Do 20.04. 2017 22:35Uhr 29:18 min

Bringfried Hildebrand und Rudolf Keßner vorm ehemaligen Kinderheim in Herrnhut
Bringfried Hildebrand und Rudolf Keßner vorm ehemaligen Kinderheim in Herrnhut Bildrechte: MDR/Eckart Reichl
MDR FERNSEHEN Do, 20.04.2017 22:35 23:03
Es ist ein vergessenes Kapitel in der DDR Geschichte. Eine Geschichte, die so noch nie erzählt worden ist. Es geht um Kinder, den lieben Gott und Rebellion. Ein real existierendes Abenteuer inmitten der sozialistischen Ordnung: kirchliche Kinderheime in der DDR. Sie existierten im Verborgenen, in einer Schattenwelt. Nur die Heimkinder selbst und deren Erzieher können mehr von ihnen erzählen.

Manuela und Christian sind froh, im katholischen Heim in Calbe aufgewachsen zu sein. Sie erinnern sich an eine behütete und glückliche Zeit. Martin Patzelt, Heimleiter in Calbe, gab nicht nur seinen Schützlingen ein zu Hause, sondern machte das Heim so attraktiv, dass es zu einem Treffpunkt für die Jugendlichen der Kleinstadt wurde. Rudolf wurde von seinen Eltern ins Kinderheim der Herrnhuter Brüdergemeine gegeben. Seine Eltern hofften, ihn so vor Repressionen zu schützen, denen er zuvor in der staatlichen Schule ausgesetzt war.

Romy und Thomas aus dem evangelischen Louisenstift in Königsbrück erinnern sich, dass ein kirchliches Kinderheim - trotz aller Vorzüge - immer noch ein Heim war und eine Familie nicht ersetzen konnte. Die Geschichte der konfessionellen Kinderheime beginnt in der Nachkriegszeit und endet mit dem Zusammenbruch der DDR. Tatsächlich waren die Heime unter kirchlicher Leitung Inseln im sozialistischen Bildungsdiktat. Diesen Raum und diese Freiheit konnten die kirchlichen Kinderheime bis zum Ende der DDR erhalten, aber nur, weil sie - so schien es - auch vom Ministerium für Volksbildung vergessen worden waren.

Das pädagogische Gegenmodell zur staatlichen Heimerziehung hat Kinder, die in die katholischen und evangelischen Heime kamen, geprägt. Unterm Kreuz wurden staatliche Erziehungspläne einfach ignoriert. Die Kinder lernten stattdessen was es heißt, selbstbestimmt zu leben. Klagen und traumatische Erinnerungen an brutale Strafen und Missbrauch gibt es kaum.

Obwohl auch unterm Dach der Kirche nicht alles gut war, erinnern sich diejenigen, die dort in den 70er- und 80er-Jahren aufgewachsen sind, nicht an Schläge, sondern an Freiheit. Im Gegensatz zu den staatlichen Kinderheimen in der DDR gibt es aus den konfessionellen Einrichtungen nichts Empörendes zu berichten. Vielleicht ist das der Grund, dass diese Heime heute vergessen sind?

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