MDR FERNSEHEN | 24.02.2013 | 16:05 Uhr : Starke Teams für harte Fälle (4/4)
Die Rettungshundestaffel Teamdogs
Wenn Menschen vermisst werden oder bei einer Katastrophe verschüttet wurden, sind sie oft Retter in letzter Not: Rettungshunde. Wir begleiten die Mitglieder einer Rettungshundestaffel aus Thüringen ein halbes Jahr lang.
Den "Rettern" auf vier Pfoten verdanken zahlreiche Menschen ihr Leben. Doch bis ein Hund für einen solchen Einsatz geeignet ist, muss trainiert, gelernt und wiederholt werden. Die Ausbildung dauert bis zu zwei Jahre, am Ende muss das Team aus Hundeführer und Hund eine mehrteilige Prüfung bestehen, erst dann darf das Retter-Duo im Ernstfall eingesetzt werden. Diese Prüfung muss alle 18 Monate erneut abgelegt werden.
Das MDR FERNSEHEN begleitet die Mitglieder der Rettungshundestaffel "Teamdogs e.V." aus Thüringen ein halbes Jahr lang zum Training und zu Übungseinsätzen. 13 Teams sind in der Staffel. Es sind viele Berufe vertreten: die Polizistin und der Arzt, der Rettungssanitäter und der Pensionär, die Krankenschwester und die Angestellte. Auch bei den Hunderassen ist vom Husky bis hin zum Beagle einiges dabei.
Folge 4: Aufnahmetest und Trümmerprüfung
Sonntagmorgen: Wieder Übungszeit für die Rettungshundestaffel "Teamdogs". Heute sollen Mischling Filou und sein Frauchen Katharina Drescher zeigen, ob sie das Zeug zum Rettungshundeteam haben. Ausbildungschefin Katja Romankewitz weiß, worauf es ankommt.
Filou muss zum Beispiel durchs Gelände laufen und darf sich nicht aus der Ruhe bringen lassen. Nicht von ungewohnten Geräuschen und auch nicht von unbekannten Personen. Filou macht das alles sehr gut und so werden er und sein Frauchen Katharina in die Staffel aufgenommen. Vor den beiden liegt jetzt eine zweijährige Ausbilungszeit mit mehreren Prüfungen.
Katrin Pöhler und ihr Hund Stromer und Christiane Behrend mit ihrem Hund Spike müssen in Regensburg die Prüfung für Trümmersuche bestehen. Rettungshundeteams müssen ihre Einsatzfähigkeit alle 18 Monate durch eine Prüfung bestätigen lassen. Eine Trümmerprüfung beginnt mit dem theoretischen Teil, dann folgt die Praxis, die wiederum aus drei Tests besteht. Test eins ist der Gehorsamkeitstest, hier muss das Team miteinander funktionieren. Der Hund muss aufs Wort gehorchen und darf sich nicht ablenken lassen. Dann folgt der Gerätetest, hier müssen die Hunde einen Parkour an Geräten bewältigen, zum Beispiel über Leitern laufen oder eine Wippe überqueren. Der letzte Teil ist die Suche im Trümmerfeld. Dazu hat die Prüfungskommission unter Trümmerbergen Suchpersonen versteckt, die von den Hunden gefunden werden müssen.
Sowohl Spike als auch Stromer machen ihre Arbeit sehr gut und so bestehen beide Teams erneut den Trümmertest und können weiter helfen, Menschenleben zu retten. Die Hunde haben gelernt, nach Menschen zu suchen und das in jedem Gelände. Ihre Motivation: die Belohnung und die Bestätigung durch ihre vertrauten Hundeführer.
In Osnabrück findet eine internationale Übung statt. Teams aus der ganzen Republik und auch aus Irland und Taiwan sind angereist. Diese Übung wird unter so realistischen Bedingungen wie möglich durchgeführt, im Ernstfall bleibt zum Überlegen keine Zeit. Katja Romankewitz war nach dem Erdbeben in Haiti mit ihrem Hund Sancho in Einsatz. Sie weiß, wie wichtig regelmäßiges Training für Rettungshund und Hundeführer ist.
