Donnerwetter! | 21.02.2013 | 19:50 Uhr : Handwerk, Mode und Zigarren
Janine Strahl-Oesterreich ist auf der Mitteldeutschen Handwerksmesse unterwegs. Außerdem treffen wir interessante Modedesigner, traditionsbewusste Zigarrendreher und einen Bürstenmacher.
Auf der Mitteldeutschen Handwerksmesse in Leipzig konnte man in der zweiten Februarwoche vielen fleißigen Menschen über die Schulter sehen. Zum Beispiel in einer gläsernen Bäckerei oder der gläsernen Fleischerei.
Doch es gibt auch Handwerker, für die ihre Tätigkeit nicht nur goldenen, sondern auch künstlerischen Boden hat. Donnerwetter!-Moderatorin Janine Strahl-Oesterreich schaute in Leipzig unter anderem zwei Heizungs- und Sanitärbauern über die Schulter, die aus alten Kupferrohren Kunstobjekte formen. Auch das Leipziger Völkerschlachtdenkmal wird auf diese Weise zum kupferfarbenen Kunstobjekt.
Cohibas made in Sachsen
Das sächsische Frankenberg hat eine Tradition, von der nur wenige wissen. Anfang des 20. Jahrhunderts siedelten sich in der Stadt große Tabakfabriken an. Dort wurden edle Zigarren produziert. Bis zu 1.400 Beschäftigte arbeiteten damals in den Tabakfabriken. Doch der Zigarrenrauch verflog - 1964 ging in der letzten Tabakfabrik das Licht aus. Seit 2009 hat sich nun ein kleiner Kreis von Zigarrenenthusiasten zusammengefunden, um die Frankenberger Zigarre wieder zu neuem Leben zu erwecken und der kubanischen Cohiba Konkurrenz machen wollen.
Regionale Avantgarde
Hinter dem Modelabel "Howitzweissbach" stehen die beiden jungen ostdeutschen Modedesigner Eva Howitz und Frieder Weissbach. Sie haben mit ihrer Mode schon bei vielen Wettbewerben etliche Preise abgeräumt. Mittlerweile haben sie ihre sechste Kollektion entworfen. Die Modedesigner setzen besonders auf die Zusammenarbeit mit regionalen Produzenten.
Bernburger Bürstenmacher
Er ist einer der letzten seiner Zunft, ein historischer Bürsten- und Pinselmacher: Michael Matthes aus Bernburg. Er gibt uns Einblick in das kaum mehr ausgeübte Handwerk und klärt auf, welche Bürste für welchen Zweck die richtige ist. Matthes träumt von einem eigenen Bürstenmuseum. Obwohl er davon noch weit entfernt ist, gibt es kaum eine Bürste, die er nicht hat. Darunter auch viele historische Raritäten.
Alles Rhabarber?
Dr. Anne-Christin Bansleben weiß Rhabarer besonders zu schätzen. Die Ökotrophologin von der Hochschule Anhalt in Bernburg hat sich ganz der Rhabarer-Leder-Produktion verschrieben. Dabei geht es um die Herstellung von Öko-Leder - gegerbt mit aus Rhabarberwurzeln gewonnenen Polyphenolen. Das umweltfreundliche Leder wird besodners von Allergikern gut vertragen, die mit herkömmlichem, mit Chromsalz bearbeitetem Leder, oft Schwierigkeiten haben. Anne-Christin Banslebens erste Kollektion von Taschen und Accessoires wurde zur Fashion Week in Berlin vorgestellt.
