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Überzüchtung als Qual für das Tier

ein Mops
Möpse leiden durch Extremzuchten häufig an Atemproblemen.

Perserkatzen mit permanent tränenden Augen, Schäferhunde mit Fehlentwicklungen des Hüftgelenkes und Möpse mit Atemnot - alles nur, um ein "perfektes" Tier zu kreieren. Bei der Heimtierzucht gibt es teilweise erhebliche Missstände. Für fragliche Schönheitsideale werden Gefährdungen der Tiere in Kauf genommen. Dazu kommt, dass solche Züchtungen gerne auf Tierschauen öffentlich präsentiert und leider auch bewundert und ausgezeichnet werden. Damit werden qualvolle Züchtungen auch noch unterstützt.

Züchtungen dieser extremen Art sind eigentlich verboten. Artikel 5 des Europäischen Übereinkommens zum Schutz von Heimtieren (1987) fordert bei der Heimtierzucht die Berücksichtigung der Gesundheit und des Wohlbefindens der Muttertiere und der Nachkommen. Laut Paragraf 11b Tierschutzgesetz (TierSchG) ist es verboten, Wirbeltiere zu züchten, " ... wenn damit gerechnet werden muss, dass bei der Nachzucht (...) erblich bedingt Körperteile oder Organe für den artgemäßen Gebrauch fehlen oder untauglich oder umgestaltet sind und hierdurch Schmerzen, Leiden oder Schäden auftreten." Trotz dieses offensichtlichen Verbots geht die Überzüchtung weiter. Mehr Informationen zur Heimtierzucht und zu der aktuellen Gesetzeslage bietet der deutsche Tierschutzbund.

Die weitverbreitete Meinung, dass man nur bei einem Züchter gesunde und verhaltensunauffällige Tiere findet, muss nicht in jedem Fall zutreffen. Ein solches Vertrauen nutzen leider immer mehr "schwarze Schafe" aus, denen es lediglich um den Profit geht. So ist die Gefahr heute groß, an einen unseriösen Züchter zu geraten. Tierfreunde sollten sich vor dem Erwerb eines Haustieres unbedingt sehr genau informieren, ob sie dabei nicht eventuell Qualzüchtungen unterstützen. Sehr preiswerte Angebote bei der Anschaffung eines Haustieres sollten Sie deshalb skeptisch betrachten und genau überprüfen. "Billig" bedeutet meistens Leid für das Tier, mit dem Sie viele Jahre verbringen möchten. Lassen Sie sich Zeit bei der Suche nach einem seriösen Züchter. Genauso ist ein genauer Blick von der Züchterseite auf die zukünftigen Tierbesitzer keineswegs ein schlechtes Zeichen, denn ein verantwortungsbewusster Züchter möchte Missstände beim Tier verhindern. Sie sollten also offen gegenüber detaillierten Fragen rund ums das neue Haustier sein.

Kaufen Sie ein Rassetier bitte immer mit Papieren und überprüfen Sie ihre Echtheit! Diese Papiere erhält der Züchter nur, wenn er selbst alle gesetzlichen Anforderungen erfüllt. Was zeichnet außerdem einen guten Züchter aus? Er sollte nicht mehr als ein bis zwei Rassen züchten und kein Problem damit haben, den Interessenten das Gelände und die Unterbringung der Tiere zu zeigen. Ein gutes Zeichen ist es, wenn alle Tiere sich gegenüber seiner Person vertrauensvoll verhalten.


Kein Tier als Urlaubssouvenir!

Dies ist ein Appell an alle Urlauber! Bitte bringen Sie keine Reiseandenken mit nach Hause, die aus Teilen geschützter Wildtiere hergestellt wurden. Ob Schmuck, Textilien oder andere Gegenstände aus Elfenbein, Korallen, Schildpatt, Krokodilleder, etc. – für all das müssen Tiere sterben! Und: Der Import nach Deutschland ist illegal! Das betrifft ebenso lebendige exotische Tiere wie Vogelspinnen, Schlangen, Schildkröten.

Auch wenn sie noch so süß sind und offensichtlich leiden - bringen Sie bitte keine Hunde oder Katzen aus ihrem Urlaub in süd- oder osteuropäischen Ländern mit. Ihr Mitgefühl kann schwere Folgen haben. Es bestehen hohe Risiken, wenn die Tiere krank oder verhaltensauffällig sind.


Haustiere richtig auf die Urlaubsreise vorbereiten!

Am 3. Juli 2011 trat eine EU-Verordnung in Kraft, die besagt, dass Hunde, Katzen und Frettchen beim Grenzübertritt gekennzeichnet sein müssen. Weitere Informationen finden Sie bei Tasso e.V., Pressemitteilung vom 31.03.2011:


Vermisste Haustiere finden

Mit der Hilfe des "Deutschen Haustierregisters" und "Tasso e.V." kann Ihr Tier schnell wiedergefunden werden, wenn es entlaufen ist.


Tierangebote im Internet

Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) warnt vor dubiosen Tierangeboten im Internet. "Es häufen sich in Deutschland die Fälle, bei denen Interessenten im Internet durch überaus preiswerte Angebote zum Kauf lebender exotischer Tiere verführt werden sollen", erklärte die Präsidentin des BfN, Prof. Dr. Beate Jessel. Diese Angebote richten sich nicht nur an Privatpersonen. Auch Zoologische Gärten und Tierparks haben bereits ähnliche Angebote erhalten. Dabei handelt es sich vorwiegend um Angebote für Papageien, junge Affen, Schildkröten und Chamäleons.

Die Angebote haben einige Gemeinsamkeiten:

1. Die Tiere werden zu Preisen angeboten, die erheblich unter den üblichen Marktpreisen liegen.
2. Die Angebote sind in sehr schlechtem Deutsch verfasst, da diese Texte mit Übersetzungsprogrammen erstellt wurden.
3. Die Tiere sollen aus dem westafrikanischen Staat Kamerun stammen.
4. Eventuell angegebene Telefonnummern beginnen mit der Ländervorwahl 00237 für Kamerun.
5. Die weitere Kontaktaufnahme erfolgt per E-Mail, wobei die E-Mail-Adresse oft auf yahoo.com endet.
6. Manchmal werden auch gefälschte/manipulierte Ausfuhrdokumente per E-Mail an den Käufer geschickt.

Zeigt der Käufer Interesse an den Tieren, wird er aufgefordert, die Transportkosten (mehrere hundert Euro) an den Anbieter zu überweisen. Der Kaufpreis soll in der Regel erst nach dem Erhalt der Tiere gezahlt werden. Ist der Käufer noch nicht misstrauisch geworden und überweist diesen Betrag, wird er nach kurzer Zeit aufgefordert, noch einmal eine größere Summe zu überweisen, da die Tiere losgeschickt, aber leider an einem großen Flughafen in Europa festgehalten worden seien. Auch diese Nachricht erhält er auf elektronischem Weg. Durch die Adresse des Absenders wird suggeriert, dass die Nachricht unmittelbar von der Flughafenverwaltung versendet worden sei.

"Die Käufer müssen wissen, dass tatsächlich die angebotenen Tiere gar nicht existieren. Hier soll der potentielle Käufer nur betrogen werden. Einige gutgläubige Interessenten haben auf diesem Weg bereits mehr als 1.000 Euro verloren. Ich rate daher dringend: Hände weg von entsprechend dubiosen Internetangeboten zum Kauf artengeschützter Tiere", so Frau Jessel.

Zuletzt aktualisiert: 30. November 2011, 18:11 Uhr

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