Do 23.03. 2017 22:35Uhr 29:30 min

Menschen gehen ins Arbeitsamt.
Menschen gehen ins Arbeitsamt. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
MDR FERNSEHEN Do, 23.03.2017 22:35 23:03

Die Aufstocker

Die Aufstocker

Trotz Arbeit Hartz IV

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Film von Lars Ohlinger

Für Juliane beginnt der Tag früh am Morgen. Nachdem die alleinerziehende Mutter ihre zwei Kinder zur Schule gebracht hat, arbeitet sie als Altenpflegerin. Dennoch muss sie sich immer wieder bei der Arbeitsagentur melden, um sich ihren Lohn mit Hartz IV aufstocken zu lassen. Trotzdem bleibt für die Kinder nicht viel übrig. Die Großeltern helfen finanziell sehr. So wie Juliane geht es vielen: Etwa eine Million Menschen sind in Deutschland davon betroffen. Ob jemand Hartz IV-Aufstocker ist, ist jedoch nicht unbedingt eine Frage der Qualifikation. Oft trifft es sogar gut Ausgebildete. Für die Aufstocker ist es nicht leicht, dass sie zum Job-Center gehen müssen, um das zu geringe Einkommen durch ergänzende Hilfe vom Staat aufzubessern. Die Einführung des Mindestlohns von 8,50 Euro pro Stunde hat vielen einen stattlichen Sprung nach oben gebracht. Doch die Zahl der Aufstocker sank trotzdem nur um gerade mal 50.000.

Auch Carina hat nur wenig von der Anhebung profitiert und kommt finanziell kaum über die Runden. Die 51-Jährige arbeitet als Roadie auf Festivals und zusätzlich als Putzfrau. Ein Auto kann sie sich nicht leisten und die letzte Woche im Monat ist besonders hart für sie. Oft hat sie kaum mehr etwas zu essen im Kühlschrank. Beim Jobcenter muss sie jeden Cent und jede noch so kleine Ausgabe genau erklären.

Viele Aufstocker schämen sich für diese Situation. Das Beratungsmobil des Berliner Arbeitslosenzentrums bemüht sich um Kontakt mit den Betroffenen. Regelmäßig fahren die Berater zu den Schlangen vor den Jobcentern.

Auch im Kreis Lauenburg gibt es ein freiwilliges Beratungsprojekt, das dabei hilft, Wege aus der "Aufstocker-Falle" zu finden. Diese sind nicht leicht, denn dazu gehört auch Mut und Selbstvertrauen bei den Betroffenen. Der Film zeigt, was es heißt, trotz harter Arbeit an der Armutsgrenze zu leben und welche Chancen und Schwierigkeiten es gibt, dort wegzukommen.