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Umschau extra | 25.10.2011 | 20:15 Uhr : Fallen beim Einkaufen

Der Handel und die Werbung wollen Waren an den Kunden bringen. Dabei sind sie nicht immer ganz fair. Gekonnt suggerieren sie wünschenswerte Eigenschaften von Produkten wie "helfen beim Abnehmen" oder "unschlagbar günstig". Doch wenn man sich die Produkte genauer ansieht, entpuppt sich manches als Trugschluss. Wir stellen ein paar Fallen vor, in die Sie lieber nicht tappen sollten.

Vorsicht Light-Produkte!

Light-Produkte locken mit Genuss ohne späte Reue beim Blick auf die Waage. Denn "Light" macht nicht gleich "leicht". Ein Beispiel: Langnese hat zwei Vanille-Cremissimo-Eissorten. Beide haben fast die gleichen Energiewerte, obwohl die leichte Variante 40 Prozent weniger Fett hat als die klassische. Ähnlich ist es auch bei Kornflakes von Kellogg’s. Das Original hat einen Energiewert von 378 Kilokalorien, die fettarme Light-Variante Special K hat sogar 379. Ernährungstherapeutin Julia Ristow hat die Erklärung:

"Wenn wir einen Inhaltsstoff rausnehmen wollen, zum Beispiel Fett, dann muss etwas anderes hineingegeben werden. Das sorgt dafür, dass zum Beispiel die Margarine oder auch der Joghurt trotzdem die Konsistenz behält. Und oft werden dann Kohlenhydratbestandteile hinein gegeben, so dass sich dann wiederum deren Anteil erhöht und damit der Kaloriengehalt fast gleich bleibt."

Julia Ristow, Ernährungstherapeutin

Vorsicht Ein-Euro-Läden"

In sogenannten Ein-Euro-Shops kostet jedes Teil genau ein Euro. Hier einzukaufen ist besonders günstig, so scheint es. Doch beim Vergleich von Produkten aus diesen Läden mit ähnlichen Waren aus gängigen Geschäften führt zu einem erstaunlichen Ergebnis. Denn viele Waren aus dem Ein-Euro-Shop sind woanders günstiger zu haben. Obendrein ist bei Angeboten aus dem vermeintlichen Billigladen auch noch weniger drin.

Vorsicht XXL-Packung!

Bislang galt im Supermarkt die Regel, wer viel kauft, bekommt den günstigsten Preis. Doch wer sich blind darauf verlässt, wird hin und wieder übervorteilt wie folgendes Beispiel zeigt. Procter & Gamble verkauft den Weichspüler Lenor in verschiedenen Packungsgrößen mit unterschiedlichen Grundpreisen. Die Ein-Liter-Flasche mit 28 Waschladungen, eine Zwei-Liter-Flasche mit 57 und eine Drei-Liter Flasche mit nur 27 Waschladungen. Der Grundpreis der großen Flasche ist mit 15 Cent je Waschladung doppelt so teuer wie der der kleineren. Aus der Sicht des Verbraucherschützers Dirk Petersen eine eindeutige Falle: "Hier ist einfach nur mit Wasser gestreckt worden. Das Dreiste daran ist, dass der Kunde für dumm verkauft wird." Hersteller Procter & Gamble entgegnet: "Wir haben ... in der Vergangenheit darauf hingewiesen, dass Großgebinde nicht automatisch immer den günstigeren Preis haben müssen."

Vorsicht Etikettenschwindel!

Die Firma Kölln hat auf die Verpackung der Schoko-Kirsch-Müslis jede Menge Kirschen gedruckt. Doch in der Zutatenliste werden zuerst Cranberrys angeführt, Kirschen stehen erst an zweiter Stelle. Ähnlich ist es beim Kirsch-Joghurt-Müsli-Riegel der Marke "Corny" von Schwartau. Immer häufiger werden Kirschen angepriesen, aber Cranberrys verkauft. Das machen die Hersteller, weil ein Kilogramm getrocknete Cranberrys mit vier Euro nur halb so viel kostet wie die gleiche Menge Kirschen, die einen Kilopreis von neun Euro haben. Bei Orangen (elf Euro) und Himbeeren (zwölf Euro) kann man mit dem Einsatz von Cranberry noch mehr sparen. Und geschmacklich ist das auch unproblematisch. Lebensmittelchemikern ist es gelungen, den Beeren verschiedene Geschmacksrichtungen zu geben. Aus der Sicht der Verbraucherschützerin Silke Schwartau ist das ein klarer Etikettenschwindel: "Als Verbraucher kann man nicht immer stundenlang die Zutatenliste im Supermarkt lesen."

Zuletzt aktualisiert: 25. Oktober 2011, 18:29 Uhr

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