Herr Schäfer am Megaphon.
Bildrechte: MDR/UFA FICTION/Nik Konietzny

MDR FERNSEHEN | 09.11.2015 | 12:30 Uhr Bornholmer Straße - Die unglaubliche, aber wahre Geschichte des Oberstleutnant Harald Schäfer

9. November 1989: Günther Schabowski verkündet, dass alle DDR-Bürger ab sofort die Reisefreiheit erhalten. Harald Schäfer, Leiter des Grenzübergangs Bornholmer Straße, erfährt dies durch eine Fernsehübertragung in der Kantine.

Herr Schäfer am Megaphon.
Bildrechte: MDR/UFA FICTION/Nik Konietzny

Was sagt Schabowski da? Harald Schäfer ist befremdet, denn er ist überzeugt von seinem Staat, der DDR. Und er fragt sich, was aus Schabowskis Mitteilung folgt. Als diensthabender Oberstleutnant braucht Schäfer Anweisungen für die weiteren Grenzkontrollen. Doch während sich immer mehr Ausreisewillige vor dem Schlagbaum sammeln, tauchen sämtliche Vorgesetzten Schäfers und sogar die zuständigen Ministerien ab. Schäfer erhält keine Antworten. Die immer kafkaeskeren Situationen bringen seine Überzeugungen ins Wanken. Als die Stimmung am Schlagbaum in einen Gewaltausbruch zu eskalieren droht, fällt Schäfer auf eigene Faust die mutige Entscheidung, den Grenzübergang zu öffnen ...

Das Drehbuch von Heide und Rainer Schwochow stützt sich auf das Sachbuch von Gerhard Haase-Hindenberg "Der Mann, der die Mauer öffnete", der die Ereignisse am 9. November 1989 aus Sicht von Oberstleutnant Harald Jäger (im Film: Harald Schäfer) nachzeichnet, der auch als Berater bei diesem Projekt beteiligt war.

Regisseur Christian Schwochow: "Dimension eines antiken Dramas"

Regisseur Christian Schwochow
Regisseur Christian Schwochow Bildrechte: IMAGO

"Die Geschichte des Mannes, der die Mauer öffnete, trägt für mich die Dimension eines antiken Dramas", sagt Regisseur Christian Schwochow. "In ihr erzählt sich die ganze Absurdität der DDR und ihrer Grenze - aber auch das Ende des einen und der Anfang eines neuen Deutschlands - in nur einer Nacht. Absurdität und Dramatik - beides lag in jenen Stunden dicht beieinander", so Schwochow über den Ansatz der Produktion: "Es wird ein tragisch-komischer Film über das Scheitern einer Republik und über den Aufbruch in ein neues Leben. Und darüber, wie ein Mann, der 'auf der falschen Seite' stand, im entscheidenden Moment das Richtige tat und damit die Welt veränderte."

"Der Mann, der die Mauer öffnete"

Diesen Mann gab und gibt es wirklich, es ist der ehemalige Oberstleutnant der NVA, Harald Jäger. Schauspieler Charly Hübner verkörpert Harald Schäfer, dessen Figur an Jäger angelehnt ist. Mit Milan Peschel, Rainer Bock, Max Hopp, Ludwig Trepte, Jasna Fritzi Bauer, Frederick Lau und Ulrich Matthes konnte ein großartiger Cast gewonnen werden. Zu dem hochkarätigen Ensemble zählen außerdem Robert Gallinowski, Margit Bendokat, Hans Uwe Bauer, Ursula Werner, Peter Schneider und Thorsten Merten. Gedreht wurde bis Ende Oktober in Wanzleben, Marienborn und Berlin.

Dass der MDR historische Stoffe erfolgreich umsetzen kann, hat er schon oft bewiesen, zuletzt mit dem Event-Zweiteiler 'Der Turm', der mehrfach preisgekrönt wurde. Die 'Bornholmer Straße' ist nun ein weiteres Großprojekt, für das der MDR redaktionell verantwortlich zeichnet. Diesmal wird DDR-Vergangenheit jedoch von einer ganz anderen Perspektive aus fiktional aufgearbeitet. 25 Jahre Maueröffnung im nächsten Jahr geben den Anlass, das Thema aus der Sicht der Grenzsoldaten zu betrachten.

Jana Brandt, MDR-Programmchefin Fernsehfilm, Serie, Kinder

Spannend: Der Perspektivwechsel

"Die Umkehrung der Perspektive" auf die Ereignisse jener Nacht finden auch die Produzenten des Filmes, Nico Hofmann und Benjamin Benedict (UFA FICTION), spannend: "Im Zentrum stehen jene Menschen, deren Aufgabe die Grenzkontrolle war und die schließlich faktisch 'die Mauer öffneten'", so Hofmann und Benedict. "Mit dem wunderbaren Drehbuch von Heide und Rainer Schwochow, das bestimmt ist durch ein differenziertes und genaues Erzählen nah an den Figuren, und einem herausragenden Cast hat hier ein kreatives Team zusammengefunden, das für genau jene moderne und komplexe Auseinandersetzung mit historischen Sujets steht, die wir uns von diesem Projekt erhoffen."

Bornholmer Straße - Die unglaubliche, aber wahre Geschichte des Oberstleutnant Harald Schäfer
Bildrechte: MDR/UFA FICTION/Nik Konietzny

"Bornholmer Straße" "Bornholmer Straße" ist eine UFA FICTION-Produktion in Koproduktion mit dem MDR und der ARD Degeto sowie dem RBB für Das Erste, gefördert durch die Mitteldeutsche Medienförderung und das Medienboard Berlin-Brandenburg.

Das Drehbuch schrieben Rainer und Heide Schwochow, die Kamera führt Frank Lamm.

Die Produzenten sind Nico Hofmann und Benjamin Benedict, Producer ist Matthias Adler, ausführender Produzent ist Sebastian Werninger.

Die redaktionelle Federführung hat Jana Brandt (MDR). Des Weiteren zeichnen Stephanie Dörner (MDR), Christine Strobl (ARD Degeto), Claudia Grässel (ARD Degeto) und Cooky Ziesche (RBB) für die Redaktion verantwortlich.

Zuletzt aktualisiert: 24. Februar 2016, 12:55 Uhr