Mo 27.01. 2014 22:50Uhr 29:30 min

MDR FERNSEHEN Mo, 27.01.2014 22:50 23:20
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Film von Ilona Rothin

Wenn der Chemnitzer Handwerksmeister Michael Sawitzki Urlaub nimmt und den Flieger nach Israel besteigt, dann macht er alles andere als Urlaub. Stattdessen renoviert er Wohnungen von Holocaustüberlebenden, ohne dafür einen Pfennig zu nehmen. Für die 84-jährige Yudit Herschkovitz aus Haifa ist das kaum zu glauben. Sie überlebte den Todesmarsch von Auschwitz. "Ich wollte nie wieder Deutsch sprechen, geschweige denn Deutsche in mein Haus lassen. Und jetzt malern sie meine Wohnung!"

Michael Sawitzki sieht darin eine Geste der Versöhnung und des Trostes. "Es kann nicht sein, dass von 200.000 Holocaustüberlebenden in Israel ein Drittel unterhalb der Armutsgrenze leben", so der gelernte Baufacharbeiter.
Auch Tirza Ilan lässt sich von den Sachsen helfen. "Viele von uns leben in vernachlässigten Wohnungen. Der vorherige Winter war schrecklich, Gas- und Wasserleitungen sind kaputt und die meisten haben kein Geld, das reparieren zu lassen."

Der Einsatz in Israel ist auch für gestandene Handwerker Abenteuer und Herausforderung zugleich. "In der Touristenmetropole Jerusalem Auto zu fahren, ist fast lebensgefährlich." Werkzeugmacher Volker Zink aus Dresden hätte nie gedacht, dass er hier mal auf Dächer steigt. Unfreiwillig komisch gestaltet sich die Suche nach Dachpappe. Ein Wort, das Volker Zink extra auf Hebräisch auswendig gelernt hat, doch versteht es hier leider trotzdem niemand!

Die Reportage begleitet 15 sächsische Handwerker in Israel und zeigt, wie sie zu Bedürftigen in den Norden an die libanesische und syrische Grenze reisen, vorbei an Minenfeldern und Panzern vergangener Kriege. Die Kamera ist auch dabei, wenn sie durch die militärischen Sperranlagen in palästinensisches Gebiet fahren. Dort helfen die Männer um Michael Sawitzki arabischen Kindern in einer Behinderten-Werkstatt in Bethlehem. Für die Sachsen ein Beitrag, mit mehr Augenmaß und Frieden im Herzen aufeinander zuzugehen.