Di 12.12. 2017 20:15Uhr 29:45 min

Umschau extra

Exquisit und Delikat – was geblieben ist

Komplette Sendung

Ana Plasencia
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
MDR FERNSEHEN Di, 12.12.2017 20:15 20:45

Beiträge aus der Sendung

Zu den Festtagen am Jahresende darf es auch schon mal etwas luxuriöser sein. Das gilt für den Gabentisch und auch für die Festtagstafel. Das ist nicht erst seit heute so, sondern so war es auch schon im Osten Deutschlands vor dem Fall der Mauer. Diesen Hauch von Luxus gab es aber nicht in der HO oder dem Konsum, sondern im "Ex" und im "Deli", wie die Spezialgeschäfte im Volksmund hießen. Und im Gegensatz zu den Intershops, den westlichen Konsuminseln in der DDR, konnte man im "Delikat" und "Exquisit" den Hauch von Luxus auch ohne Devisen, also für DDR-Mark kaufen. Lebensmittel für den "gehobenen Bedarf" gab es im "Delikat", Bekleidung im "Exquisit". Beliefert wurden die Geschäfte mit Waren aus Westeuropa oder mit welchen aus der so genannten Gestattungsproduktion von DDR-Betrieben.

Die "Umschau" begibt sich auf Spurensuche nach diesen besonderen DDR-Geschäften. Kunden und Verkäuferinnen schildern ihre Erinnerungen. Zudem war das Team an den Orten, wo Unternehmen für den "Deli" und "Ex" produzierten. Unter anderem stellte der VEB Feinkost Leipzig Konserven mit besonders rarem Inhalt wie Spargel her. Heute gibt es auf dem Feinkostgelände statt des Besonderen für den Bauch, Nahrung für den Geist. Es ist ein Kulturzentrum. Im Delikat-Laden gab es auch die Ostantwort auf Nutella: Nudossi kam vom Süßwarenhersteller VEB Elbflorenz Dresden. Der produzierte auch Schokolade und Marzipan. Teile der ehemaligen Produktionsanlagen wurden abgerissen. Nudossi gibt es aber immer noch. Hersteller ist die Sächsische und Dresdner Back- und Süßwaren in Radebeul. Die Kollektionen für den Exquisit kamen aus dem Modeinstitut der DDR in Berlin. Mit dem Untergang der DDR ging dort auch das Licht aus.