| Datum | Sendezeit | Länge |
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| So., 27.01. | 09:20 Uhr | 29:30 min |
Film von Ulli Wendelmann
Carmen Zander ist zierlich, grazil und hat eine höchst ausgefallene Leidenschaft. Fünf bengalische Königstiger gehorchen der Frau aus Chemnitz aufs Wort. Ihre selbst aufgezogenen Raubkatzen präsentiert sie in großen Zirkusmanegen. Bis zum Mauerfall kannte die 39-Jährige Tiger nur aus Bilderbüchern und dem Zoo. Eine Karriere als Leistungssportlerin musste Carmen Zander aus gesundheitlichen Gründen aufgeben.
Auf der Berliner Akrobatenschule verliebte sich die temperamentvolle Frau in die Arbeit mit Raubtieren. Als sie aus einem westdeutschen Safaripark einen fünfköpfigen Tigerwurf bekommen konnte, war das ihre Chance. Heute sind ihre Tiger sechs Jahre alt und ihr Unternehmen "Tigers on Tour" in der Zirkuswelt einzigartig.
Für diesen Erfolg muss sie jeden Tag kämpfen. Mehr als die Launen ihrer Katzen, steigende Betriebskosten und Honorarverfall macht ihr eine aktuelle politische Kampagne zu schaffen. Tierschützer wollen ein bundesweites Verbot von wilden Tieren im Zirkus erreichen. Zu den Akteuren gehört Martina Braun-Mund aus Magdeburg. Gelassen und freundlich wirbt die 56-Jährige in Schulen oder vor dem Bundesrat für ein Verbot wilder Tiere in der Manege.
Zum Haushalt der selbstständigen Finanzberaterin gehören drei Hunde und ein dutzend Katzen. Ausgesetzte und gequälte Tiere, die sie in ihre Obhut genommen hat. Bis zur Wende hat Braun-Mund als Maschinenbauingenieurin gearbeitet, jetzt setzt sie sich mit Herzblut für die artgerechte Haltung von Tieren ein. Wilden Tieren im Zirkus will sie Transportstress, Bewegungsmangel und unnatürliche Dressurakte ersparen. Die "Nah dran"-Dokumentation stellt zwei Frauen vor, deren Leben von der Liebe zu Tieren bestimmt ist, aber auf völlige unterschiedliche Weise.
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