungewöhnliche Erkrankungen sollten schnell vom Tierarzt abgeklärt werden.

Bisher kein Impfschutz

Die für Haus- und Wildschweine hochgefährliche Erkrankung war 2014 erstmals in den baltischen Staaten und im Osten Polens ausgebrochen, konnte dort aber eingedämmt werden. Sie war vermutlich aus Russland oder einer Ex-Sowjetrepublik eingeschleppt worden. Die Viruserkrankung verläuft meist tödlich. Der wirtschaftliche Schaden für die Landwirte kann bei einem Ausbruch beträchtlich sein. Zu den Symptomen zählen Fieber, Abgeschlagenheit, Blaufärbung der Ohrspitzen, Blutungen und verminderte Nahrungsaufnahme. Einen Impfschutz gibt es bisher nicht. Heimisch ist die Seuche in den Ländern Afrikas und auf der Mittelmeerinsel Sardinien.

Über dieses Thema berichtet MDR SACHSEN auch im Radio: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalnachrichten aus dem Studio Bautzen | 13.07.2017 | 14:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 13. Juli 2017, 16:00 Uhr