Mo 09.10. 2017 22:20Uhr 58:30 min

Fakt ist! Aus Erfurt

Außer Thesen nichts gewesen - Mitteldeutschland im Reformationsjahr 2017

Komplette Sendung

FAKT ist...!-Studio
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
MDR FERNSEHEN Mo, 09.10.2017 22:20 23:20
"Das Reformationsjubiläum 2017 hat die Krise der Kirche verdeutlicht", kritisiert der Leipziger Pfarrer im Ruhestand Christian Wolff. Die Kirche habe es nicht geschafft, die positiven Auswirkungen der Reformation und damit ihre Relevanz bis in die heutige Zeit herauszustellen. Viel weitreichender ist die Kritik von Maximilian Steinhaus von der Giordano Bruno Stiftung, den es richtig aufregt, dass sehr hohe staatliche Fördersummen in die Lutherdekade geflossen sind. Für ihn ist Luther der größte Antisemit seiner Zeit gewesen. Seine Stiftung fordert die Rückgabe zumindest eines Teils der staatlichen Gelder.

Solche Ansichten erbosen Irmgard Schwaetzer, Präses der Synode der Evangelischen Kirche Deutschlands: "Die Zahlendiskussion ist bescheuert. Das machen alle, die nicht über Inhalte reden wollen." Für sie waren die Jubiläumsfeiern friedlich und weltoffen und haben den Kirchen Rückenwind gegeben. Der Journalist Benjamin Lassiwe kann dem Jubiläum aus anderem Grund auch durchaus Positives abgewinnen. Er der Meinung: "Die Co-Finanzierung Reformationsjubiläum durch den Staat ist gerechtfertigt. Von diesem welthistorischen Ereignis hat der Staat mehr profitiert als die Kirchen."

Wie lässt sich der Erfolg eines solchen Jubiläums messen? Wer profitiert langfristig? Welche Inhalte werden nachwirken? Waren die Themen im "kirchenfernen" Mitteldeutschland richtig gesetzt? Ist die Mit-Finanzierung solcher Jubiläen durch Steuermittel gerechtfertigt?