Tierisch tierisch

MDR FERNSEHEN | 11.01.2012 | 19:50 Uhr : Per Verordnung als gefährlich eingestuft: "Listenhunde in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen"

Jedes Bundesland hat eine eigene Vorstellung davon, vor welchen Vierbeinern die Bevölkerung angeblich geschützt werden muss. Ein Hund, der in Bayern als "gefährlich" gilt oder bei dem eine "Gefährlichkeit vermutet" wird, steht in Berlin auf keiner Liste. Der Staffordshire-Bullterrier zum Beispiel ist unter Berlins und auch unter Sachsens Listenhunden nicht zu finden.

Unterschiede gibt es auch in unserer Region. Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen haben je eine eigene Lösung für den Umgang mit den sogenannten "Kampfhunden" gefunden.

Thüringen hatte bis zum vergangenen Jahr gar keine Rasseliste. Der Thüringer Landtag wehrte sich lange gegen die Diskriminierung ganzer Hunderassen, weil er die Meinung vertrat, dass Hunde erst durch falsche Haltung aggressiv gegenüber einem Menschen würden. Der Entscheidung, 2011 doch eine Rasseliste in das Gesetz zum Schutz vor gefährlichen Hunden aufzunehmen, gingen mehrere Beißattacken in Thüringen voraus. Auf dieser Liste sind demnach der Pitbull-Terrier, der American Staffordshire-Terrier, der Staffordshire-Bullterrier und der Bullterrier ausgewiesen.

In Sachsen fehlt der Staffordshire-Bullterrier auf der Liste. Rottweiler und Dobermann gehören sogar in allen drei Bundesländern nicht zu den gefährlichen Hunden.

Was die Anzahl der Listenhunde betrifft, ist Bayern mit 19 aufgeführten Hunderassen der Spitzenreiter. Fünf Bundesländer führen abgestufte Rasselisten. Stufe 1 bedeutet, dass die Hunderasse direkt als gefährlich erachtet wird. Stufe 2 betrifft Hunderassen, bei denen eine Gefährlichkeit vermutet wird.

Für den Halter eines Hundes, welcher in einer solchen Liste eingetragen ist, heißt das unter Umständen, dass er Vorkehrungen treffen muss, wenn er mit seinem Hund in ein anderes Bundesland einreisen möchte. Er sollte sich über die genaue Rechtslage informieren. Je nach Reiseziel kann es sein, dass ein Maulkorb angeschafft werden muss oder ein Wesenstest nötig ist.

Wie die Gesetzeslage am Heimatort ist, sollte bereits vor der Anschaffung eines Hundes klargestellt werden. In den jeweiligen Hundeverordnungen stehen auch die Regelungen für den Umgang und die Haltung der gelisteten Hunderassen.

Zuletzt aktualisiert: 20. Juni 2012, 18:09 Uhr

Als gefährlich eingestufte Hunde in Sachsen:

American Staffordshire Terrier, Bullterrier und Pitbull Terrier, sowie deren Kreuzungen

Als gefährlich eingestufte Hunde in Sachsen-Anhalt:

Pitbull-Terrier, American Staffordshire-Terrier, Staffordshire-Bullterrier, Bullterrier, sowie deren Kreuzungen

Als gefährlich eingestufte Hunde in Thüringen:

Pitbull-Terrier, der American Staffordshire-Terrier, der Staffordshire-Bullterrier und Bullterrier

© 2014 MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK