| Datum | Sendezeit | Länge |
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| Fr., 15.02. | 00:25 Uhr | 97:34 min |
Rom, Anfang der 1970er-Jahre. Die Studentenrevolte ist in Italien noch immer in vollem Gange. Bei einer gemeinsamen Demonstration von Arbeitern und Hochschülern eskaliert die Situation, es kommt zu gewaltsamen Auseinandersetzungen mit der Polizei. Dabei wird ein Polizist getötet und ein Student von einem Polizisten erschossen.
Richter Aldo Sola (Martin Balsam), ein erfahrener und staatstreuer Jurist, soll gemeinsam mit zwei Kommissaren die Ermittlungen in den beiden Todesfällen übernehmen. Er tendiert dazu, der polizeilichen Version der Geschehnisse zu glauben. Demnach wurde der Student von einem anderen Demonstranten getötet, wogegen der Polizistenmörder bereits identifiziert zu sein scheint: Massimo Trotti (Luigi Diberti), Architekturstudent und Mitglied einer linksradikalen Gruppierung. Alle Indizien scheinen gegen ihn zu sprechen.
Mit der Zeit aber häufen sich Solas Zweifel an der Schuld des jungen Mannes. Zu Recht, denn tatsächlich hat nicht Trotti den Beamten auf dem Gewissen, sondern einer seiner Freunde und politischen Mitstreiter: Fabio Sola (Massimo Ranieri) - Ermittlungsrichter Solas eigener Sohn. Auf Drängen seiner Genossen gesteht er seinem Vater die Wahrheit. Damit gerät der Staatsdiener in eine moralische Zwickmühle. Er muss sich der Frage stellen, was ihm mehr bedeutet: Seine Pflichten als Richter, der für Gerechtigkeit einzutreten hat, oder seine Verantwortung als Vater, der seine Familie schützen muss.
Der vielfach preisgekrönte Regisseur Mauro Bolognini hat sich in Filmen wie "Das Haus in der Via Roma" oder "Bel Antonio" immer wieder als genauer Beobachter politischer und gesellschaftlicher Missstände erwiesen. Zugleich war er ein versierter Unterhaltungsregisseur, der es verstand, seinen sozialkritischen, in der Tradition des Neorealismus stehenden Filmen eine packende Form zu geben. So auch bei "Mordanklage gegen einen Studenten", der im Gewand eines Justiz- und Familiendramas ein atmosphärisches Bild des politischen Italien der frühen 1970er-Jahre zeichnet. In der Hauptrolle beeindruckt der amerikanische Charakterdarsteller Martin Balsam ("Psycho", "Die Unbestechlichen"), der damals häufig auch in italienischen Produktionen mitwirkte.
Musik: Ennio Morricone
Kamera: Giuseppe Ruzzolini
Buch: Ugo Liberatore und Ugo Pirro
Regie: Mauro Bolognini
Fabio Sola - Massimo Ranieri
Richter Aldo Sola - Martin Balsam
Luisa Sola - Valentina Cortese
Kommissar Malacarne - Turi Ferro
Kommissar Cottone - Giuseppe Colizzi
Massimo Trotti - Luigi Diberti
Der Staatsanwalt - Salvo Randone
Carla Stale - Petra Pauly
und andere
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MDR FERNSEHEN
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