Mi 15.11. 2017 01:55Uhr 29:45 min

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MDR FERNSEHEN Mi, 15.11.2017 01:55 02:23

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Einsam im Wolfsrevier

Existenzkampf gegen die grauen Räuber

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Überall auf der Wiese verteilt – zerfetzte Tiere, Gedärme und Blut. Als Joachim Roloff aus Tangerhütte an einem Märzmorgen bei seinen 80 Schafen nach dem Rechten schauen will, traut er seinen Augen nicht. Um zu verstehen was hier geschehen ist, braucht er keinen Rissgutachter. Jetzt hat es auch ihn erwischt. 18 tragende Muttertiere überleben diesen Wolfsangriff nicht. Zwei Wochen später fallen Wölfe über eine weitere seiner Herden her und töten wieder 5 Tiere.

Schäfer Roloff hatte vorschriftsmäßig Elektrozäune aufgestellt, dafür wurde er vom Land finanziell unterstützt. Doch schützen konnten sie seine Tiere auch nicht. Wenn er als Schäfer mitten im Wolfsgebiet überhaupt noch eine Zukunft haben will, hat er nur eine Wahl: Er muss über die Anschaffung von Herdenschutzhunden nachdenken. Um seine 5 Herden zu schützen, braucht Joachim Roloff acht Hunde. Kosten 38.000 Euro. So viel Geld hat er nicht. Ein Naturschutzverband ist eingesprungen und beschaffte aus Spendengeldern wenigstens zwei Herdenschutzhunde. Denn erst seit April 2017 können Schäfer in Sachsen-Anhalt dafür eine Förderung beantragen. Trotzdem plagen Hans Roloff Zukunftsängste. Und so wie ihm geht es vielen Schäfern.

Immer wieder flammt die Diskussion um den Wolf auf. Wie viele der grauen Räuber werden es noch? Wird ein Waldspaziergang jetzt ein Risiko? Sind die Kinder in Gefahr? Ein erstes Rudel zeigt neuerdings keine Scheu mehr vor dem Menschen. Müssen diese Wölfe nun bejagt werden?

ECHT-Moderator Sven Voss fragt: Wölfe neben Schäfern – Kann das gehen? Deshalb ist ECHT nach Rumänien gereist. Hier weiden etwa 200.000 Schafe in Nachbarschaft mit 3000 Wölfen und 5000 Bären. Wenn die Schäfer hier im Frühjahr mit den Tieren auf die Weiden ziehen, bleiben sie bei den Herden. Außerdem sind Herdenschutzhunde im Einsatz. Die Zahl der Risse durch Wölfe und Bären hält sich so in Grenzen, berichten uns Schäfer. Sie mögen die gefährlichen Räuber nicht, haben aber gelernt mit ihnen zu leben.
ECHT trifft Christoph Promberger in Rumänien. Der anerkannte Wolfsexperte sammelt hier seit Jahren Fakten zur Gefährdung durch diese Raubtiere. Wie ist die Prognose für die Zukunft? Der Wolf ist in einigen unserer Wälder wieder heimisch. Wird damit das Risiko für Haustiere oder sogar Menschen steigen?

Weitere Infos unter www.mdr.de/echt