Programm

Geschichte Mitteldeutschlands - Das Magazin

  • VT-Untertitel
  • Stereo
  • 16:9 Format
Datum Sendezeit Länge
Di., 22.01. 21:15 Uhr 29:30 min

Vor 70 Jahren endete die Schlacht von Stalingrad – der Wendepunkt in der Geschichte des II. Weltkriegs. Keine Schlacht des Zwanzigsten Jahrhunderts, die hierzulande so oft und so intensiv von Historikern, Schriftstellern, Filmregisseuren und Überlebenden ins öffentliche und private Bewusstsein gehievt worden ist.

Zahlreiche Legenden und Mythen um diese Schlacht leben bis heute in den Köpfen der Menschen und immer wieder tauchen neue Dokumente auf, welche die historische Sicht auf die damaligen Ereignisse verändern.

Wie sehen wir Stalingrad heute? Wie sahen es unsere Väter? Wie der Osten, wie der Westen? Welche Mythen wurden bewusst in den letzten Jahrzehnten in die Welt gesetzt? Und mit welchem Ziel?

Schon zu Weihnachten 1942, kurz vor dem bitteren Ende der 6. Armee im Kessel von Stalingrad, versuchte sich die NS-Propaganda daran, aus dem Desaster eine Heldensaga zu stricken. "Bis zum letzten Blutstropfen kämpfen, sich opfern für das Große, in Nibelungentreue zum Führer…."

Jahre später einigte man sich in der jungen DDR auf eine ganz andere Deutung, eine offizielle Interpretation, welche die Niederlage der Deutschen mit dem ruhmreichen Sieg der UdSSR und des sozialistischen Systems in Einklang zu bringen versuchte. Stalingrad mutierte in dieser Legende zu einer Art Katharsis, die Heimkehr aus der Gefangenschaft ins 'Neue Deutschland' als glückliches Ende. Die ursprüngliche Gegnerschaft der beiden Völker: ausgeblendet. Die Schuldfrage der Soldaten: verschwiegen.

In der Bundesrepublik war der Widerstand gegen eine vorurteilsfreie Geschichtsbetrachtung ebenfalls gewaltig. Erst die 68er Bewegung begann gegen die Lügen der Väter ins Feld zu ziehen. Es folgten Jahre der Analyse politischer und historischer Zusammenhänge. Ab Mitte der 80er Jahre dann rückte zunehmend die Perspektive der einfachen Soldaten in den Vordergrund. Die Geburtsstunde des Mythos von der 'sauberen Wehrmacht'. Erst die Wehrmachtsausstellung zwischen 1995 und 1999 thematisierte auch die Verbrechen der 6. Armee. Es folgte eine hochemotionale öffentliche Debatte.

Was erzählen Fernsehbeiträge und Filme, die in den zurückliegenden Jahrzehnten bei jedem Jubiläum der Schlacht entstanden sind? Wie und warum hat sich die Sicht auf das Thema Stalingrad gewandelt? Wie unterscheidet sich die Rezeption in Ost und West bis heute? Was ist der aktuelle Stand der Forschung?

'Geschichte Mitteldeutschlands - Das Magazin' geht in dieser Sondersendung gemeinsam mit Historikern diesen spannenden Fragen nach und spiegelt dabei gleichzeitig ein Stück deutsch-deutscher Geschichtsaufarbeitung.

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