Umschau

Umschau | 27.11.2012 | 20:15 Uhr : Preise und Gewicht von Brötchen im Vergleich

Die Preisspanne bei Brötchen ist enorm: Das teuerste kostet dreimal so viel wie billigste. Schwankungen gibt es auch beim Gewicht. Ein Blick ins Preisarchiv der "Umschau" zeigt aber auch: Nicht überall sind die Brötchenpreise gestiegen.

Brötchen

Im Mittelpunkt des aktuellen Preisvergleichs standen Weizenbrötchen. Bei dem Vergleich ging es um Brötchen, die lose angeboten werden und im Laden selbst gebacken bzw. aufbacken werden. Für den Vergleich haben wir in Leipzig bei Bäckerketten, Tankstellen und Lebensmitteldiscountern eingekauft, die auch Filialen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen haben. Beim Einkauf haben wir jeweils die einfachen Weizenbrötchen verlangt.

Brötchentest
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Brötchentest: Wo kauft man am besten ein?

Sowohl beim Preis als auch beim Gewicht von Brötchen gibt es mitunter erhebliche Unterschiede. Wir haben getestet, wo man Brötchen gut und günstig einkaufen kann.

27.11.2012, 20:15 Uhr | 07:02 min

Lebensmittediscounter mit den günstigsten Preisen je Stück

Den niedrigsten Preis für ein Weizenbrötchen gab es mit 0,13 Euro bei den Lebensmitteldiscountern Lidl, Penny und Aldi. Penny backt schon seit mehr als fünf Jahren in den Filialen. Seit gut anderthalb Jahren gibt es auch bei Lidl und Aldi frische Brötchen. Mit Preisen 0,15 bzw. 0,17 Euro folgen die Backdiscountgeschäfte Backinn und Backfactory ganz dicht den Lebensmitteldiscountern. Größer ist der Abstand zu den Bäckerketten. Hier kosteten die Brötchen zwischen 0,25 und 0,28 Euro. Am teuersten war das Weizenbrötchen bei einer Aral-Tankstelle: Mit 0,35 Euro kostete es fast dreimal so viel wie bei den Lebensmitteldiscountern.

Anbietergruppe Anbieter Brötchenbezeichnung Preis
Lebensmitteldiscounter Lidl Weizenbrötchen 0,13 €
Lebensmitteldiscounter Penny Sonntagsbrötchen 0,13 €
Lebensmitteldiscounter Aldi Bäckerbrötchen 65g 0,13 €
Backdiscounter Backinn Schnittbrötchen 0,15 €
Backdiscounter Backfactory Weizenbrötchen 0,17 €
Tankstelle Total Bäckerbrötchen 0,25 €
Bäckereikette Erntebrot Weizenbrötchen 0,25 €
Bäckereikette Steinecke Altdeutsches Brötchen 0,27 €
Bäckereikette Heberer ofenfrische Schrippe 0,28 €
Bäckereikette Schäfers Weizenbrötchen 0,28 €
Bäckereikette Siebrecht Delikatessbrötchen 0,28 €
Tankstelle Aral Bäckerbrötchen 0,35 €
    Durchschnittspreis: 0,22 €
Brötchen wurden gewogen um den Preis je 50g zu ermitteln
Wie viel wiegt ein Brötchen? Und wie viel würden 50 Gramm kosten?

Für das Gewicht eines Brötchens gibt es keine gesetzliche Vorschrift. Daher sagt der Stückpreis nicht alles aus. Wir haben je zehn Brötchen mit einer Waage des Eichamtes gewogen und den Preis eines Brötchens errechnet, wenn es 50 Gramm wiegen würde. Im Durchschnitt waren die Brötchen 60 Gramm schwer. Allerdings waren die Schwankungen erheblich. Sie reichten von weniger als 50 Gramm (Erntebrot: 48 Gramm, Siebrecht: 50 Gramm) bis über 70 Gramm (Total: 73 Gramm, Backinn 75 Gramm). Das überdurchschnittliche Gewicht bei den beiden sorgte dafür, dass sie im Vergleich der Preise je 50 Gramm im Ranking weiter nach vor gerutscht sind. Die Lebensmitteldiscounter konnten ihre Positionen in der Spitzengruppe verteidigen. Ein Gewicht von 50 Gramm bei einem überdurchschnittlichen Preis machte das "Delikatessbrötchen" Siebrecht zum Schlusslicht. In einer Stellungnahme verweist die Bäckerei darauf, dass es zum Dauerniedrigpreis zehn Brötchen für 1,99 Euro gibt. So würde ein Brötchen nicht wie beim Einzelkauf 0,28 Euro, sondern nur noch 0,20 Euro kosten.

Anbieter Brötchenbezeichnung Preis/50 g Verkaufgewicht
Penny Sonntagsbrötchen 0,10 € 66 g
Backinn Schnittbrötchen 0,10 € 75 g
Aldi Bäckerbrötchen 65g 0,11 € 61 g
Lidl Weizenbrötchen 0,11 € 57 g
Backfactory Weizenbrötchen 0,13 € 63 g
Total Bäckerbrötchen 0,17 € 73 g
Aral Bäckerbrötchen 0,26 € 68 g
Steinecke Altdeutsches Brötchen 0,26 € 52 g
Erntebrot Weizenbrötchen 0,26 € 48 g
Heberer ofenfrische Schrippe 0,26 € 53 g
Schäfers Weizenbrötchen 0,26 € 53 g
Siebrecht Delikatessbrötchen 0,28 € 50 g
  Durchschnitt: 0,21 € 60 g

Nur Lebensmitteldiscounter machen Brötchen billiger

MDR-Fernsehkoch Stefan Henze sucht den Qualitätsunterschied zwischen teuer und günstig
MDR-Fernsehkoch Christian Henze sucht den Qualitätsunterschied von teueren und günstig Brötchen.

Bereits 2007 haben wir schon einmal eine ähnliche Preiserhebung unternommen. Bis auf vier Anbieter liegen vergleichbare Zahlen vor. Die Preisentwicklung ist recht eindeutig: Im Durchschnitt sind Weizenbrötchen 16 Prozent teurer geworden. In einem Fall ist der Preis sogar um fast die Hälfte gestiegen. Siebrecht erklärt das mit Mehlpreisen, die sich verdoppelt hätten, und gestiegenen Personal- und Lohnkosten.

Entgegen dem Trend hat nur der Lebensmitteldiscounter Penny die Preise für seine Brötchen um 13 Prozent (0,02 Euro) reduziert. Penny erklärt: "Auch wenn sich Rohstoffe verteuern, muss dies nicht sofor t unmittelbar Einfluss auf den Verkaufspreis eines Produktes haben. Im Interesse unserer Kunden versuchen wir, steigende Preise - wenn möglich - zu verhindern." Dahinter könnte aber auch der Preisdruck stecken, den Aldi und Lidl ausüben, seit sie ebenfalls frische Brötchen zum Preis von 0,13 Euro anbieten.

Anbieter Brötchenbezeichnung Preis 2012
(in Euro)
Preis 2007
(in Euro)
Unterschied in Euro Unterschied in Prozent
Backinn Schnittbrötchen 0,15 0,12 0,03 25
Penny Sonntagsbrötchen 0,13 0,15 -0,02 -13
Backfactory Weizenbrötchen 0,17 0,15 0,02 13
Heberer ofenfrische Schrippe 0,28 0,30 -0,02 -7
Steinecke Altdeutsches Brötchen 0,27 0,22 0,05 23
Schäfers Weizenbrötchen 0,28 0,21 0,07 33
Siebrecht Delikatessbrötchen 0,28 0,19 0,09 47
Erntebrot Weizenbrötchen 0,25 0,22 0,03 14
  Durchschnitt: 0,23 0,20 0,03 16

Mit einer durchschnittlichen Preiserhöhung von 16 Prozent bei den Weizenbrötchen liegt der Wert unter dem für den Verbraucherpreisindex für Brötchen von 24 Prozent. Darin sind aber auch andere Brötchensorten enthalten. Bei einer kleinen Stichprobe der "Umschau" verteuerten sich zum Beispiel die Mehrkornbrötchen von durchschnittlich 0,40 Euro auf 0,50 Euro je Stück. Das sind 27 Prozent mehr.

Brötchenpreisentwicklung

Zuletzt aktualisiert: 28. November 2012, 11:21 Uhr

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