Umschau | 21.02.2012 | 20:15 Uhr : Wie man mit DDR-Produkten Geld verdient
Viele Alltagsgegenstände aus der DDR erleben heute eine neue Wertschätzung. Vieles musste Anfang der 1990er-Jahre den Westprodukten weichen und landete im Müll. Umso begehrter ist das, was im Verborgenen überlebt hat. Das zeigen die Preise in Auktionen, die Sammler heute zahlen.
Fast jeder Leipzig-Besucher kaufte sich zu DDR-Zeiten ein kleines Männchen, das Maskottchen der Leipziger Messe. Damals kostet es 5,70 Mark. Wer heute so ein Original von damals kaufen möchte, muss je nach Ausführung und Zustand zwischen zehn und 50 Euro dafür hinlegen. Die hohen Preise sind Zeichen eines immer kleiner werdenden Angebots und einer gleichzeitig steigenden Nachfrage. Das beobachtet auch Jens Burkert. Der Chemnitzer betreibt einen Handel mit Waren aus volkseigener Produktion. Nach seiner Erfahrung steigen die Preise seit etwa zehn Jahren jährlich. Die hohen Preise erklärt sich Burkert durch die Abgeschlossenheit des Sammelgebietes. So sei es auch mit anderen Stil-Epochen wie dem Biedermeier und der Gründerzeit gewesen. Nach deren Ende stiegen die Preise für Gebrauchsgegenstände aus dieser Zeit.
DDR-Spielzeug bei Sammlern stark begehrt
Gute Preise erzielt derzeit vor allem Spielzeug. Ein Beispiel dafür ist ein Plastekipper. Das Fahrzeug ist gut einen halben Meter lang, ca. 40 Zentimeter hoch. Es hat ein gelbes Fahrhaus und eine grüne Kippladefläche. Das Massenprodukt gab es in fast jedem Kindergarten. Heute wird er für bis zu 300 Euro gehandelt. "In den Anfangszeiten, haben wir die für zehn D-Mark verkauft und kostenlos verschickt. Und dann waren sie auf einmal alle weg und wir hatten keine mehr. In den vergangenen Jahren steigen die enorm im Preis", berichtet Burkert. Ein Abnehmer solcher Raritäten ist der Spielzeugsammler Eric Palitzsch in Rabenau. So manches hat der junge Mann nach der Wende auf dem Dachboden gefunden oder billig auf Flohmärkten entdeckt. Heute läuft das Geschäft vor allem im Internet. "Mittlerweile ist das Internet ganz wichtig geworden. Im Internet hat man die Chance, weltweit zu recherchieren. Und so bin ich auch an Sachen aus Rumänien, Bulgarien und Italien gekommen. Man staunt schon, wohin das DDR Spielzeug überall geschickt wurde", erzählt Eric Palitzsch.
Jugend ist vom DDR-Design begeistert
Begeisterung löst auch der gute alte Motorroller "Schwalbe" aus den Simson-Werken in Suhl aus. David Hentsche hat sich eine gekauft: "Meine Mutti hatte eine Schwalbe. Mir hat das Design von der Schwalbe gefallen und unter Jugendlichen ist ja eine Schwalbe jetzt immer noch angesagt und kultig und deshalb habe ich mir eine gekauft." Zu DDR Zeiten kostete das Moped schon 1.400 Mark. Auch heute ist das Gefährt nach wie vor nicht billig: für ein gut restauriertes Stück kann man schnell über 2.000 Euro loswerden. Manches ist eben schön teuer aber auch zeitlos schön.




Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen.
Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.