Di 31.10. 2017 10:45Uhr 14:27 min

Alexandra Husemeyer als Katharina von Bora
Alexandra Husemeyer als Katharina von Bora Bildrechte: ARD Foto
MDR FERNSEHEN Di, 31.10.2017 10:45 11:00

Lutherjubel in der DDR

Lutherjubel in der DDR

Wie Honecker den Reformator feierte

Film von Katrin Thomas und Tilo Gläßer

  • Untertitel
  • HD-Qualität
  • Stereo
  • 16:9 Format
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Die Wartburg ist eine der schönsten Burgen Deutschlands und eine der berühmtesten: Hier blühten einst im Winter Rosen und hier wurde der Teufel mit einem Tintenfass verjagt. Die Heilige Elisabeth und Martin Luther haben der Wartburg zu Prominenz und zahlreichen Legenden verholfen. 1983 war hier auch der Schauplatz für die Feierlichkeiten zum 500. Geburtstag von Martin Luther. Die Staatsführung der DDR hatte Luther als Aushängeschild für sich entdeckt und die Welt zu sich eingeladen. Das ist dreißig Jahre her.

Der Film erinnert an dieses markante Ereignis, als das Staatsoberhaupt der DDR, Erich Honecker, zum Vorsitzenden des Lutherkomitees wurde. Unter seiner Führung versöhnte sich die DDR mit dem Reformator, der bisher als "Bauernschlächter und Fürstenknecht" galt. Die Staatsführung gab sich viel Mühe und so wurden über 100 Bücher, Schallplatten und Bildbände veröffentlicht, eine Münzkollektion geprägt und ein fünfteiliger Spielfilm über Luther produziert, der bis heute längste Film über den Theologen überhaupt. Die Wartburg selbst erfuhr für viele Millionen Ostmark eine Schönheitskur und war schließlich der zentrale Dreh- und Angelpunkt für Gäste aus der ganzen Welt. Zeitzeugen erinnern sich an dieses ungewöhnliche Jubiläum und die Vorgänge hinter den Kulissen.

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Lutherjubel in der DDR

Film Lutherjubel in der DDR
Alexandra Husemeyer war 1983 Jungpionierin in Eisenach, wechselte aber später an ein evangelisches Gymnasium. Heute arbeitet sie als "Lutherfinderin" in Eisenach. Mit Leidenschaft und Sachkenntnis führt sie andere auf den Spuren des Reformators durch die Stadt. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Film Lutherjubel in der DDR
Alexandra Husemeyer war 1983 Jungpionierin in Eisenach, wechselte aber später an ein evangelisches Gymnasium. Heute arbeitet sie als "Lutherfinderin" in Eisenach. Mit Leidenschaft und Sachkenntnis führt sie andere auf den Spuren des Reformators durch die Stadt. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Film Lutherjubel in der DDR
Werner Leich, damals Landesbischof in Thüringen, stand dem Lutherkomitee der evangelischen Kirche vor. Von Staats wegen sollte es ein gemeinsames Komitee geben, was Leich und die Kirche ablehnten. Sie wollten nicht Mitglied in einer gemeinsamen DDR-Initiative werden. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Film Lutherjubel in der DDR
Bürgerrechtler Friedrich Schorlemmer kann sich gut an das aufregende Jahr 1983 erinnern. Damals kamen sich Christen sowie westliche Politiker nahe - und der Staatsapparat ließ es geschehen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Film Lutherjubel in der DDR
Marlies Menge arbeitete damals als erste "Zeit"-Korrespondentin in der DDR. Aber auch im Lutherjahr kam sie schwer an authentische Informationen heran: "Weil das einfach so durchorganisiert war, dass ich z.B. dem Friedrich Schorlemmer, den ich kannte, dem konnte ich nur von Weitem zuwinken und er mir." Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Film Lutherjubel in der DDR
Ingo Raatzke war als Kameraassistent bei den Dreharbeiten zur großen DDR-Lutherverfilmung mit dabei. Eine Zensur und einen direkten staatlichen Einfluss hat es in seiner Erinnerung bei den Dreharbeiten nicht gegeben. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Film Lutherjubel in der DDR
Wolfgang Robscheit war 1983 Pfarrer in Eisenach. Für ihn war es wichtig, dass seine Gemeinde sich offen zeigt. Dass Honecker unter Ausschluss der Bevölkerung durch die Stadt rauschte und das Lutherjahr feierte, war für ihn ein abschreckendes Zeichen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
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