Ein Wolf mit Fressen im Maul.
Bildrechte: IMAGO

Regelungen konkretisiert Wolf darf geschossen werden

Ein Wolf mit Fressen im Maul.
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Wölfe dürfen in Sachsen-Anhalt unter bestimmten Bedingungen getötet werden. Das hat das Umweltministerium am Montag in einer neuen Leitlinie veröffentlicht. Das Schießen von aggressiven Wölfen war bereits vorher erlaubt. In der neuen Leitlinie konkretisiert das Ministerium die seit 2008 geltenden Regelungen. So wird beispielsweise aufgelistet, wann ein Wolf als gefährlich eingestuft werden kann und abgeschossen werden darf. Der Wolf genießt auch weiterhin Schutz und darf nicht gejagt werden.

Wann darf geschossen werden- Wann nicht

"Der Schutz des Menschen steht an erster Stelle", so steht es in der Leitlinie. Künftig darf ein Wolf geschossen werden, der aggressiv auf Menschen und Hunde reagiert. Außerdem soll es erlaubt werden den Wolf zu töten, wenn er bereits mehrfach Nutztiere gerissen hat und Schutzmaßnahmen, wie Zäune, regelmäßig umgeht. Auch tollwütige Tiere dürfen erschossen werden.

Der Wolf soll aber weiterhin geschützt werden. So darf er nicht geschossen werden, wenn er durch Ortschaften läuft oder sich in der Nähe von Menschen aufhält, dabei aber unauffällig bleibt. Kein Grund für eine Tötung besteht außerdem, wenn der Wolf Nutztiere reißt, die nicht genügend geschützt sind.

Landesjagsverband will einfachere Richtlinie

Der Landesjagdverband begrüßt die neue Leitlinie. Der Verband kritisiert in seiner Pressemitteilung aber auch die weiterhin fehlende Rechtssicherheit. Präsident Hans-Heinrich Jordan sagte, die neue Leitlinie sei kein ausreichendes Instrument, um auf den dynamischen Prozess der Ausbreitung angemessen zu reagieren. Die Jäger fordern stattdessen weiter einfachere Entscheidungs-Richtlinien für den Umgang mit verhaltensauffälligen Tieren.

Seit 2008 leben die Tiere wieder in Sachsen-Anhalt und breiten sich immer mehr aus. Schätzungsweise gibt es zwischen 70 und 80 Wölfe, die in zwölf Rudeln leben. 135 Nutztiere wurden im vergangenen Jahr in Sachsen-Anhalt gerissen. Angriffe auf Menschen wurden in Deutschland bisher nicht registriert.

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 11.07.2017 | ab 08:00 Uhr

Quelle: MDR/sp

Zuletzt aktualisiert: 11. Juli 2017, 10:01 Uhr