Burg Falkenstein
Der Legende nach entstand die Burg Falkenstein durch einen Mordfall: Um die Zeit von 1080 erschlug Egeno II. von Konradsburg den Grafen Adalbert II. von Ballenstedt. Daraufhin sollte der Stammsitz des Mörders in ein Kloster umgewandelt werden. Der Sohn Egenos ließ somit die Burg Falkenstein als neuen Wohnsitz der Familie errichten.
Die Burg Falkenstein liegt auf einem Berg hoch über der Selke, inmitten des Europäischen Naturschutzgebietes. Sie wurde im 12. Jahrhundert erbaut und seitdem mehrfach umgestaltet. Der mittelalterliche Grundcharakter der Burg blieb jedoch stets erhalten. Hier wurde um 1220, so heißt es, der "Sachsenspiegel" von dem Ministerialen Eicke von Repgow verfasst. Es handelte sich dabei um das erste deutsche Rechtsbuch. Der "Sachsenspiegel" übte einen erheblichen Einfluss auf die mittelalterliche und neuzeitliche Rechtssprechung aus. Seine Spuren finden sich noch heute im gültigen Gesetzeswerk.
Burg Falkenstein als Filmkulisse
Weiterhin war die Burg Falkenstein bereits die Filmkulisse für verschiedene Fernsehproduktionen der DDR. Beispielsweise wurde hier die siebenteilige Kinderserie "Spuk unterm Riesenrad" oder der DEFA-Märchenfilm "Schneeweißchen und Rosenrot" gedreht. Auch in der neuen ARD-Verfilmung von "Jorinde & Joringel" dient die Burg Falkenstein als Domizil des gefürchteten Raubritters als einer der Drehorte.
Heute beherbergt die Burg ein Museum und ist zu einem der beliebtesten Ausflugziele im Harz geworden. Durch aufwendige Restaurationen wurden die Räume wieder in ihren originalen Zustand zurückversetzt. Auf die Besucher warten dabei allerhand Attraktionen, so können sie beispielsweise am traditionellen Ritteressen teilnehmen oder dem jährlichen Minneturnier beiwohnen. Dabei handelt es sich um einen mittelalterlichen Sängerwettstreit. Seit geraumer Zeit wird auf der Burg Falkenstein auch wieder die über viertausend Jahre alte Kunst der Falknerei betrieben. Ein erfahrener Falkner zeigt seine Kunst täglich von März bis Oktober dem staunenden Publikum.
