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Nah dran

Das Magazin für Lebensfragen

  • Stereo
  • 16:9 Format
Datum Sendezeit Länge
Do., 27.10. 22:35 Uhr 29:30 min

* Frieren für eine bessere Welt -
Eine Nacht in der Zeltstadt im Frankfurter Bankenviertel

Seit zwei Wochen stehen über dreißig, bunte Zelte auf der Wiese vor der Europäischen Zentralbank. Nach dem Vorbild der New Yorker Aktivisten haben Demonstranten aus ganz Deutschland dort ihr Lager aufgeschlagen. Sie wollen mehr direkte Demokratie und eine gerechtere Weltwirtschaft. Das Ordnungsamt duldet zunächst bis Ende Oktober die wilden Camper und viele Frankfurter unterstützen sie enthusiastisch mit Kaffee, Brötchen und Kuchen. Verhungern müssen die siebzig Demonstranten nicht, aber nachts ist es klirrend kalt. Wer mutet sich dieses Abenteuer zu? Mit welchen Hoffnungen, nach welchen Regeln? Und was sagen Banker und Anwohner zu diesem Protest.

* Raus aus dem Euro - rein in den Zschopautaler
Mittweida beweist: Vieles funktioniert auch ohne Geld

Beginnt der Weg aus der Eurokrise vielleicht in Mittweida? 2007 hoben Geschäftsleute, Pfarrer, Sozialarbeiter eine eigene Währung aus der Taufe: den Zschopautaler. Zunächst belächelt erwies sich der Taler als Wirtschaftsmotor. Mit dem Zschopautaler kann man nicht an der Börse spekulieren, aber man kann damit beim örtlichen Supermarkt und in der Apotheke bezahlen, beim Käsehändler und 120 regionalen Firmen. Abgesehen davon, dass von jedem Zschopautaler fünf Prozent für eine Initiative vor Ort gestiftet werden, hat die Zweitwährung den Gemeinsinn bestärkt. Und nicht zuletzt bleibt das Geld im Lande.

* Herzlich willkommen Baby!
Damit der Start ins Leben gelingt

Die kleine Julia ist acht Wochen alt und der ganze Stolz ihrer Mutter Anja Kricheldorf. Eine Leipziger PR-Agentin entschied sich mit 38 Jahren für ein Kind und auch dafür, es ohne den Vater großzuziehen. Keine einfache Situation, denn erst erkrankte ihre beste Freundin an Krebs, dann schritt die Demenz ihrer Mutter so stark fort, dass der werdenden Mutter klar wurde, sie wird mit der Betreuung des neugeborenen Kindes ganz auf sich gestellt sein. Als sie von "Wellcome" hörte, war sie skeptisch. Ehrenamtliche Helfer, die zwei Stunden in der Woche den Säugling betreuen? An wen richtet sich das Angebot? Und wer kommt da ins Haus? Anja Kricheldorf nahm die Hilfe dennoch an. Für fünf Euro die Stunde hat sie nicht nur eine zuverlässige, erfahrene Babysitterin gefunden, sondern eine Freundin mit Lebenserfahrung. Wenn ihre Julia einmal größer ist - das hat sie sich vorgenommen - wird sie selbst andere Mütter auf diese Weise ehrenamtlich unterstützen.

* Nicht mehr kleine Brötchen backen
Die Hoffnungen des afrikanischen Goldschmieds

Für Tshiona Kundenga beginnt der Tag um drei Uhr am Morgen. Der 39jährige fährt seit drei Jahren für eine Leipziger Bäckerei die Brötchen aus. Per LKW. Er ist froh und dankbar für diese Arbeit, mag die Kollegen und kann auf diese Weise seine Familie versorgen. Tshiona flüchtete 1995 aus dem Bürgerkrieg in seinem Heimatland Kongo (Kinshasa). Deutschland gewährte ihm politisches Asyl, und er nutzte seine unbefristete Aufenthaltsgenehmigung, um Deutsch zu lernen, mehrere Führerscheine zu machen und zu arbeiten - erst als "Geflügelanhänger", jetzt als "Brötchenfahrer". Sein Traum wäre es aber, in seinem erlernten Beruf als Goldschmied zu arbeiten. Bislang wurden seine Zeugnisse in Deutschland nicht anerkannt. In Zukunft wird sich das ändern. Ausbildungen, Hochschulzeugnisse, Diplome aus dem Ausland sollen schneller geprüft und unkomplizierter anerkannt werden. Damit Talente, Fähigkeiten und Kenntnisse von Einwanderern hier Früchte tragen können.

* Wie war die Predigt?
Das "Hirtenbarometer" bewertet Pfarrer.

Der Erfinder ist jung, katholisch und IT-Spezialist. Für Fabian Ringwald war es naheliegend, dass nicht nur Gastronomen, Zahnärzte oder Professoren im Internet beurteilt werden, sondern auch Pfarrer und Pfarrerinnen. Auf seinem Internetportal können Gemeindemitglieder nun "Schäfchen" verteilen. Der Zuspruch wächst, 15 000 angemeldete Gottesdienst-Tester haben sich in den letzten Monaten beteiligt. Die Kirchen selbst sind skeptisch und befürchten, dass aus dem Hirtenbarometer eine anonyme Meckerecke werden könnte.

* Nicht nur Zwiebeln und Braunkohle: Jetzt wirbt auch Borna mit Luther

Die Stadt zwischen Leipzig und Chemnitz gibt sich eher bescheiden, aber zum Reformationsfest 2011, mitten in der Lutherdekade, macht sie es publik: Luther war auch Gast und Prediger in Borna. Zur Erinnerung wurde ein Denkmal geschaffen. Und da Vater Luther im Bergbau war und die Region vom Bergbau geprägt ist, nimmt das Denkmal auch dieses Kapitel der Geschichte auf.

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