Fr 13.02. 2015 23:25Uhr 29:30 min

Günther Kannegießer mit Geschwistern und Mutter.
Günther Kannegießer mit Geschwistern und Mutter. Bildrechte: MDR/privat
MDR FERNSEHEN Fr, 13.02.2015 23:25 23:55

Geschichte Mitteldeutschlands spezial: Dresden - Als die Bomben fielen Gebrannt fürs Leben

Gebrannt fürs Leben

Kinderschicksale in der Dresdner Bombennacht

Film von Heike Römer-Menschel und Andreas Menschel.

Es ist Faschingsdienstag 1945. Günther Kannegießer ist 15 und wie viele Jungen in seinem Alter Melder. Jede zweite Nacht schläft er auf der Polizeiwache. Darum ist er auch am 13. Februar, als Dresden in Schutt und Asche gelegt wird, nicht bei seiner Familie. Günther Kannegießer verliert seine zwei kleinen Geschwister und die Mutter. Später macht er sich Vorwürfe, fragt sich immer wieder, ob er seine Familie hätte retten können, wenn er nur da gewesen wäre.

Auch Brigitte Arich trägt jahrzehntelang an dem, was am 13. Februar passierte. Die Achtjährige liegt in dieser Nacht mit Scharlach und Windpocken im Krankenhaus. Ihre Schwester und ihre Mutter wollen nach dem ersten Angriff auf die Stadt zu ihr und kommen beim zweiten Bombardement um. 40 Jahre danach wird Brigitte Arich wegen Depressionen stationär therapiert und kann dieses Trauma endlich aufarbeiten.

Und auch das Leben von Petra Roschinski wurde durch den Angriff für immer verändert. Sie war damals erst einen Tag alt, verlor ihre Mutter, die im Klinikkeller wie 45 andere Wöchnerinnen starb. Petra Roschinski bekam eine Stiefmutter, mit der sie sich nie verstand. Wenn es ganz schlimm wurde, stellte sie sich ihre tote Mutter als einen Engel vor, der auf sie aufpasse.

Die "Sachsenspiegel Reportage" fragt, was der Bombenangriff in den Köpfen der überlebenden Kinder angerichtet hat, wie ihr Leben danach verlief. Ein Thema, das bisher kaum behandelt wurde. Erst jetzt erscheinen wissenschaftliche Untersuchungen zu den psychologischen Spätfolgen bei Kriegskindern.