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Das Format der Zukunft : 16:9 – Fernsehen im Breitbildformat

Hinter vielen MDR-Fernsehsendungen steht in Programmzeitschriften immer häufiger die Zusatzangabe "16:9". Was verbirgt sich hinter diesem neuen Format?

Wie andere Sender der ARD produziert auch der MDR immer mehr Programmangebote im 16:9-Bildformat. Den Auftakt machten im August 2006 die Sendungen "Sport im Osten", "Musik für Sie" oder auch "Spur der Ahnen". Seit Mai 2007 werden u. a. auch die Nachrichtensendungen "MDR um zwölf" und "MDR aktuell" sowie die aktuellen Regionalmagazine "THÜRINGEN JOURNAL", "SACHSENSPIEGEL" und "SACHSEN-ANHALT HEUTE" bzw. die "Länderzeit" im Breitbild-Format produziert und ausgestrahlt. Was verbirgt sich hinter diesem neuen Format?

16:9 beschreibt das Verhältnis der Breite zur Höhe des Bildes. Im Gegensatz zum bisher üblichen 4:3-Format wird das Fernsehbild dadurch wesentlich größer und breiter, daher auch die Bezeichnung "Breitbildformat". Bei entsprechenden Empfangsgeräten bringt die moderne Technologie bis zu 33 Prozent mehr Bildinhalt gegenüber der herkömmlichen 4:3-Darstellung. Das Breitbildformat entspricht zudem besser den natürlichen Sehgewohnheiten des Menschen, der eher rechteckig als quadratisch sieht.

Diese Erkenntnis ließ sich allerdings aus technischen Gründen lange nur fürs Kino nutzen. Da die Fernsehbilder inzwischen aber nicht mehr in einer Röhre entstehen, können die Geräte flacher und breiter gebaut werden. Fernsehmodelle mit großen Diagonalen werden praktisch nur noch im Seitenverhältnis 16:9 produziert. Besonders die Ausstrahlung der Fußball-WM 2006 in 16:9 hat gezeigt, dass dieses Format von den Zuschauern angenommen wird. Schätzungen gehen davon aus, das seit 2006 überwiegend 16:9-Fernsehgeräte verkauft werden.

Fernsehbild passt sich automatisch an

Die Fernsehmacher müssen aber bedenken, dass es noch Zuschauer gibt, die keine 16:9-Fernseher haben. Auf ihrem Gerät wird das Bild von Sendungen im 16:9-Format automatisch verkleinert dargestellt. Damit es von der Breite passt, erscheinen oben und unten schwarze Balken, die sogenannten "Spielfilmstreifen". Das MDR FERNSEHEN enthält auf allen Verbreitungswegen eine 16:9- bzw. 4:3-Kennzeichnung, damit die Fernsehgeräte beim Wechsel zwischen den Bildformaten immer auf die richtige Darstellung schalten.

Neben der korrekten Einstellung des Fernsehgerätes ist auch die richtige Grundeinstellung des gegebenenfalls vorhandenen Digitalempfängers (Set-Top-Box) notwendig. Bei diesen Empfängern muss das Bildformat des Fernsehgerätes korrekt angegeben werden. Manche Digitalempfänger wollen für 4:3-TV-Displays auch wissen, ob 16:9-Bildmaterial dort als Letterbox (schwarze Streifen oben und unten) oder formatfüllend dargestellt werden soll. Die Einstellung "formatfüllend" hat allerdings zur Folge, dass seitliche Bildinformationen verloren gehen und ist deshalb nicht zu empfehlen. Doch auch bei Fernsehgeräten mit 16:9-Displays erscheinen bei manchen Sendungen schwarze Streifen. Grund dafür sind die verschiedenen Produktionsformate der Filmindustrie, die teils viel breiter als 16:9 sind (z.B. Cinemascope).

Ausblick

Mit der Umstellung auf das Breitbildformat rüstet sich der MDR für die Fernsehzukunft. Im Zusammenhang mit 16:9 fällt häufig das Stichwort hochauflösendes Fernsehen, HDTV (High Definition Television). Dieser neu entwickelte Fernseh-Standard zeichnet sich durch eine verbesserte Bildqualität aus, da pro Fernsehbild mehr Bildpunkte (Pixel) übertragen werden. 16:9 ist das Standard-Bildformat bei HDTV. Um die neue Norm empfangen zu können, muss die gesamte Empfangsausrüstung einschließlich TV-Gerät HDTV-tauglich sein.

Ausgewählte Produktionen des MDR wie die Natur-Dokumentation "Perlen des Regenwaldes" werden bereits in HDTV-Qualität hergestellt, wenn auch noch nicht in dieser Norm gesendet. Mittlerweile wird die Technologie zur Produktion von HDTV-Sendungen immer preiswerter. Deshalb wird geprüft, ob HDTV-Ausstrahlungen von Sendungen der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten Deutschlands gegen Ende des Jahrzehnts realisiert werden können.

Zuletzt aktualisiert: 23. März 2010, 16:04 Uhr

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