Der Osten - Entdecke wo du lebst : Mitteldeutsche Wahrzeichen
Wie der Brocken zur Festung wurde
- VT-Untertitel
- Stereo
- 16:9 Format
| Datum | Sendezeit | Länge |
|---|---|---|
| Di., 05.02. | 20:45 Uhr | 29:42 min |
Ein Film von Beate Gerber
Mystisch, romantisch und majestätisch - seit Jahrhunderten übt der Brocken auf Dichter, Maler und Wanderer eine Anziehungskraft aus wie kaum ein anderer deutscher Berg. Doch der höchste Gipfel im Harz ist auch ein Synonym für ein dunkles Kapitel der Weltgeschichte, den Kalten Krieg. Als die DDR 1961 beginnt, sich rigoros vom Westen abzuschotten, wird auch der Brocken von einem Tag auf den anderen zum Sperrgebiet. Das einst so beliebte Wanderziel ist auf einmal tabu.
Von nun an schauen Menschen aus Ost und West sehnsüchtig aus der Ferne hinauf zum verbotenen Berg, ohne genau zu wissen, was auf dem Brockenplateau vor sich geht. Auf dem Brocken entwickelt sich innerhalb von drei Jahrzehnten ein Hochsicherheitstrakt. Zugang zum Gipfel haben nur wenige. Auf 1.142 Metern arbeiten Abhörspezialisten der Staatssicherheit, sowjetische Geheimdienstler und Grenzsoldaten fieberhaft daran, die DDR abzuriegeln und den Westen auszuhorchen. Für die wenigen Zivilisten auf dem Berg, die in der Wetterwarte und als Rundfunktechniker im Einsatz sind, gehören Kontrollen und die Arbeit hinter Betonmauern und Stacheldraht zum Alltag.
Lothar Freystein fährt 1961 die letzten Urlauber mit der Brockenbahn zum Gipfel. Als der Berg zum Sperrgebiet wird, ändert sich seine Fracht. Von nun an bringt er Stacheldraht und Beton auf den Brocken - Baumaterialien mit denen der Gipfel für immer abgeriegelt werden soll. Dietmar Schultke, als Wehrpflichtiger am Brocken eingesetzt, hat in dieser Zeit nicht nur das raue Klima des Berges sondern auch die Härte des DDR Grenzregimes kennengelernt. 50 Jahre nachdem der Brocken zum Sperrgebiet wurde, begeben sich Dietmar Schultke und Lothar Freystein noch einmal auf den Gipfel - es ist eine Reise in die eigene Vergangenheit, die eng verknüpft ist mit dem Schicksal des Berges.
Axel Bulthaupt erzählt die dramatische Geschichte um das mitteldeutsche Wahrzeichen und wie der Brocken zum Gipfel des Kalten Krieges und zum Sehnsuchtsberg der Deutschen wurde.
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