Drei Trabis: getuned, standard, ökologisch
Mehr als drei Millionen Trabants rollen von 1957 bis 1991 in Zwickau vom Band. Heute sind im wiedervereinigten Deutschland gerade einmal 30.000 Stück davon übrig.  Aber je weniger Trabis auf den Straßen unterwegs sind, desto größer wird der Kult um das DDR-Auto. Vom Auslaufmodell zum Kultobjekt – wir machen uns auf den Weg!

Subkultur

Trabikult | Trabi international | Teil 1 : Auf zum Ende Europas

Auf dem Weg zum Kult kann sich der Trabi auf treue Fans verlassen, die ihn auf der ganzen Welt bekannt machen. Länder, in die nie zuvor ein Trabant gekommen ist, werden spätestens seit dem Kult-Film "Go Trabi Go" von reiselustigen Trabifahrern angesteuert. Sie werden damit zu Trabi-Botschaftern. Als solchen kann sich auch Christian Jenak bezeichnen: Fast jedes Jahr macht er sich mit seinem Trabi auf in fremde Länder.

Sammlung von Campingplätzen auf Christian Jenaks Trabi-Dachzelt

Im Jahr 2011 geht es für Christian Jenak mit dem Trabi an die Ostsee. Aber es wird keine Tour wie in der DDR üblich. Vielmehr will Christian Jenak um die Ostsee: Von seinem Wohnort Mühlhausen in Thüringen über Dänemark, Schweden an den nördlichsten Punkt Europas, dem Nordkinn in Norwegen. Anschließend reist er zurück über Finnland, das Baltikum und Polen nach Hause.

Der Trabi auf Reisen

Christian Jenak ist ein Trabi-Botschafter. Mehr als zehn weite Reisen hat er mit der Pappe schon hinter sich. Seine Motivation: Abenteuerlust und Stoff für Geschichten sammeln.

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Drei Wochen für mehr als 7.000 Kilometer

Insgesamt rechnet Christian Jenak mit einer Distanz von mehr als 7.000 Kilometer. Das ist etwa die Strecke, die jemand zurücklegen würde, wenn er Deutschland zweimal umrundet. Drei Wochen will er sich dafür Zeit nehmen, auf die er sich mehr als drei Monate intensiv vorbereitet hat. Allein die ADAC-Routenempfehlung umfasste 20 Seiten.

Außerdem plant Christian Jenak verschiedene Stopps auf der Tour. Logisch, dass es auch hier um Trabis geht: Mitten im schwedischen Wald soll ein uralter, verrosteter Trabi stehen. Den möchte Christian Jenak ausfindig machen.

"Ich habe Leute getroffen, die fahren eine ähnliche Strecke wie ich ans Nordkinn. Die sind das mit dem Polo gefahren. Die haben erzählt, dass sie dort waren, ein Stückchen gelaufen sind, aber kein Wort von der Fahrt dorthin. Ich denke, ich habe ein bisschen mehr zu erzählen."

Christian Jenak, Trabi-Reisender

Den Kofferraum voller Ersatzteile, die "Villa Sachsenruh" auf dem Dach und das Kartenset auf dem Beifahrersitz. Christian Jenak ist bereit für das Nordkinn, seine bis jetzt vielleicht extremste Reise. Er brauche dieses Jahr mehr - eine Herausforderung, Einsamkeit, erzählt er. Christian Jenak bezeichnet die Reise als "Expedition". Denn am nördlichsten Ende Europas ist es zum Nordpol näher als nach Hause. Auf dem Weg werden sicher wieder einige das deutsche Kultmobil kennenlernen.

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Trabikult | Trabi international | Teil 2: Ostsee war einmal

Manche Fahrer bringen den Trabi in Regionen der Welt, die die Pappe noch nie gesehen hat. Die Ostsee hat als Reiseziel hat zwar nicht ausgedient, aber einfach nur Strandurlaub soll's dann auch nicht sein. [mehr]


Zuletzt aktualisiert: 29. August 2011, 13:09 Uhr

Die "Villa Sachsenruh"

Das "Müller-Autodachzelt", im Volksmund auch oft "Villa-" oder "Pension Sachsenruh" genannt, ist das typische Dachzelt des Trabis. Es entstand im Sommer 1975 im Bulgarien-Urlaub von Gerhard Müller.

Der Sachse hatte schlicht nicht genug bulgarisches Geld, um sich ein Hotelzimmer zu nehmen. So verbrachte er die vielleicht unbequemste Nacht seiens Lebens im Trabi und entwickelte anschließend das inzwischen bekannte Dachzelt.

Die Erfindung wurde der Hit. Es ließ sich in kürzester Zeit aufbauen und zwei Leute konnten darin übernachten. Somit wurde die "Villa Sachsenruh" zur Standard-Ausrüstung auf Reisen mit dem Trabi.

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