Jaecki Schwarz und Wolfgang Winkler im Porträt : Wolfgang Winkler: Nicht ohne meinen Jaecki
Verbrecherjagd auf mitteldeutsch
Seit mehr als 15 Jahren sind sie ein Team: Die "Polizeiruf"-Kommissare Schmücke und Schneider aus Halle, gespielt von Jaecki Schwarz und Wolfgang Winkler. Doch ihre Wege kreuzten sich bereits 1967 ...
Ihre erste Zusammenarbeit hätte eigentlich den Grundstein für ein lebenslang währendes Zerwürfnis legen können: Für Jaecki Schwarz bedeutete die Hauptrolle in Konrad Wolfs "Ich war neunzehn" 1968 den großen Durchbruch; für Wolfgang Winkler war der Film eine riesige Enttäuschung. Denn Winkler und Schwarz gehörten beide zur Auswahl der Jung-Schauspieler, die für die Rolle der autobiografischen Hauptfigur Gregor Hecker vorgesehen waren. Wolf entschied sich für Jaecki Schwarz, Winkler hatte in "Ich war 19" nur eine kleine Nebenrolle. Jahrelang stand er in Theatern wie Zittau, Görlitz, Halle und Dresden auf der Bühne. Schwarz hingegen machte Karriere, spielte jahrelang im berühmten "Berliner Ensemble".
30 Jahre später in Halle …
Mitte der 90er-Jahre entschied sich das MDR FERNSEHEN, die erfolgreiche "Polizeiruf"-Serie des DDR-Fernsehens mit neuen Kommissaren fortzuführen. Bei ihrer Suche nach geeigneten Darstellern erinnerten sich die Verantwortlichen an Jaecki Schwarz. Der hatte im Polizeiruf "Bruder Lustig" aus dem Jahre 1995 einen Zollkommissar gespielt – einen witzigen schrägen Vogel. Außerdem schien Jaecki Schwarz als bekanntes "Ost"-Gesicht sehr geeignet. Schwarz sei zunächst etwas zurückhaltend gewesen, erinnert sich der verantwortliche MDR-Redakteur Wolfgang Voigt. Doch dann meinte Schwarz "Das probieren wir mal". Im Polizeiruf "Pferdemörder", der am 17.03.1996 ausgestrahlt wurde, bekam Jaecki Schwarz alias Kommissar Schmücke, bei seinen Ermittlungen im Harz Unterstützung von einem Hauptkommissar Schneider – gespielt von Wolfgang Winkler. Es stellte sich heraus, dass die beiden hervorragend harmonieren und so wurde aus Schmücke und Schneider ein Team. Das sind die beiden bis heute, auch privat sind sie mittlerweile miteinander befreundet.
Der Weltbürger und der Kauz
"Wir haben natürlich bisschen was von uns rein gebracht in die Rollen, damit man sich voneinander abhebt", sagt Jaecki Schwarz. "Und da sind wir beide nicht nur wie wir sind, sondern auch, wie wir gerne sein würden." Schwarz gibt den gebildeten und gut gekleideten Weltbürger, Wolfgang Winkler hingegen ist – bodenständig und liebenswürdig. "Mir kommt das entgegen", sagt Winkler, "ich muss mich da nicht verbiegen. Im Kommissar Schneider ist schon viel von mir drin." Das Publikum liebt die beiden etwas kauzigen Kommissare. Die nächste Zeit wird allerdings frischen Wind in das "Altherren"-Duo bringen. Er ist jung und weiblich. Mehr sehen die Zuschauer am 04.04.2010 im MDR-Polizeiruf "Blutiges Geld".
Kurzporträt Jaecki Schwarz alias Kommissar Schmücke
Jaecki Schwarz wurde 1946 in Berlin-Köpenick geboren. Schon während seiner Jugendzeit interessierte er sich für die Schauspielerei, spielte am Schultheater. Nach dem Abitur erlernte Jackie Schwarz jedoch erst einmal einen "anständigen" Beruf: Fotochemiefacharbeiter. Doch Schauspieler blieb trotzdem der Traumberuf. Von 1965 bis 1969 studierte er dann endlich an der Filmhochschule Potsdam-Babelsberg. Schon als Student wurde er als Darsteller in dem DEFA-Film "Ich war neunzehn" bekannt. Nach dem Studium verdiente sich Jaecki Schwarz erste Sporen am Theater Magdeburg. Im Jahr 1974 erhielt er ein Engagement am "Berliner Ensemble". Jaecki Schwarz gehörte dem Ensemble 23 Jahre an. Er wirkte in klassischen und modernen Stücken mit. Jackie Schwarz stand auch für DEFA- bzw. DFF-Produktionen vor der Kamera. Auch nach der Wende blieb er ein begehrter Schauspieler. Theater spielt er allerdings nicht mehr. Die Fernseharbeit lässt ihm dazu keine Zeit. Seit 1992 ist er in vielen Fernsehserien zu sehen. Ebenso wie sein Kommissar Schmücke ist Jaecki Schwarz ein begnadeter Hobbykoch. Am liebsten isst er Rouladen, Sauerbraten oder eine schöne Gemüsebrühe. Jackie Schwarz ist ein großer Freund von ruhigen Ferien am Meer mit Tauchgängen zu Korallenriffen in die tiefe See.
Kurzporträt Wolfgang Winkler alias Kommissar Schneider
Wolfgang Winkler wurde 1943 in Görlitz geboren. Winkler ist von Beruf Lokführer. Von 1962 bis 1965 besuchte er die Hochschule für Film und Fernsehen Babelsberg. Schon als Schüler spielte er in Laienspielgruppen und im Kabarett. Sein erstes Engagement führte ihn 1965 ans Gerhart-Hauptmann-Theater seiner Geburtsstadt Görlitz. Wolfgang Winkler verkörperte viele komische Rollen, war aber auch in Werken russischer Dramatiker und deutscher Gegenwartsautoren zu sehen. Bis Mitte der 90er-Jahre spielte er regelmäßig Theater, unter anderem am Landestheater Halle, am neuen theater in Halle sowie in Dresden. Jetzt arbeitet er allerdings überwiegend für Film und Fernsehen. Parallel zu seinen umfassenden Theaterverpflichtungen stand Wolfgang Winkler schon früh vor der Film- und Fernsehkamera, gab 1965 sein Kino-Debüt in der DEFA-Produktion "Das Kaninchen bin ich", die allerdings aus politischen Gründen erst 24 Jahre später ausgestrahlt werden durfte. Im Fernsehen trat Wolfgang Winkler unter anderem im Mehrteiler "Daniel Druskat" (1975), in Krimi-Reihen wie "Wolffs Revier" (1992) und "A. S." (1994) und auch in Serien wie "Sonntag und Partner" (1994) auf. In einzelnen "Polizeiruf 110"-Filmen spielte er bereits einen Dieb, Einbrecher oder Tatverdächtigen, bevor er 1995 als TV-Hauptkommissar Herbert Schneider an der Seite von Jaecki Schwarz (als Herbert Schmücke) in der Krimi-Reihe selbst Verbrechen rund um Halle aufzuklären begann.
