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Umschau | 28.02.2012 | 20:15 Uhr : Auslaufmodelle: Kauf des Vorgängerprodukts oft sinnvoller

Zwei paar Turnschuhe.
Der alte Laufschuh kostet rund ein Viertel weniger als das neue Modell.

Sportschuhe unterliegen seit einigen Jahren sowohl Modetrends als auch technologischen Weiterentwicklungen. Das zieht immer wieder einen Modellwechsel nach sich. Derzeit geht der Laufschuhe "Adrenalin GTS 12" an den Start gegangen, der 129 Euro kostet. Wir fragen gezielt nach dem Vorgängermodell. Der Verkäufer zeigt uns das Modell "Adrenalin 11 GTS". Es kostet 99 Euro, also fast 25 Prozent weniger. Nach Auskunft des Verkäufers ist der Unterschied minimal: "Ein Amateur wird beim Laufen keinen Unterschied bemerken!" Optisch fallen beim Nachfolgemodell lediglich das farbigere Logo und die roten Schnürsenkel als Neuerungen auf.

Auslaufmodelle sind oft technisch ausgereift

zwei Autos von Peugeot. das eine ist das Auslaufmodell in blau, das andere ist das neue Modell in silber.
Beim Autokauf lässt sich während des Modellwechsels viel Geld sparen.

Für das Frühjahr hat der Autobauer Peugeot das Modell 208 als Nachfolger des 207 angekündigt. Für Auslaufmodelle bei Pkw spricht der Umstand, dass sie lange erprobt und so technisch ausgereift sind. Man muss also nicht mehr mit den so genannten "Kinderkrankheiten" rechnen. Die Unterschiede zwischen dem 207 und dem 208 liegen eher im Äußeren. Das Design des neuen Peugeot ist zwar etwas anders, lehnt sich aber deutlich an den Vorgänger an. Die Motorisierung ist praktisch gleich. Bei einem Händler finden wir einen Wagen des Auslaufmodells, dessen Listenpreis bei knapp 20.700 Euro liegt. Wir fragen mit Bezug auf den Modellwechsel nach einem Rabatt für das Auslaufmodell und der Verkäufer geht auf 16.300 Euro runter. Das sind gut 21 Prozent Rabatt. Er erklärt, dass der Hersteller bei einem Modellwechsel noch eimmal viele Fahrzeuge auf den Markt bringe, um die Produktionsstraße noch einmal auszulasten. "Wir bekommen dann entsprechend Prämien, die wir an die Kunden als Preisvorteil weitergeben", erklärt uns der Händler.

Saisonwechsel ist Signal für Modellwechsel

Blick in einen Fahrradladen.
Bei diesen Rädern hat das alte Modell sogar die bessere Kurbel.

Auch Fahrräder sind Saisonartikel. Viele Hersteller verbinden den Saisonstart mit einem Modellwechsel. "Die meisten Auslaufmodelle werden zu Anfang der Saison in ein bis zwei Monaten stark reduziert wenn die neuen Modelle rauskommen", erklärt uns ein Fahrradhändler Oft sind die Unterschiede zwischen Vorgänger und Nachfolger nur aber marginal. Das zeigt er uns an zwei Tourenrädern. Das alte kostet 100 Euro weniger, sodass die Ersparnis bei rund 13 Prozent liegt. Beide Modelle unterschieden sich in der Farbe, beim Sattel und bei der Kurbel. "Bei dem Neuen hat der Hersteller etwas gespart. Da ist eine etwas einfachere Kurbel dran. Das Alte hat definitiv die bessere Kurbel.", beschreibt er die Abweichungen. Hier ist der Kauf des Auslaufmodells also auch im Blick auf die Qualität die bessere Wahl.

Reduzierte Auslaufmodelle schnell vergriffen

Bei Auslaufmodellen handelt es sich um Restposten. Das heißt, es sind nur noch wenige Artikel im Handel. Das birgt das Risiko, zu spät zu kommen. Bei unseren Recherchen ist uns das mit einer Elektro-Kettensäge passiert. Das aktuelle Modell heißt "AKE 30 Li" mit Akkubetrieb. Bei der Suche nach einem günstigen Preis im Internet, entdeckten wir auf einer Preisvergleichsseite den Vorgänger, die AKE 30. Das  Auslaufmodell hat statt Akku zwar ein Kabel, ist insgesamt aber leistungsstärker und leichter. Wir finden das Auslaufmodell in einem Onlineshop für rund 153 Euro und können es auch bestellen. Doch der Händler teilt uns mit, dass das Gerät ausverkauft ist. Der Nachfolger mit Akku kostet in demselben Onlineshop 440 Euro und damit fast das Dreifache.

Modellwechsel oft schwer bemerkbar

ein Mann
Ralf Reichertz von der Verbraucherzentrale Thüringen

Bei Saisonartikeln oder Waren, die einer Mode unterliegen, gibt es häufiger Modellwechsel. Die sind aber nicht immer leicht zu erkennen. "So manches Unternehmen wird beim Kunden den Eindruck erwecken wollen, dass es sich um ein völlig neues Produkt handelt, indem man den Namen völlig ändert. Tatsächlich hat man aber nur wenige Features abgeändert", erklärt Ralf Reichertz von der Verbraucherzentrale Thüringen. Deshalb sollte man die Verkäufer direkt darauf ansprechen. Wer sich über die Eigenschaften des alten und neuen Modells informiert und für sich abwägt, auf die Neuerungen verzichten zu können, kann viel Geld sparen.

Zuletzt aktualisiert: 28. Februar 2012, 17:01 Uhr

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