Di 25.04. 2017 20:15Uhr 29:45 min

Umschau extra

Die Intershop-Story

Komplette Sendung

Moderatorin
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MDR FERNSEHEN Di, 25.04.2017 20:15 20:45

Beiträge aus der Sendung

Intershop
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Basar
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Fabrik
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Transit
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Sie waren kleine Inseln der westlichen Konsumgesellschaft im ostdeutschen Sozialismus: Die Intershops. Dort konnten DDR-Bürger alles kaufen, worauf die Werbung im Westfernsehn Lust machte - wenn man Westgeld hatte. Das "Umschau extra" lässt die Erinnerungen an die Westläden im Sozialismus aufleben.

Läden, die Westwaren im Sortiment hatten, wurden nach dem Mauerbau geschaffen. Ziel war es eigentlich, die Devisen der West-Besucher abzuschöpfen. Diese Schaufenster weckten aber auch Begehrlichkeiten bei den DDR-Bürgern. Erst Mitte der 1970-er Jahre durften sie im Intershop einkaufen. Zuerst mit D-Mark, ab Ende der 1970-er nur noch mit den sogenannten "Forum"-Schecks. Der Name des Zahlungsmittels verrät, wer hinter dem Intershop steckte. Die "Forum-Außenhandelsgesellschaft mbH". gehörte zur "Kommerzielle Koordinierung" von Honeckers obersten Devisenbeschaffer Schalck-Golodkowski.

Während sich Ostdeutsche im Intershop den kleinen Traum vom Westen erfüllten, war er für Westdeutsche ein Schnäppchenparadies. Zigaretten, Spirituosen, Kaffee, Parfum und vieles mehr – alles war zollfrei, d.h. ohne Steuern und so sehr viel günstiger als in der Bundesrepublik oder Westberlin. So florierte das Geschäft vor allem an den Transitstrecken. Das zeigen einzigartige Fotos eines westdeutschen Journalisten.

Kurios ist, dass es im Intershop nicht nur Westwaren für Westgeld gab, sondern auch Ostwaren. So hatte die AMIGA für die Intershops Schallplatten mit Lizenzen westdeutscher Labels gepresst. In Halle an der Saale wurde "first class"-Kaffee produziert, der für D-Mark verkauft wurde.