Unter uns
Geschichten aus dem Leben mit Griseldis Wenner und Axel Bulthaupt
- VT-Untertitel
- Stereo
- 16:9 Format
- Livestream
| Datum | Sendezeit | Länge |
|---|---|---|
| Fr., 11.01. | 22:00 Uhr | 120 min |
Die Gäste der Sendung:
* Christian Haupt (60) aus Böhlen
Er verlor kurz vor Weihnachten fast sein gesamtes Hab und Gut. Am 8. Dezember wurde das Reihenhaus, in dem er mit seiner Familie seit 17 Jahren wohnte, durch einen Brand verwüstet. Es ist unbewohnbar und muss abgerissen werden. Drei weitere Familien, die in der Häuserzeile wohnten, sind von dem Unglück betroffen. Sie alle spüren jetzt eine sehr große Hilfsbereitschaft der Böhlener Bürger. Christian Haupt und seine Ehefrau kamen zunächst bei ihrer Tochter unter. Dennoch waren für sie die Tage über Weihnachten und Neujahr kaum Tage, die Grund zum Feiern boten. Die Brandursache ist noch nicht vollständig geklärt, wahrscheinlich wurde das Feuer durch den Defekt eines Haushaltgerätes im Nebenhaus ausgelöst.
* Reinhold Hoffmann (70) und Bärbel Ernst (71) aus Hoyerswerda
Sie fanden durch Zufall eine Briefmarke, die 2,5 Millionen Euro wert sein könnte. Sie befand sich in einer Tüte mit losen Briefmarken, die Bärbel Ernst auf einem Flohmarkt kaufte. Als ihr Lebensgefährte Reinhold Hoffmann den Inhalt der Tüte sichtete und die Marke mit der Abbildung Benjamin Franklins sah, schlug er sofort in Katalogen nach und konnte es kaum fassen: Von ihr sind bisher nur zwei Exemplare verzeichnet. Die Existenz eines dritten Exemplars gilt als wahrscheinlich. Experten äußern sich ebenfalls positiv. Gegenwärtig wird die Echtheit der One-Cent-Marke aus dem Jahr 1861 von der "Philatelic Foundation" in New York geprüft. Sollte sie sich zweifelsfrei bestätigen, werden Reinhold Hoffmann und Bärbel Ernst den Schatz in einem Auktionshaus verkaufen. Als Millionäre wollen sie in eine seniorengerechte Wohnung ziehen. Sollten sich hingegen alle Millionen-Träume zerschlagen, werden die beiden Rentner weiter so wie bisher zufrieden leben.
* Helga Manthey-Tautorus (45) und Ehemann Carsten (44) aus Marl
Sie empfinden es als außergewöhnliches Geschenk, mit Tochter Rebecca ein putzmunteres Kind zu haben: Nur, weil eine Ärztin gleich zweimal pfuschte, konnte das Mädchen überhaupt zur Welt kommen. Helga Manthey-Tautorus hatte sich in der 11. Schwangerschaftswoche wegen starker Blutungen in eine Klinik begeben müssen. Hier erklärte eine Ärztin das Kind für tot, denn sie konnte keine Herztöne feststellen. Noch am selben Tag sollte der Fötus per Ausschabung entfernt werden. Wenige Stunden nach der Diagnose wurde die Mutter in den OP-Saal gefahren. Doch bei den Nachuntersuchungen glaubte Helga Manthey-Tautorus kaum, was sie da erlebte: Die Ärztin starrte fassungslos auf den Ultraschall-Bildschirm, auf dem das schlagende Herz des Babys zu sehen war. Es hatte die Ausschabung überlebt! Tochter Rebecca ist inzwischen der Sonnenschein der Familie. Wegen der erlittenen psychischen Qualen kämpft die Mutter um ein Schmerzensgeld.
* Carmen Rohrbach (64) aus Schondorf
Sie setzte in der DDR ihr Leben aufs Spiel, um ihren Traum vom Entdecken ferner Länder und fremder Kulturen zu verwirklichen. Die Bemühungen der Diplombiologin um Forschungsaufträge in Kuba, in der Mongolei oder in Sibirien waren in der DDR wegen ihrer "Westverwandtschaft" ins Leere gelaufen. Deshalb entschloss sie sich 1974 gemeinsam mit einem Freund, in einem Schlauchboot über die Ostsee nach Dänemark zu paddeln. Doch sie mussten ihr Boot auf offener See versenken, um nicht von Suchscheinwerfern entdeckt zu werden, und bis zur Erschöpfung schwimmen. Ein Boot der NVA griff sie schließlich auf. Carmen Rohrbach kam ins berüchtigte Frauengefängnis Hoheneck und wurde 1976 von der BRD freigekauft. Sie promovierte am Max-Planck-Institut für Verhaltensforschung und erhielt u.a. den Auftrag, das Leben der Meerechsen auf einer Galapagosinsel zu dokumentieren.
* Hans Reinhard Wendt (64) und Sohn Thomas (28) aus Münster
Sie haben es gemeinsam geschafft, dass Thomas Wendt trotz seiner Behinderung durch das Down Syndrom ein selbstbestimmtes Leben führen kann. Von der Geburt ihres Sohnes an organisierten die Eltern ihr Leben so, dass sie ganz für ihn da sein konnten. Sie beschäftigten sich ständig mit ihm, lasen ihm z. B. sehr viel aus Büchern vor. Thomas schaffte es, im Alter von 25 Jahren sein Elternhaus zu verlassen und in eine eigene Wohnung zu ziehen – genauso, wie es die Familie gemeinsam gewollt hatte. Er arbeitet in den Tilbecker Werkstätten in Münster, die Menschen mit Behinderungen Beschäftigung bieten. Außerdem ist Thomas Wendt sportlich sehr erfolgreich: Bei den Special Olympics gewann er mehrfach Goldmedaillen im Tennis.
* Armin Schütz (57) aus Bad Mergentheim
Er erlebte eine Spontanheilung vom Krebs. Der Elektrotechniker war Anfang der 90er-Jahre an schwarzem Hautkrebs erkrankt. Die Krankheit schien zunächst beherrschbar zu sein. Doch bald streute das maligne Melanom im Körper unkontrollierbar und unaufhaltsam Metastasen. Seine Ärzte erklärten Armin Schütz, dass sie nichts mehr für ihn tun können. Er suchte deshalb Hilfe in einer Klinik, die alternative Heilmethoden praktiziert und sich dem Körper als Ganzes zuwendet. Er unterzog sich hier einer Fiebertherapie, aß Vollkornbrot, verzichtete auf Schweinefleisch und Zucker. Die Metastasen begannen sich zurückzubilden, bis die Diagnosegeräte keine einzige mehr in seinem Körper feststellen konnten. Für die Wissenschaft gibt es keine schlüssige Erklärung für diese "Spontanremmission", wie die wundersame Heilung genannt wird. Armin Schütz selbst ist überzeugt, dass nur der Körper sich selbst heilen kann.
* Johanna Quaas (87) aus Halle
Sie ist die älteste Wettkampfturnerin der Welt und mit diesem Rekord in der jüngsten Ausgabe des Guinness-Buches der Rekorde festgehalten. Bereits als Neunjährige absolvierte sie im Jahr 1934 ihren ersten Turnwettkampf. Beruflich war sie u. a. als Sportlehrerin und Trainerin tätig. Für Johanna Quaas ist es unvorstellbar, körperlich nicht aktiv zu sein. Die älteste Turnoma der Welt hat rund um den Erdball eine riesige Fan-Gemeinde. Sie wurde durch ein Internet-Video zum Medienstar. Es zeigt sie beim "Turnier der Meister" in Cottbus, wo sie durch ihre Professionalität am Barren Menschen aller Altersgruppen faszinierte. Millionenfach wurde das Video schon angeklickt.
* Andreas Franke (52) aus Zittau
Er wurde in den vergangenen Monaten mehr als 50 Mal Opfer von Benzindieben. Weil kaum einer der Diebe gestellt werden kann, griff der Tankwart zur Selbsthilfe: Als eine Frau für 72 Euro Super tankte und ohne zu bezahlen davonfuhr, stellte er ein Überwachungsvideo ins Internet. Dieser virtuelle Fahndungsaufruf verbreitete sich wie ein Lauffeuer. Durch die Mithilfe der Internetgemeinde konnte die Diebin gestellt werden. Doch sein Geld hat Andreas Franke bis heute nicht erhalten. Und statt ein Dankeschön von der Polizei zu erhalten, bekam der Tankwart Ärger mit der Staatsanwaltschaft: Er hätte die Bilder der Benzindiebin nicht ins Internet stellen dürfen, weil deren Persönlichkeitsrechte verletzt worden seien. Andreas Franke kann sich aber zumindest darüber freuen, dass sein Vorgehen offenbar abschreckende Wirkung hatte, denn die Zahl der Diebstähle an seiner Tankstelle ist gesunken.
* Beatrice Posch (40) aus Berlin
Sie fühlt sich belogen und betrogen, nachdem die Eröffnung des Großflughafens Berlin erneut abgesagt und verschoben worden ist. Sie betreibt in Berlin zwei Spielzeugläden und hatte am neuen Flughafen den Zuschlag für einen 60 Quadratmeter großen Laden erhalten. Nach der mehrfachen Verschiebung des Starttermines musste sie nicht nur Warenbestellungen stornieren und damit finanziellen Schaden hinnehmen. Beatrice Posch schmerzt es besonders, dass sie bereits fünf neue Verkäuferinnen ausgewählt hatte, die nun wieder auf der Straße stehen. So wie viele andere betroffene Händler stört es sie, dass die Flughafengesellschaft von den Gewerbetreibenden Verständnis und Entgegenkommen erwartet, aber umgekehrt kaum etwas geschieht. So hofft sie bisher vergeblich auf finanzielle Unterstützung.
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