Trabikult | Trabi international | Teil 1 : Auf zum Ende Europas
Auf dem Weg zum Kult kann sich der Trabi auf treue Fans verlassen, die ihn auf der ganzen Welt bekannt machen. Länder, in die nie zuvor ein Trabant gekommen ist, werden spätestens seit dem Kult-Film "Go Trabi Go" von reiselustigen Trabifahrern angesteuert. Sie werden damit zu Trabi-Botschaftern. Als solchen kann sich auch Christian Jenak bezeichnen: Fast jedes Jahr macht er sich mit seinem Trabi auf in fremde Länder.
Im Jahr 2011 geht es für Christian Jenak mit dem Trabi an die Ostsee. Aber es wird keine Tour wie in der DDR üblich. Vielmehr will Christian Jenak um die Ostsee: Von seinem Wohnort Mühlhausen in Thüringen über Dänemark, Schweden an den nördlichsten Punkt Europas, dem Nordkinn in Norwegen. Anschließend reist er zurück über Finnland, das Baltikum und Polen nach Hause.
Drei Wochen für mehr als 7.000 Kilometer
Insgesamt rechnet Christian Jenak mit einer Distanz von mehr als 7.000 Kilometer. Das ist etwa die Strecke, die jemand zurücklegen würde, wenn er Deutschland zweimal umrundet. Drei Wochen will er sich dafür Zeit nehmen, auf die er sich mehr als drei Monate intensiv vorbereitet hat. Allein die ADAC-Routenempfehlung umfasste 20 Seiten.
Außerdem plant Christian Jenak verschiedene Stopps auf der Tour. Logisch, dass es auch hier um Trabis geht: Mitten im schwedischen Wald soll ein uralter, verrosteter Trabi stehen. Den möchte Christian Jenak ausfindig machen.
Den Kofferraum voller Ersatzteile, die "Villa Sachsenruh" auf dem Dach und das Kartenset auf dem Beifahrersitz. Christian Jenak ist bereit für das Nordkinn, seine bis jetzt vielleicht extremste Reise. Er brauche dieses Jahr mehr - eine Herausforderung, Einsamkeit, erzählt er. Christian Jenak bezeichnet die Reise als "Expedition". Denn am nördlichsten Ende Europas ist es zum Nordpol näher als nach Hause. Auf dem Weg werden sicher wieder einige das deutsche Kultmobil kennenlernen.
Die "Villa Sachsenruh"
Das "Müller-Autodachzelt", im Volksmund auch oft "Villa-" oder "Pension Sachsenruh" genannt, ist das typische Dachzelt des Trabis. Es entstand im Sommer 1975 im Bulgarien-Urlaub von Gerhard Müller.
Der Sachse hatte schlicht nicht genug bulgarisches Geld, um sich ein Hotelzimmer zu nehmen. So verbrachte er die vielleicht unbequemste Nacht seiens Lebens im Trabi und entwickelte anschließend das inzwischen bekannte Dachzelt.
Die Erfindung wurde der Hit. Es ließ sich in kürzester Zeit aufbauen und zwei Leute konnten darin übernachten. Somit wurde die "Villa Sachsenruh" zur Standard-Ausrüstung auf Reisen mit dem Trabi.
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