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Umschau | 24.04.2012 | 20:15 Uhr : Spargelkauf: Je frischer desto besser

Vorsicht bei Billig-Angeboten

Es gibt weißen, grünen und violetten Spargel, der in verschiedenen Handels- und Güteklassen verkauft wird. Doch leider gelangt auch immer wieder mindere Qualität in den Handel. Erfahren Sie hier, wie Sie guten Spargeln von schlechtem unterscheiden können und Reinfälle beim Einkauf vermeiden.

Spargel

Spargel hat wieder Saison und wird derzeit vielerorts angeboten. Noch ist das Edel-Gemüse knapp und nicht gerade billig. Wer Deutschen Spargel in bester Qualität kaufen möchte, muss am Anfang der Saison mit mindestens neun Euro je Kilogramm rechnen, da der sogenannte Tunnelanbau extrem aufwendig ist.

Spargel-Experten Heinrich Stevens von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung rät, bei Händlern, die mit Schnäppchenpreisen locken, skeptisch zu sein. Zum einen besteht die Gefahr, dass das Stangengemüse mit einer besseren Handelsklasse deklariert wurde als es eigentlich verdient. Zum anderen versuchen Händler, angammelte Ware zu Schleuderpreisen zu loszuwerden.

Nur zwei Monate

Die eigentliche Spargelsaison ist kurz. Sie beginnt in Deutschland etwa Ende April und endet um den Johannistag (24. Juni). Nach diesem Tag werden keine Spargelstangen mehr gestochen, um den Pflanzen eine ausreichende Ruhezeit zu geben. Sie würden sonst im kommenden Jahr nicht genügend neue Sprossen bilden. Natürlich kann man auch davor und danach Spargel kaufen, Importe aus den Mittelmeerländern machen’s möglich.

Weiß, grün, violett

Es gibt drei verschiedene Sorten Spargel, die sich in Aussehen und Geschmack unterscheiden. Am beliebtesten in Deutschland ist weißer Spargel. Er schmeckt besonders mild und lieblich. Seine durchgehend weiße Farbe kommt daher, dass er gestochen wird, bevor die Spitzen die aufgehäufelten Erdwälle durchstoßen. Spargel mit violett gefärbten Spitzen, wie er aus Griechenland, Italien, Frankreich oder Spanien importiert wird, ist kräftiger im Geschmack. Er hat ein würziges, etwas herbes Aroma. Bei der Zubereitung wird er wie weißer Spargel behandelt.

Grüner Spargel wächst nicht in Erdwällen, sondern oberhalb des Erdreichs (durch das Sonnenlicht bildet sich Chlorophyll, daher die Farbe). Er wird vor allem in Italien, inzwischen aber auch in Deutschland angebaut. Seine Stangen sind dünner. Grüner Spargel enthält mehr Vitamin A und C als weißer Spargel. Im Geschmack erinnert er an eine Mischung aus weißem Spargel und Broccoli.

So testen Sie Spargel richtig

Um in den Genuss des ganzen Spargelaromas zu kommen, muss er so frisch wie möglich sein. Die beste Garantie für frischen Spargel ist, ihn direkt beim Erzeuger oder auf dem Wochenmarkt zu kaufen. Doch auch im Supermarkt können Sie guten Spargel kaufen, wenn Sie folgendes beachten:

  • die Stangen müssen straff und prall aussehen und dürfen sich nicht biegen lassen
  • die Köpfe sind fest und geschlossen
  • die Schnittfläche an den Spargelenden sollte glatt und hell sein
  • wenn Sie den Fingernagel in die Schnittfläche drücken, sollte Saft austreten (Sie können auch die Verkäuferin bitten, an einer Stange die Schnittfläche abzuschneiden)
  • frischer Spargel duftet angenehm
  • wenn Sie die Spargelstangen vorsichtig aneinander reiben, sollte es knirschen

Spargel, dessen Enden hohl, bräunlich verfärbt oder vertrocknet sind, sollten Sie getrost liegen lassen, egal wie günstig er ist. Ein Schnäppchen können Sie dagegen machen, wenn Sie Spargel kaufen, dessen Köpfe schon ein wenig geöffnet sind oder Stangen, die nicht ganz gerade sind. Diese Kriterien spielen für den Geschmack keine Rolle. Sie führen lediglich dazu, dass der Spargel in einer niedrigeren Handelsklasse, das heißt billiger angeboten, wird. Auch sogenannter Rost, ein natürlicher Pilzbefall, tut dem Geschmack keinen Abbruch.

Spargel
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Kommt bei Ihnen Mogelspargel auf den Tisch?

Es ist Spargelzeit. Doch wegen des kalten Wetters ist hierzulande noch nicht viel geerntet worden. Woher kommen dann die Stangen, die die Händler "aus Deutschland" feilbieten?

24.04.2012, 20:15 Uhr | 07:17 min

Handels- und Güteklassen

Die EU hat drei Handels- oder Güteklassen für Spargel festgelegt, die sich im Preis erheblich voneinander unterscheiden:

  • Extra: Spargel der Handelsklasse Extra ist am teuersten. Er hat geschlossene Köpfe und regelmäßig geformte, gerade Stangen mit einem Mindestdurchmesser von zwölf Millimetern bei weißem bzw. zehn Millimeter bei grünem und violettem Spargel. Er darf nur sehr wenig Rost haben, nicht holzig sein und keine gespaltenen oder hohlen Stangen aufweisen.
  • HK I: Etwas preiswerter ist die Handelsklasse 1. Die Stangen müssen hier nicht mehr ganz so ebenmäßig sein und dürfen leicht gebogen sein. Die Köpfe müssen fest geschlossen sein. Eine leichte Verfärbung und wenig Rost sind zulässig. Der Mindestdurchmesser der Stangen muss bei weißem Spargel zehn Millimeter, bei grünem und violettem sechs Millimeter betragen.
  • HK II: Spargelstangen der Handelsklasse 2 sind weniger gut geformt und die Köpfe weniger fest geschlossen. Außerdem ist auch eine stärkere Verfärbung und Rost zulässig. Er darf leicht holzig sein. Der Mindestdurchmesser der Stangen muss bei weißem Spargel acht Millimeter, bei grünem und violettem Spargel sechs Millimeter betragen.

Schließlich wird manchmal auch noch Bruchspargel angeboten. Mit den gebrochenen Stangen lässt sich, wenn sie frisch sind, durchaus ein leckeres Ragout oder eine köstliche Suppe zubereiten.

In den Handelsklassen werden übrigens nur die Anforderungen an das Aussehen festgelegt, im Geschmack können verschiedene Handelsklassen völlig gleich sein. Auch ist die Handelsklasse keine Garantie für Frische. Denn auch ein Spargel der Güteklasse Extra kann nach einigen Tagen im Supermarkt holzig sein und ist im Geschmack nur noch mittelmäßig.
Deshalb immer selbst die Frische testen!

Zuletzt aktualisiert: 09. August 2012, 18:37 Uhr

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