Das Leid der russischen Belugas

Ein Beluga
Der Belugawal: ein ewig lächelnder Koloss, gesellig und musikalisch: Um sich mit seinen Artgenossen zu verständigen "singt" er – ein Mix aus Pfeifen, Zwitschern und Wiehern. Seine Laut-Vielfalt hat ihm den Namen "Kanarienvogel der Meere" eingebracht. Bildrechte: IMAGO
Ein Beluga
Der Belugawal: ein ewig lächelnder Koloss, gesellig und musikalisch: Um sich mit seinen Artgenossen zu verständigen "singt" er – ein Mix aus Pfeifen, Zwitschern und Wiehern. Seine Laut-Vielfalt hat ihm den Namen "Kanarienvogel der Meere" eingebracht. Bildrechte: IMAGO
Beluga Wal
Die intelligenten Meeressäuger leben in Alaska, Kanada und den arktischen Gewässern Russlands. Belugawale - auch Weißwale genannt - sind keine Einzelgänger und meist in Großfamilien unterwegs. In Freiheit können sie Studien zufolge bis zu 70 Jahre alt werden. In Gefangenschaft sieht das anders aus. Bildrechte: IMAGO
Beluga Wal
4.000 von ihnen gibt es im Norden Russlands noch. Doch sie sind akut bedroht. Denn in Russland ist ihre Jagd im Gegensatz zu anderen Ländern nicht verboten. Außerdem bedroht das Showgeschäft die Population. Die Bestände der Belugawale schrumpfen, weil sie immer häufiger an Delfinarien verkauft werden - wie an das Sea Paradise in Tokio. Bildrechte: IMAGO
Beluga Wal
Auf ihrem Weg zur großen Show werden sie von Russland aus nach Asien in teils verrosteten Kähnen befördert. Tagelang liegen sie bei großer Hitze in kleinen Wannen. Manche brechen sich beim Verladen das Genick. Bildrechte: IMAGO
Männer fangen Belugawale anlässlich eines Transports in das Laohutan Polar Marine Aquarium in Dalian
Andere verfangen sich in den Netzen, weil sie versuchen ihre Jungen zu schützen – viele sterben dabei. Bildrechte: IMAGO
Zwei Belugas
Ziel der Fischfänger sind die jungen grauen Belugas. Denn nur die können trainiert werden. Wenn sie einmal weiß sind, geht das nicht mehr. Für die Jungtiere zahlen Freizeitparks zwischen 40.000 und 100.000 Euro – ein riesiges Geschäft. Bildrechte: IMAGO
Beluga-Show im Harbin Polarland.
Der Bedarf an immer neuen Belugas wächst. Entlang der Schwarzmeerküste gibt es immer mehr Delfinarien, auch der Markt in Asien boomt, vor allem in China. 2015 gab es dort 39 Einrichtungen, die Wale und Delfine zeigten. 2017 sind es 42 und 13 befinden sich im Bau. 29 von denen, die aktuell in Betrieb sind, halten insgesamt mindestens 139 Belugas. Bildrechte: dpa
Beluga Wal vollführt ein Kunsttück mit einem Strauß Blumen im Mund.
In den Delfinarien und Freizeitparks werden sie in kleinen Becken gehalten, trainiert und müssen Kunststücke am Beckenrand vorführen. Kein Vergleich zum offenen Meer, wo sie hunderte Kilometer schwimmen – ohne Betonbegrenzung. Zudem ist es unmöglich, in einen Delfinarium die soziale Gruppen zu bilden, in denen sie in freier Wildbahn leben. Das Leben in künstlichen, kleinen Gruppenkonstellationen führt zu Aggressionen zwischen Individuen, Verletzungen und sogar zum Tod. Bildrechte: dpa
Beluga Wal
Wehren können sie sich nicht – auch wenn es manchmal danach aussieht. Bildrechte: IMAGO
Beluga Wal
In Europa, Amerika und Kanada sind die Tierschutzauflagen mittlerweile sehr hoch, die Einfuhr von Wildfängen verboten. Bildrechte: IMAGO
Ein Taucher neben einem Beluga
In Russland ist das nicht so. Ein Fangstopp und klare gesetzliche Vorgaben fehlen. Der Tierschutz rückt in den Hintergrund, wenn es um klare wirtschaftliche Interessen gibt. Ein Dokumentarfilm von drei russischen Meerestaucherinnen über das Schicksal vieler Belugawale rüttelt nun Russland auf. Der Film "Zum Leiden verdammt - Das Geschäft mit den Belugawalen" zeigt die unbequemen Tatsachen hinter den lächelnden Wasserkünstlern. (Über dieses Thema berichtete der MDR auch im Radio am 17.05.2016, 11.30 Uhr) Bildrechte: IMAGO
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