Drei Trabis: getuned, standard, ökologisch
Mehr als drei Millionen Trabants rollen von 1957 bis 1991 in Zwickau vom Band. Heute sind im wiedervereinigten Deutschland gerade einmal 30.000 Stück davon übrig.  Aber je weniger Trabis auf den Straßen unterwegs sind, desto größer wird der Kult um das DDR-Auto. Vom Auslaufmodell zum Kultobjekt – wir machen uns auf den Weg!

Umweltzone

Trabikult | Endgültige Verbannung : Umweltzone schließt Trabi aus

Der Feinstaub schnürt dem Trabi fast die Luft ab: 2007 trat in Deutschland die Feinstaubverordnung in Kraft. Daraufhin durften Städte Umweltzonen errichten. Auch in Leipzig wurde 2011 die Umweltplakette Pflicht. Kampflos wollten der Trabi und seine Freunde das nicht über sich ergehen lassen. Aber an der Bestimmung führt vorerst kein Weg vorbei.

Auspuffrohr des Trabis
Das Stinker-Image fällt dem Trabi auf die Füße.

In Mitteldeutschland waren die Leipziger Autos die ersten, die in die Innenstadt nur mit grüner Plakette dürfen. Eine grüne Plakette ist jedoch für die meisten Trabis unerreichbar. Im September 2011 führen auch Magdeburg und Halle eine Umweltzone ein. Trabant-Fans erwägen in Leipzig eine Klage.

"Jetzt verbietet man uns Fahrzeuge zu benutzen, bei denen nicht einmal Messwerte vorliegen, wie viel Feinstaub sie wirklich produzieren. Es gibt gar keine Messverfahren, wonach die Fahrzeuge eingestuft werden. Das ist einfach über den Daumen gemacht worden."

Holm Müller, Trabi-Sammler

Effekte der Verordnung umstritten

Die Chancen stehen gar nicht so schlecht: Die EU berät darüber, Fahrverbote aus dem Maßnahmenkatalog wieder herauszunehmen, weil die Effekte umstritten sind. Mit der Verordnung entstand für Trabi-Fahrer eine kuriose Situation: Sie zahlen für ihre Pappen hohe Steuern, dürfen die Autos aber nicht in der Stadt fahren.

Trabi-Corso gegen die Umweltzone
MDR FERNSEHEN

Schreckgespenst Umweltzone

Es lief so gut für den Trabant und nun das: Die Feinstaubverordnung bedroht die Existenz des Trabis.

29.08.2011, 13:15 Uhr | 01:35 min

Je älter desto besser

Auf der anderen Seite hoffen Trabi-Besitzer auf Sondergenehmigungen. Die einfachste Variante ist ein "H-Kennzeichen": die Oldtimer-Regelung. Dazu muss der Trabi allerdings weitestgehend im Originalzustand und mindestens 30 Jahre alt sein. Eine weitere Hürde: Nur Fahrzeuge, die vor 1969 gebaut wurden, sind generell von der Abgasuntersuchung befreit und dürfen ohne Plakette in alle Umweltzonen fahren. Beides trifft auf den geringeren Teil der Trabis zu.

Andere Städte wie München oder Wuppertal erteilen Sondergenehmigungen von Fall zu Fall, zum Beispiel wenn jemand auf Grund mangelnder Verkehrsanbindung nur mit dem Trabi zur Arbeit fahren kann. Nicht wenige Fahrer ignorieren die Leipziger Umweltzone einfach und nehmen 40 Euro Bußgeld sowie einen Punkt in Flensburg in Kauf.

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Zuletzt aktualisiert: 30. August 2011, 12:05 Uhr

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