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Spielfilm | MDR FERNSEHEN | 07.10.2012 | 22:10 Uhr : Hände hoch oder ich schieße

Spielfilm DDR 1965/1966

Komödienspezialist Rudi Strahl hat die Gangsterkomödie Rolf Herricht auf den Leib geschrieben. Hans-Joachim Kasprzik hat sie mit der ersten Garde der DDR-Komiker jener Zeit inszeniert. Der Film wurde 1966 als letzter DDR-Film verboten und kam erst im Jahr 2009 in die Kinos.

Rolf Herricht als gelangweilter Leutnant Holm

Leutnant Holms (Rolf Herricht) wollte schon immer Kriminalist werden, doch nun langweilt er sich als solcher wegen mangelnder Kriminalität im DDR-Provinzstädtchen Wolkenheim. Und so träumt er sich, manchmal mit offenen Augen, manchmal im Schlaf, weit weg: Zum Beispiel in die Londoner Unterwelt, wo er im Auftrag von Scotland Yard den Einbruch in die Bank von England aufklärt.

Der Fall seines Lebens

Josef, Heuschnupf das Ass (Herbert Köfer, I.), will einem Leipziger Antiquar (Hans-Joachim Preil) das gestohlene Nepomuk-Denkmal verkaufen.
Josef (Herbert Köfer, I.), will einem Leipziger Antiquar (Hans-Joachim Preil) das gestohlene Nepomuk-Denkmal verkaufen.

Holms leidet sehr unter seiner aufgezwungenen Untätigkeit und geht wegen seiner Depression sogar zum Psychiater Dr. med. Irrwitz (Gerd E. Schäfer). Holms Freund Pinkas (Zdenek Stepánek), ein ehrlich gewordener Alt-Ganove, der jetzt als Portier eine HO-Hotels arbeitet, beschließt, Holms zu helfen und ihm den Fall seines Lebens zu verschaffen. Er engagiert Gaunerfreunde aus alten Tagen, die mit ihm gemeinsam das Denkmal des Fürsten Nepomuk vom städtischen Marktplatz zu klauen und bis nach Leipzig zu entführen. Während die Gaunerbande verzweifelt versucht, das feudale Monument wieder loszuwerden, jagt Holms ihr hinterher, prügelt sich mit den vermeintlichen Entführern, wird festgenommen und wieder auf freien Fuß gesetzt.

Endlich hat Leutnant Holms (Rolf Herricht) Zeit, sich um die angebetete Lucie (Evelyn Cron) zu kümmern.
Leutnant Holms und Lucie

Schließlich findet Nepomuk doch wieder nach Wolkenheim zurück, der Bürgermeister (Manfred Uhlig) lässt die Anzeige gegen die Alt-Ganoven fallen, weil Wolkenheim sonst die Wettbewerbs-Wanderfahne um die schönste Stadt verloren hätte. Holms ist seine Depression los und kann sich endlich um die schon lange angebetete Lucie (Evelyn Cron) kümmern, die nur darauf wartet, von ihm angesprochen zu werden.

Der letzte Verbotsfilm der DDR

Der Film gefiel vor allem den Verantwortlichen des Ministeriums des Inneren nicht. Er war in den Strudel der Ereignisse nach dem 11. Plenum des ZK der SED vom Dezember 1965 geraten. Im September kam dann das Verbot für "Hände hoch oder ich schieße", weil der Film "eine versteckt ironische Haltung zu unserer Wiklichkeit" (Protokoll) einnehme und den Eindruck erwecke, dass die Sicherheitsorgane der DDR überflüssig seien. Als letzter Verbotsfilm kam die kuriose Komödie erst 2009 in die Kinos.

Zuletzt aktualisiert: 05. Oktober 2012, 11:31 Uhr

Stab:

Regie: Hans-Joachim Kasprzik
Buch: Rudi Strahl und Hans-Joachim Kasprzik
Kamera: Lothar Gerber
Musik: Günter Hauk

Besetzung:

Leutnant Holms - Rolf Herricht
Pinkas - Zdenek Štepánek
Josef, Heuschnupf das Aas - Herbert Köfer
Jimmy - A. P. Hoffmann
Brechstange - Gerd Ehlers
Der sanfte Waldi - Walter Lendrich
Der Hinker - Axel Triebel
Lucie Nimmich - Evelyn Cron
Dr. med. Irrwitz, Psychiater - Gerd E. Schäfer
Major der Kriminalpolizei - Bruno Carstens
und andere

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