Mo 09.10. 2017 15:00Uhr (VPS 15:00) 59:30 min

Margot Honecker
Margot Honecker Bildrechte: dpa
MDR FERNSEHEN Mo, 09.10.2017 15:00 16:00

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Machtfrau Margot Honecker

Margot Honecker galt als politische Hardlinerin, die bei ideologischen Vergehen keine Milde walten ließ. Ihr Werdegang vom mittellosen Arbeiterkind zur ehrgeizigen FDJ-Funktionärin bis hin zur mächtigen Ministerin für Volksbildung ist eindrucksvoll und eng mit der politischen Entwicklung der DDR verbunden. Dabei begann ihre Karriere aus Sicht der Partei mit einem Fehltritt - der Affäre mit dem damals noch verheirateten, 15 Jahre älteren Erich Honecker.

"LexiTV" erzählt die Geschichte des Aufstiegs der jungen Margot Feist, die weit mehr war, als nur die Frau "an der Seite" des DDR-Staatsratsvorsitzenden.

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Geschichte

Margot Honecker: Ein Leben in Bildern

Margot Honecker
Die am 17. April 1927 in Halle an der Saale geborene Margot Feist stammt aus einem kommunistisch geprägten Elternhaus. Die gelernte Kauffrau und Stenotypistin trat mit 19 Jahren zunächst in die KPD ein.

Dieses Thema im Programm:
Geschichte Mitteldeutschlands | 06.08.2017 | 20:15 Uhr
Bildrechte: dpa
Der ehemalige DDR-Staats- und Parteichef Erich Honecker mit seiner Frau Margot auf dem Flughafen von Santiago de Chile
Margot und Erich Honecker waren ein Vierteljahrhundert lang das einflussreichste Ehepaar der DDR: Erich Honecker stand 18 Jahre als Generalsekretär an der Spitze der SED. 1976 übernahm er das Amt des Vorsitzenden des Staatsrates und hatte damit die beiden höchsten Ämter in Partei und Staat inne. Seine Frau leitete 26 Jahre lang - von 1963 bis 1989 - das Volksbildungsministerium. Bildrechte: dpa
Die Ministerin für Volksbildung der DDR, Margot Honecker, wird an der Ostrowski-Oberschule Karl-Marx-Stadt (heute Chemnitz) empfangen, aufgenommen im September 1986.
Das Bildungssystem in der DDR, für das Margot Honecker die Verantwortung trug, galt einerseits als streng dogmatisch, andererseits in Naturwissenschaft und Technik als sehr faktenorientiert und damit als sehr fortschrittlich. Als Ministerin war Honecker für über 500.000 Lehrer, Kita- und Heimerzieher sowie Horterzieher zuständig. Bildrechte: dpa
Margot Honecker
Kommunistischen Ideen blieb Margot Honecker bis an ihr Lebensande treu. 2011 gab sie in Santiago de Chile nach jahrelangem Schweigen dem NDR ein Interview. Reue zeigte sie dabei keine. Über die Mauertoten sagte sie, die "brauchten ja nicht über die Mauer zu klettern, um diese Dummheit mit dem Leben zu bezahlen". Zudem nannte sie es "eine Tragik", dass es die DDR nicht mehr gebe. Am 6. Mai 2016 starb Margot Honecker in Chile. Bildrechte: Esteban Felix/AP/dapd
Margot Honecker
Die am 17. April 1927 in Halle an der Saale geborene Margot Feist stammt aus einem kommunistisch geprägten Elternhaus. Die gelernte Kauffrau und Stenotypistin trat mit 19 Jahren zunächst in die KPD ein.

Dieses Thema im Programm:
Geschichte Mitteldeutschlands | 06.08.2017 | 20:15 Uhr
Bildrechte: dpa
Manfred Ewald, Erich Honecker, Margot Honecker und Rudolf Hellmann unter den Hunderten von Besuchern einer Messehalle, 1977
Schon als junge Frau strebte Feist eine politische Karriere an. Mit 22 Jahren schaffte sie als jüngste Abgeordnete den Sprung in die Volkskammer. Im selben Jahr - 1949 - lernte sie Erich Honecker auf einer Moskau-Reise kennen, der zu diesem Zeitpunkt Kandidat des Politbüros des ZK der SED war. Die Liebesaffäre zwischen dem bereits verheirateten Honecker und der 15 Jahre jüngeren Feist war dem Politbüro ein Dorn im Auge: Beide verstießen mit ihrer Affäre gegen die Moralvorstellungen der Partei. Bildrechte: dpa
Das Politbüro der DDR bei einer Veranstaltung auf der Leipziger Festwiese ( unter anderem mit Margot Honecker, Willy Stoph, Erich Honecker)
Doch Erich Honecker ließ sich nicht von seiner Liebe abbringen - auch nicht, wenn ihm die Partei das sagte. Er ließ sich scheiden, um 1955 erneut zu heiraten - die von ihm hochschwangere Margot. In ihren Biografien gaben beide allerdings später als Hochzeitsdatum das Jahr 1953 an. Margot Honecker war die lange Zeit der wilden Ehe nach Berichten von Augenzeugen äußerst peinlich. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Staatsratsvorsitzender Erich Honecker (DDR/SED) und Ehefrau Margot Honecker (DDR/Ministerin fuer Volksbildung) als Zuschauer bei einer Parade in Ost-Berlin, undatierte Aufnahme ca. 1980.
Wegen ihrer lilagefärbten Haare nannte man Margot Honecker in der DDR auch die "Blaue Eminenz". 1978 führte sie in den Klassen neun und zehn den Wehrunterricht als verpflichtendes Unterrichtsfach ein. Katholische und evangelische Kirche kritisierten den Schritt, doch ohne Erfolg. Zurückgenommen wurde Honeckers Beschluss nicht. Nach der Wende warf man der hochrangigen DDR-Funktionärin vor, für Zwangsadoptionen verantwortlich gewesen zu sein: So war einigen DDR-Bürgern, die die SED-Staatsführung für politisch ungehorsam hielt, das Sorgerecht für ihre Kinder entzogen worden. Bildrechte: IMAGO
Margot und Erich Honecker in Begleitung zweier Männer
Mit der politischen Wende Herbst 1989 waren die Honeckers auf der Flucht, vor der Justiz und vor aufgebrachten Bürgern. Aus der Prominentensiedlung in Wandlitz nahe Berlin, wo sie seit 1958 lebten, hatte man sie vertrieben. Vorübergehend fand das obdachlose Ehepaar eine Bleibe bei einem Pfarrer nahe Bernau. Später zogen sie ins sowjetische Militärhospital im brandenburgischen Beelitz, das auf dem Foto zu sehen ist. Bildrechte: Christina Kurby
Erich Honecker und Margot Honecker
1991 flüchteten die Honeckers vor einer Strafverfolgung in die chilenische Botschaft in Moskau (siehe Foto), knapp ein Jahr später wurden sie an Deutschland ausgeliefert. Die Ermittlungen gegen Margot Honecker wurden schließlich eingestellt. Vor Gericht musste sich die einst mächtige Frau damit nicht verantworten - anders als ihr Mann, der für kurze Zeit Häftling in Berlin-Moabit war. Bildrechte: Tanya Makeyava/AP/dapd
Erich Honecker auf dem FDJ-Festival im Jahr 1989.
Weil Honecker 1992 bereits krebskrank war, wurde das Verfahren vor dem Berliner Verfassungsgericht gegen ihn schließlich eingestellt. Man genehmigte ihm die Ausreise nach Chile, wohin Margot Honecker ein Jahr zuvor ins Exil gegangen war. Beide hatten dort ihre Tochter Sonja. Bildrechte: dpa
Blick auf die Witwe Margot Honecker (l) am Sarg ihres Mannes, auf dem unter einem Bouquet aus roten Nelken eine DDR-Flagge liegt.
1994 starb Honecker an Lungenkrebs in Santiago de Chile. Hier ein Foto von der Trauerfeier für ihn. Erich Honecker war im Dezember 1989 aus der SED ausgeschlossen worden. Seine Ehefrau trat wenige Monate später freiwillig aus der PDS aus - der Nachfolgeorganisation der SED. Bildrechte: dpa
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Geschichte

Margot Honecker
Die am 17. April 1927 in Halle an der Saale geborene Margot Feist stammt aus einem kommunistisch geprägten Elternhaus. Die gelernte Kauffrau und Stenotypistin trat mit 19 Jahren zunächst in die KPD ein. Bildrechte: dpa

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Notizen Margot Honecker
"Verlust menschlicher Werte
Solidarität
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Völkerfreundschaft
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Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
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Notizen Margot Honecker
"es war keine Vereinigung
es war Anschluss im Stile der Kolonialisierung"
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Notizen Margot Honecker
"Ein besonderes Kapitel / Menschenrechtsverletzung
Abwicklung der Intelligenz
Ende 1992 waren nur noch 12,1 Prozent der Wissenschaftler in einem Arbeitsverhältnis"
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Notizen Margot Honecker
"Kriminalisierung der DDR
Gleichsetzung mit Faschismus, Hitlerdiktatur
begannen mit einer Lügenschlacht über angeblich marode DDR hält bis heute an"
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Notizen Margot Honecker
"Über Jahre schleppen sich die Verfahren
begleitet von einer gesteuerten Lügenschlacht durch die Presse.
...für viele bis zum Lebensende nicht bezahlbar
Selbstmord"
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Notizen Margot Honecker
"besonders Makaber
die Verfolgung von (DDR) Juristen
denen man Rechtsbeugung, Verletzung der Rechte vorwarf"
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Notizen Margot Honecker
"Nun nach der Vereinigung wurden Antifaschisten verurteilt, die ein Leben lang gegen den Faschismus gekämpft hatten." Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Notizen Margot Honecker
"Leute, Politiker, die tagtäglich anderswo Menschenrechte einfordern
verletzen tagtäglich elementare Menschenrechte"
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
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