Arbeitsmarkt
Generation 50 plus
Warum diese Generation besonders von Einkommensverlusten betroffen ist
Vor wenigen Wochen hat die Umschau über die Einkommen verschiedener Generationen in Ost und West berichtet. Die Gegenüberstellung machte deutlich, dass die Generation 50 plus in den neuen Bundesländern am finanziell am schlechtesten gestellt ist. Die Umschau wollte wissen, warum das so ist.
Spurensuche in Zeitz
Wir treffen Ingenieure in Zeitz. Sie haben Jahrzehnte lang bei der Zemag gearbeitet. Die Zemag war ein typischer DDR-Großbetrieb und einer der weltweit größten Exporteure von Baggern und Kranen. Mit der Wende übernahm die Treuhand den Betrieb und entließ tausende Mitarbeiter. Damit begann auch für die vier Ingenieure eine wechselvolle Zeit und - der finanzielle Abstieg.
Die vermeintlichen Gewinner stehen am schlechtesten da
Einer der Ingenieure wird bereits 1991 entlassen. Damals ist er scheinbar der Verlierer. 200 Euro Abfindung, Vorruhestand. Mit 60 geht er in Rente. 1.300 Euro bekommt er im Monat. Seine Kollegen dürfen weiter arbeiten. Zunächst. Denn auch für sie kommt nach und nach das AUS. Der nächste unserer Fachexperten muss die Zemag 1997 verlassen, im Alter von 51 Jahren. Er bekommt zwar 11.000 Euro Abfindung, doch nie wieder einen qualifizierten Job. Er arbeitet als Parkranger für 800 Euro im Monat. Heute lebt er von Arbeitslosengeld II. Sein Einkommen: monatlich 600 Euro.
2001 ist auch für Nummer 3 unserer Ingenieure Schluss. Er ist zunächst für eine Zeitarbeitsfirma tätig. Inzwischen arbeitet er als freier Ingenieur. Sein monatliches Bruttoeinkommen: 2000 Euro. Zum Vergleich: Ein Ingenieur in den alten Bundesländern im Alter um die 50 verdient im Schnitt 3179 Euro brutto.
Zu gut qualifiziert
Gründe für die schlechte Prognose älterer Arbeitnehmer auf dem ostdeutschen Arbeitsmarkt gibt es einige. Vor allem aber fehlen Jobs für hoch qualifizierte Mitarbeiter. Gerade Ostdeutsche der Generation 50 plus sind jedoch besonders gut ausgebildet. Rund 31 Prozent aller Arbeitnehmer in diesem Altern haben in Ostdeutschland einen Abschluss als Meister, Techniker oder einen Hochschulabschluss.
Als Alternative bleiben oft nur schlecht bezahlte Jobs.
Zuletzt aktualisiert: 20. April 2005, 11:20 Uhr
