Trabikult | Endgültige Verbannung : Umweltzone schließt Trabi aus
Der Feinstaub schnürt dem Trabi fast die Luft ab: 2007 trat in Deutschland die Feinstaubverordnung in Kraft. Daraufhin durften Städte Umweltzonen errichten. Auch in Leipzig wurde 2011 die Umweltplakette Pflicht. Kampflos wollten der Trabi und seine Freunde das nicht über sich ergehen lassen. Aber an der Bestimmung führt vorerst kein Weg vorbei.
In Mitteldeutschland waren die Leipziger Autos die ersten, die in die Innenstadt nur mit grüner Plakette dürfen. Eine grüne Plakette ist jedoch für die meisten Trabis unerreichbar. Im September 2011 führen auch Magdeburg und Halle eine Umweltzone ein. Trabant-Fans erwägen in Leipzig eine Klage.
Effekte der Verordnung umstritten
Die Chancen stehen gar nicht so schlecht: Die EU berät darüber, Fahrverbote aus dem Maßnahmenkatalog wieder herauszunehmen, weil die Effekte umstritten sind. Mit der Verordnung entstand für Trabi-Fahrer eine kuriose Situation: Sie zahlen für ihre Pappen hohe Steuern, dürfen die Autos aber nicht in der Stadt fahren.
Je älter desto besser
Auf der anderen Seite hoffen Trabi-Besitzer auf Sondergenehmigungen. Die einfachste Variante ist ein "H-Kennzeichen": die Oldtimer-Regelung. Dazu muss der Trabi allerdings weitestgehend im Originalzustand und mindestens 30 Jahre alt sein. Eine weitere Hürde: Nur Fahrzeuge, die vor 1969 gebaut wurden, sind generell von der Abgasuntersuchung befreit und dürfen ohne Plakette in alle Umweltzonen fahren. Beides trifft auf den geringeren Teil der Trabis zu.
Andere Städte wie München oder Wuppertal erteilen Sondergenehmigungen von Fall zu Fall, zum Beispiel wenn jemand auf Grund mangelnder Verkehrsanbindung nur mit dem Trabi zur Arbeit fahren kann. Nicht wenige Fahrer ignorieren die Leipziger Umweltzone einfach und nehmen 40 Euro Bußgeld sowie einen Punkt in Flensburg in Kauf.




