Montagsfilm | MDR FERNSEHEN | 04.02.2013 | 22:50 Uhr : Sprich mit ihr
Spielfilm Spanien 2002
Marcos Freundin fällt nach einem Unfall ins Koma. Im Krankenhaus lernt Marco den Krankenpfleger Benigno kennen. Er widmet sein ganzes Leben hingebungsvoll der Komapatientin Alicia. Doch irgendwas stimmt da nicht ...
Liebe und Tod auf schräge Art - Lieblingsthemen des spanischen Kultregisseurs Pedro Almodóvar in einem mehrfach preisgekrönten Meisterwerk!
Der sensible Reiseschriftsteller Marco (Darío Grandinetti) ist tief bestürzt, als seine Freundin, die Stierkämpferin Lydia (die spanische Sängerin Rosario Flores), bei einer Corrida schwer verletzt wird und ins Koma fällt. Bei seinen regelmäßigen Besuchen im Hospital macht Marco die Bekanntschaft des liebeswürdigen Krankenpflegers Benigno (Javier Cámara), worauf es zwischen den beiden Männern zu einer überaus freundschaftlichen Annäherung kommt.
Eine merkwürdige Beziehung
Mit wachsender Irritation nimmt Marco jedoch wahr, welch merkwürdige Beziehung der Freund zu der Ballett-Tänzerin Alicia (Leonor Watling) hat, die seit vier Jahren ebenfalls im Koma liegt und von Benigno seither mit übersteigerter Hingabe gepflegt wird. Als Marco von einer Auslandsreise zurückkehrt, erfährt er, dass Benigno im Gefängnis sitzt: Er hat Alicia missbraucht, die daraufhin aus dem Koma erwacht und ein totes Kind zur Welt bringt.
Nach Benignos Selbstmord zieht Marco auf Wunsch des toten Freundes in dessen frei gewordene Wohnung ein. Im Ballettstudio gegenüber sieht er die aus dem Koma erwachte Alicia - die er bald darauf bei einer Ballettaufführung von Pina Bausch an der Seite ihrer Lehrerin Katerina (Geraldine Chaplin) wiedertrifft.
Unser Fazit: Kunstvolles Meisterwerk des spanischen Kultregisseurs Almodóvar
Stierkampf, Tanztheater, die eigenwillige Liebe eines Krankenpflegers zu einer komatösen Patientin und eine geniale Stummfilmsequenz - das sind die Motive, die der Spanier Pedro Almodóvar in seinem Meisterwerk "Sprich mit ihr" auf unnachahmliche Weise zu einem kunstvoll gesponnenen Erzählfaden verknüpft. Der Film war ein großer Publikumserfolg und wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Außerdem erhielt der Spanier 2002 mit der Auszeichnung für das beste Originaldrehbuch gleich den zweiten "Oscar" hintereinander nach "Alles über meine Mutter". Für die Darstellung des liebenswürdig-schrägen Krankenpflegers wurde Javier Cámara schließlich mit dem "Europäischen Filmpreis" als bester Darsteller geehrt.
Rollen und Darsteller
Benigno Martín - Javier Cámara
Marco Zuluaga - Darío Grandinetti
Lydia Gonzáles - Rosario Flores
Alicia - Leonor Watling
Katerina Bilova - Geraldine Chaplin
Sänger - Caetano Veloso
Tänzerin - Pina Bausch
Rosa - Mariola Fuentes
Amparo - Paz Vega
Alfredo - Fele Martínez
Produktion und Stab
Musik: Alberto Iglesias, Caetano Veloso
Kamera: Javier Aguirresarobe
Buch: Pedro Almodóvar
Regie: Pedro Almodóvar
Pedro Almodóvar
Der spanische Regisseur und Drehbuchautor (geb. 1949) ist für seine schrägen und überaus liebevollen Figuren und Geschichten berühmt. Wiederkehrende Themen sind Homosexualität, Transsexualität, Liebe, Tod und Schuld. Den Durchbruch erlangte Almodóvar mit seinem Film "Frauan am Rande des Nervenzusammenbruchs" (1988), spätere Erfolge waren u.a. "Alles über meine Mutter", "Sprich mit ihr", "Volver" und "Die Haut in der ich wohne".
Für seine Filme erhielt Amodóvar zahlreiche Preise, darunter den "Golden Globe", den "Oscar", den spanischen Filmpreis "Goya", den "Europäischen Filmpreis" und die "Goldene Palme" von Cannes.
