Do 06.03. 2014 22:35Uhr 29:30 min

In innovativen Pflegeheimen und Wohngemeinschaften können Demenzkranke ein menschenwürdiges, zufriedeneres Leben führen. Doch sie sind bisher nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Dabei ist diese Art, Demenzpatienten zu behandeln, keineswegs teurer.
In innovativen Pflegeheimen und Wohngemeinschaften können Demenzkranke ein menschenwürdiges, zufriedeneres Leben führen. Doch sie sind bisher nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Dabei ist diese Art, Demenzpatienten zu behandeln, keineswegs teurer. Bildrechte: MDR/BR
MDR FERNSEHEN Do, 06.03.2014 22:35 23:03
Ein Film von Silvia Matthies

Eines Tages war Walter Mette mit der Pflege seiner an Parkinson-Demenz erkrankten Frau überfordert. Inge Mette war damals noch ansprechbar, gemeinsam wählten sie ein Heim aus, das ihnen gefiel. Doch dann verschlechterte sich der Zustand von Inge Mette dramatisch. Walter Mette fand fassungslos heraus, dass seine Frau im Heim ruhigstellende Medikamente bekam, die bei Parkinson-Demenz kontraindiziert sind, die Symptome verstärken und Schlaganfälle auslösen können.

Über 50 Prozent der dementen Menschen in Pflegeheimen werden mit einem Cocktail aus Neuroleptika und anderen Psychopharmaka behandelt, obwohl diese gerade bei alten Menschen schwerwiegende Nebenwirkungen haben. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO), die europäische und auch die deutsche Arzneimittelbehörde warnen vor dem unbedachten Einsatz dieser Mittel. Vergeblich.

Dabei gibt es durchaus hoffnungsvolle Initiativen. In innovativen Pflegeheimen und Wohngemeinschaften können Demenzkranke ein menschenwürdiges, zufriedeneres Leben führen. Diese Art, Demenzpatienten zu behandeln, ist keineswegs teurer. Doch die wenigen Einrichtungen sind bisher nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

Demenz: Ein drängendes Thema in einer Gesellschaft, in der immer mehr alte Menschen leben.