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Umschau | 05.06.2012 | 20:15 Uhr : Faule Früchtchen - Augen auf beim Erdbeerkauf

In vielen Supermärkten und Discountern werden Erdbeeren angeboten, die verdorben sind. Das ergab eine aktuelle Stichprobe. Laut Lebensmittelverordnung ist der Verkauf dieser Ware nicht erlaubt.

Erdbeeren

Bei der Stichprobe wurde je eine 500-Gramm-Schale Erdbeeren aus Deutschland der Handelsklasse I in Filialen von sechs Supermarktketten und Lebensmitteldiscountern bewertet. Eingekauft wurde bei Edeka, Rewe, Penny, Lidl, Real, Famila und Sky. Ein Sachverständiger der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung hat die Proben untersucht.

Ware ist nicht verzehrfähig

In sechs von sieben getesteten Märkten waren die Erdbeeren nicht in Ordnung. Bei den Stichproben bei Edeka, Rewe, Penny, Lidl, Real und Sky gab es nicht nur unreife Früchte und solche mit Druckstellen, einige waren sogar angeschimmelt. Für Heinrich Stevens von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung in Bonn gehören solche Früchte nicht in den Handel: "Diese Ware kann und darf nicht vermarktet werden. Die Erdbeeren sind nicht verkehrsfähig und auch nicht verzehrfähig."

Händler wollen Kontrolle verbessern

Der Discounter Penny verweist auf "bedauerliche Einzelfälle", man habe aber bereits "Sonderschulungen" in die Wege geleitet. Die Supermarktkette Sky antwortet, dass die Erdbeeren beim Verlassen der Zentrale von "bester Qualität" gewesen seien. Man wolle die "Kontrolle aber verbessern". Auch Lidl bedauert – und will die "Thematik verstärkt beobachten". Ebenso beim Handelskonzern Rewe. Auch dort bedauert man die "Versäumnisse" und will das Personal "besser schulen". Die Handelgesellschaften Real und Edeka können sich den Befund "nicht erklären" und wollen die "Kontrollen verbessern".

Ware entspricht nicht der ausgewiesenen Handelsklasse

Nur bei der Supermarktkette Famila waren die Erdbeeren verzehrfähig. Allerdings waren in der 500-Gramm-Schale zu einem erheblichen Teil Früchte, die nur der schlechteren Handelsklasse II entsprechen. Nach Einschätzung des Gutachters Heinrich Stevens hatten sieben Früchte leichte und trockene Quetschstellen. Die "Nachpflege des Produkts" sei "nicht optimal" gewesen, schreibt uns Familia dazu.

Verbrauchertipp: So erkennt man die Qualität

Gute Ware hat eine glänzende Oberfläche und das Grün macht einen frischen Eindruck. Druckstellen kann man an den Früchten sehen. Kann man nicht alle in der Schale kontrollieren, sollte man sich den Boden der Schale ansehen. Rote Flecken sind ein eindeutiges Indiz für Druckstellen.

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Augen auf beim Erdbeerkauf

Nicht alles, was unter der Folie gut aussieht, ist es auch. Die Tester fanden heraus, dass viele Erdbeeren, die im Regal stehen, längst nicht mehr hätten verkauft werden dürfen.

05.06.2012, 20:15 Uhr | 03:47 min

Weitere interessante Informationen rund um die Erdbeere finden Sie in unserem Spezial zum Thema.

Zuletzt aktualisiert: 05. Juni 2012, 21:58 Uhr

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