So 10.11. 2013 22:20Uhr 45:00 min

Szene aus "Make Love"
Szene aus "Make Love" Bildrechte: Juliane Werner
MDR FERNSEHEN So, 10.11.2013 22:20 23:05

Make Love (2/5)

Make Love (2/5)

Liebe machen kann man lernen

Wie sag ich's meinem Kind?

Fünfteilige Dokuserie von MDR und SWR mit der Sexual- und Paartherapeutin Ann-Marlene Henning, Autorin des Bestsellers "Make Love – Ein Aufklärungsbuch".

Welche Vorstellungen von Liebe und Sexualität machen sich Kinder in Zeiten von Internetpornografie und der medialen "Sex-Sells-Strategie"? Welche Sorgen und Fragen plagen Eltern, wenn die "gerade noch so Kleinen" auf einmal mitten in der Pubertät stecken?

In der zweiten Folge von "Make Love" spricht Sexologin und Neuro-Psychologin Ann-Marlene Henning mit Eltern und Teenagern über Themen wie beispielsweise körperliche Veränderungen, Rollenbilder, das Erste Mal, Sex und Liebe. "Mit unseren Kindern über Sex zu reden bedeutet nicht, sie dazu zu animieren. Ganz im Gegenteil, umso besser die Aufklärung, umso später das Erste Mal", sagt Ann-Marlene Henning. Ann-Marlene Henning besucht die Siebtklässler einer Leipziger Schule. Die Schüler haben in einer selbstgebastelten Box ihre anonymen Fragen rund um das Thema Sex und Aufklärung an die Psychologin gesammelt. Mit dem Wunsch, dass "Aufklärung mehr und besser wird" startet Ann-Marlene Henning gemeinsam mit der Klassenlehrerin, Schülern und Eltern ein spannendes Projekt. Dabei zeigt sich auch, wie es um die sexuelle Aufgeklärtheit der Eltern selbst bestellt ist und wie sie mit ihrer eigenen Sexualität umgehen.

Dabei geht die Sexologin unkonventionelle Wege, so überrascht sie die Schüler mit einer Penis-Vulva-Galerie und die Eltern mit dem Auftrag, eine Klitoris zu zeichnen. "Während Jungs ihren Penis jeden Tag sehen und anfassen nehmen Mädchen ihr Geschlechtsteil kaum wahr. Aber gerade die müssen unbedingt ihren Körper besser kennenlernen", meint Ann-Marlene Henning. Immer wieder genannte Themen für die Kinder sind Vergleiche mit den anderen und die Fragen: "Bin ich normal?" oder "Muss ich alles mitmachen?"

Mit den Schülern erarbeitet Ann-Marlene Henning, eigene Grenzen zu spüren und zeigt den Eltern Möglichkeiten, wie sie ihre Kinder darin bestärken können. Aber auch der einfache Zugang zu Pornografie über Laptops oder Smartphones ist ein wichtiger Punkt in der Aufklärungsarbeit der Psychologin Ann-Marlene Henning. Meistens suchen die Kinder gar nicht gezielt nach Pornografie, sondern gelangen zufällig durch Vertippen einer Internetadresse oder durch Spam-Mails auf diese Seiten. Was für Gefahren im Internet lauern und wie man damit umgehen kann, beantwortet Ann-Marlene Henning den Eltern herrlich unverkrampft. Die Sexologin Ann-Marlene Henning findet eine natürliche Sprache für den Dialog über Sexualität zwischen Eltern und ihren Kindern und baut so Unsicherheiten auf beiden Seiten ab.